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BMW 740d xDrive im neuen BMW 7er: Diesel-Test mit Oberklasse-Luxus

Schwarzer BMW 7er 74D XDrive in einem modernen Autohaus mit großen Fenstern und Stühlen.

Der elektrische i7 ließ einen fast vergessen, dass es im neuen BMW 7er auch noch einen «klassischen» Diesel gibt. Fast …


Der neue BMW i7 hat seit der Vorstellung der aktuellen 7er-Generation die meisten Schlagzeilen auf sich gezogen. Verständlich: Es ist der erste 7er, der ausschließlich von Elektronen angetrieben wird.

BMW geht damit einen anderen Weg als der Erzrivale Mercedes-Benz, der sein Spitzenmodell klar trennt – in eine (wenn auch elektrifizierte) S-Klasse mit Verbrenner und den rein elektrischen EQS.

Ob es für BMW die richtige Entscheidung war, alles unter einem Modell-Dach zu bündeln, wird sich erst in einigen Jahren wirklich beantworten lassen.

Aktuell wirkt es jedenfalls so, als hätte der Fokus auf den i7 den Blick darauf verstellt, dass es den 7er weiterhin auch mit Verbrennungsmotor gibt – darunter den BMW 740d xDrive, um den es in diesem Test geht.

Zumal der i7 als erstes Fahrzeug bei Razão Automóvel in der Garage stand und uns bereits die Qualitäten des neuen bayerischen Flaggschiffs gezeigt hat.

Miguel Dias, der ihn gefahren ist, hob Komfort und Fahrdynamik hervor – trotz spürbar hohem Gewicht. Und auch wenn die ermittelten Verbräuche nicht aus dem Ruder liefen, bleibt beim i7 ein Rest Reichweiten-Anspannung. Beim BMW 740d xDrive gibt es davon: nichts.

Auch wenn Rudolf Diesels Erfindung – der Dieselmotor wird dieses Jahr 130 Jahre alt – heute zum neuen Feindbild geworden ist: Die Diesel-Variante des neuen 7ers erlaubt es, sämtliche Annehmlichkeiten dieses Modells ohne Gedanken ans Laden zu genießen. Verzeihung: ans Tanken.

Der 740d mag in dieser neuen Palette fast das «hässliche Entlein» sein. Nur: Ob er sich später zum Schwan entwickelt – oder ob dieser Diesel bereits der «Schwanengesang» ist – wird die Zeit zeigen.

Umstrittenes Design

Die Außenlinien des neuen BMW 7er wirken, als wären sie eher mit Meißel und Hammer herausgearbeitet worden als mit Bleistift und Marker auf Papier. Statt der fließenderen Formen des Vorgängers steht nun eine Karosserie mit klarer definierten Volumen und insgesamt monolithischerem Auftritt.

Vorn dominiert die Doppelnieren-Front in umstrittener Größe – inklusive beleuchtetem Rahmen. Dazu kommen die übereinander angeordneten Scheinwerferelemente, die den ungewohnten Look zusätzlich betonen.

Gleichzeitig unterstreicht genau dieser Auftritt auf seine Weise die Präsenz des BMW 740d, als ob die ohnehin stattlichen Abmessungen nicht schon ausreichen würden. Das wurde mir besonders beim Ein- und Ausparken in der Garage deutlich.

Diese Generation wird ausschließlich in der früher als Langversion bekannten Ausführung angeboten. Das bedeutet knapp 5,4 m Länge und mehr als 3,2 m Radstand. Dazu kommen fast 2 m Breite und etwas mehr als 1,5 m Höhe.

Trotzdem bringt dieser 740d xDrive «nur» 2255 kg auf die Waage – 460 kg weniger als der Schwergewicht-i7.

An Bord des 7er: eine Welt für sich

In ein Auto einzusteigen und von einer «eigenen Welt» zu sprechen, klingt schnell nach Klischee. Beim neuen BMW 7er trifft dieses Gefühl jedoch erstaunlich genau zu – und es beginnt sogar noch vor dem Platznehmen, dank der automatisch öffnenden und schließenden Türen.

Abseits eines Interieurs, das (zumindest derzeit) keinem anderen Modell der Marke gleicht, bietet der 7er innen eine Atmosphäre, die einem modernen Oberklasse-Topmodell gerecht wird. Das zeigt sich bei Materialauswahl und Farbgebung ebenso wie in vielen Details – und in einer regelrechten Technologievitrine an Lösungen und Ausstattung.

Neben dem hervorragenden, von Bowers & Wilkins entwickelten Soundsystem sticht vor allem das breite, horizontale Band hervor, das nahezu die gesamte Breite des Armaturenbretts einnimmt und sich in die Türverkleidungen hineinzieht.

