Der neue Mercedes-Benz GLC (X 254) ist eine der am meisten erwarteten Neuheiten der Marke aus Stuttgart für 2022. Wie es sich bereits angedeutet hatte, rückt er optisch sehr nah an die C-Klasse heran, deren jüngste Generation schon im vergangenen Jahr eingeführt wurde.
Als meistverkauftes SUV von Mercedes-Benz hat der GLC für den Stern eine entsprechend hohe Bedeutung. Die bisherige Baureihe (X 253) war seit 2015 auf dem Markt; trotz mehrerer Überarbeitungen machte sich ihr Alter zuletzt immer deutlicher bemerkbar.
Gerade in einem Segment, das – insbesondere in Europa – weiterhin einen grossen Teil der Kundennachfrage auf sich vereint, war ein neuer Impuls für den SUV-Bestseller der Marke praktisch Pflicht.
Vertrautes Design
Obwohl wir den GLC erst jetzt ohne Tarnung sehen, überrascht es kaum, dass er zahlreiche Gestaltungselemente der neuen C-Klasse übernimmt. Selbst auf den jüngsten Erlkönigbildern liess sich diese Richtung bereits erkennen.
Die Formensprache trifft einen stimmigen Mittelweg aus sportlicher Wirkung und eleganten Linien. Auffällig sind die schlanker gezeichneten Frontscheinwerfer, die nun bis an den Kühlergrill heranreichen – ein Detail, das die optische Breite des Modells zusätzlich betont.
Beim Grill selbst gibt es je nach Ausführung klare Unterschiede: Die Einstiegsvarianten setzen auf einen Rahmen und eine Chromspange, ergänzt durch kleine vertikale Elemente. In den AMG Line-Versionen kommt dagegen ein Muster zum Einsatz, das aus dem Markenlogo des deutschen Herstellers aufgebaut ist.
Darüber hinaus haben die Designer um Gorden Wagener die Linien rund um die Radhäuser stärker herausgearbeitet. Zusammen mit Felgen, die bis zu 20" gross ausfallen können, wirkt der GLC auf der Strasse entsprechend präsenter.
Am Heck sind die Parallelen zur C-Klasse erneut kaum zu übersehen – besonders bei den Rückleuchten, die miteinander verbunden ausgeführt sind. Die Basisversionen tragen einen schwarzen hinteren Stossfänger; bei den AMG Line-Varianten ist der untere Bereich – wie bei vielen Modellen des Herstellers üblich – verchromt.
Innenraum: die C-Klasse lässt grüssen
Im Cockpit setzt der neue GLC konsequent auf das Layout der C-Klasse: zentral sitzt ein grosser 11,9"-Bildschirm im Hochformat (tabletähnlich und leicht zum Fahrer geneigt). Dazu kommen eine markant gestaltete Mittelkonsole sowie das neue Markenlenkrad mit Touch-Bedienfeldern und kräftigem Lenkradkranz.
Ebenfalls hervorzuheben sind das digitale 12,3"-Kombiinstrument mit verschiedenen Darstellungsstilen (von eher elegant bis sportlich), die Materialien und Oberflächen von Sitzen und Armaturentafel, Zierelemente in Chrom und Carbonfaser sowie die Ambientebeleuchtung.
Gleichzeitig ist der GLC gewachsen: Gegenüber dem Vorgänger legt er um 60 mm in der Länge zu (4716 mm) und bietet 15 mm mehr Radstand (2888 mm). Das soll spürbar mehr Platz für die Insassen bringen – vor allem bei Schulter- und Beinfreiheit in der zweiten Reihe.
Elektrifizierung? Ja – und zwar durchgehend
Der neue GLC wird ausschliesslich mit elektrifizierten Antrieben angeboten: entweder als klassischer Plug-in-Hybrid oder als mild-hybrid mit 48-V-System. Unabhängig davon, ob Diesel oder Benziner: Es kommen nur Reihenvierzylinder zum Einsatz, und die Kraftübertragung erfolgt in allen Fällen über das 9-Gang-Automatikgetriebe 9G-Tronic.
Zum Marktstart sind die Versionen 200 4MATIC und 300 4MATIC vorgesehen. Beide nutzen einen 2,0-l-Benziner, der je nach Ausführung 204 PS beziehungsweise 258 PS leistet. Zusätzlich stellt das mild-hybrid-System EQ Boost kurzfristig 23 PS extra bereit.
Beim 200 4MATIC liegt das maximale Drehmoment bei 320 Nm; für den Sprint von 0 auf 100 km/h werden 7,8s angegeben. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 221 km/h.
Der GLC 300 4MATIC kommt auf 400 Nm maximales Drehmoment, beschleunigt in 6,2s von 0 auf 100 km/h und erreicht 240 km/h Spitze.
Vervollständigt wird das mild-hybrid-Programm durch den GLC 220 d 4MATIC: ein 2,0-l-Diesel mit 197 PS und 440 Nm. Hier liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 219 km/h, der Spurt von 0 auf 100 km/h gelingt in 8s.
Plug-in-Hybride mit über 100 km elektrischer Reichweite
Beim GLC sind drei Plug-in-Hybrid-Varianten vorgesehen: zwei Benziner (300 e 4MATIC und 400 e 4MATIC) sowie ein Diesel (300 de 4MATIC).
Die Modelle GLC 300 e 4MATIC und GLC 400 e 4MATIC setzen auf einen 2,0-l-Benzinmotor, während der 300 de 4MATIC einen 2,0-l-Diesel nutzt.
Gemeinsam haben alle drei Versionen den Elektromotor mit 100 kW (136 PS), eine Lithium-Ionen-Batterie mit 31,2 kWh Kapazität und eine maximale Geschwindigkeit von 140 km/h im rein elektrischen Betrieb.
Die kombinierten Systemleistungen und -drehmomente fallen wie folgt aus:
- GLC 300 e 4MATIC - 313 PS und 550 Nm;
- GLC 400 e 4MATIC - 381 PS und 650 Nm;
- GLC 300 de 4MATIC - 333 PS und 750 Nm.
Mercedes-Benz hat die endgültige elektrische Reichweite für jede einzelne Variante noch nicht genannt. Der Hersteller verspricht jedoch, dass dank effizienterer Rekuperation und verbesserter Aerodynamik die Plug-in-Hybrid-Versionen des GLC „mehr als 100 Kilometer“ rein elektrisch zurücklegen können – im Modus