Es ist mit der Ambientebeleuchtung gekoppelt, die unzählige Farbtöne bereithält, kann aber außerdem als Träger visueller Warnhinweise dienen. So erscheint etwa ein rotes Signal beim Öffnen der Tür, wenn ein Radfahrer erkannt wird, oder ein rotes Aufblinken, sobald die «Warnblinkanlage» aktiviert ist.

Bei Platzangebot und Ergonomie gibt es kaum Anlass zur Kritik. Die Sitzposition verdient eine 10, der Komfort liegt ebenfalls ganz oben. Und egal, ob vorn oder hinten: Das Raumgefühl bleibt beeindruckend.

Hinten kommt als besonderes Plus hinzu, dass in jeder Tür Displays sitzen, die wie ein smartphone wirken und als Bedieneinheit für zahlreiche Funktionen dienen. Darüber lassen sich unter anderem alle Sonnenrollos öffnen und schließen, die Klimatisierung steuern und verschiedene Massageprogramme der Sitze auswählen.

Auf dem Weg zur Perfektion

Für die einzige Dieselvariante im neuen BMW 7er greift die Marke auf eine echte Ikone ihrer Historie zurück: einen Reihensechszylinder. In dieser Ausführung holt er aus 3,0 l Hubraum 286 cv und 650 Nm.

Die kombinierte Maximalleistung liegt allerdings bei 300 cv, das kombinierte Drehmoment bei 670 Nm – ermöglicht durch den Beitrag des 18-cv-Elektromotors, der zum 48-V-mild-hybrid-System dieses 7er gehört.

BMW gibt für den Sprint von 0 auf 100 km/h 5,8s an und nennt 250 km/h als Höchstgeschwindigkeit. Parallel dazu sollen im kombinierten Betrieb Verbrauchswerte zwischen sechs und sieben Litern möglich sein.

Im Test kann ich sagen: Auf der Autobahn lag ich darunter (5,7 l/100km) – allerdings bei moderatem Tempo. Doch der Test umfasste auch andere Fahrprofile.

Denn ein 2255-kg-Auto über kurvige Strecken und durch den Stadtverkehr zu bewegen, ist nicht gerade die dankbarste Disziplin, wenn man konsequent Sprit sparen will. Trotzdem standen am Ende 7,6 l/100km zu Buche – weit entfernt davon, absurd zu wirken.

Kilometerfresser

Auch das ist ein Begriff mit Klischee-Potenzial – passt aber zum BMW 740d xDrive wie angegossen. In dieser Version habe ich an das Wort Reichweite schlicht keinen Gedanken verschwendet.

Und wenn irgendwann die mehr als 70 Liter Kraftstoff aus dem Tank verbraucht sind, muss man nur die nächste Tankstelle ansteuern.

Ähnlich wie Miguel es beim i7 beschrieben hat – der (fast) eine halbe Tonne schwerer war als dieser 740d – überrascht die Handlichkeit dieses «Monsters».

Auch wenn das nicht sein Hauptzweck ist, bietet das Gesamtpaket dennoch Fahrfreude: Die Lenkung hat ein stimmiges Gefühl, und das Fahrwerk liefert angesichts von Größe und Gewicht eine bemerkenswert überzeugende Performance.

In Kombination mit dem bereits erwähnten hohen Komfort wird er damit zur idealen Wahl, um auf die Autobahn zu gehen, am Nachmittag an die Algarve zum Imbiss zu fahren, abends in Porto zu essen und danach nach Lissabon zurückzukehren. Wären da nicht die Mautpreise, die Kraftstoffkosten – und natürlich der BMW 740d xDrive selbst.

Alternativ kann man stets auf Landstraßen ausweichen und die Vorteile der Allradlenkung auskosten. Ein Detail, das nebenbei auch jedes Manöver deutlich erleichtert.

Diesel, aber dennoch ein BMW 7er

Sobald man das «Spiel» im Konfigurator der Marke startet, liegt der Grundpreis für einen BMW 740d xDrive bereits bei 139 mil euros – eine umfangreiche Serienausstattung ist dabei schon enthalten.

Dazu zählen unter anderem das Panorama-Glasschiebedach, das Comfort-Zugangssystem mit Soft-Close für die Türen, adaptive LED-Leuchten, das Navigationssystem sowie die hinteren Türmonitore, die ich vorhin erwähnt habe. Selbst das von Bowers & Wilkins entwickelte Soundsystem fehlt nicht.

Nur: Es bleibt ein BMW – und damit stehen reichlich Extras bereit, umso mehr in einem 7er.

In diesem Fall fiel die Wahl auf das M Sportpaket, 21″-Felgen, die automatischen Türen sowie einige Pakete mit exklusiverer Ausstattung.

Dadurch «blähte» sich der Preis des Testwagens auf 169 784 euros auf. Allein die vorderen Kristallleuchten „Iconic Glow“, die zu schimmern beginnen, schlagen mit 2180 euros zu Buche. Sie sehen allerdings großartig aus.

Veredikt

Technische Daten


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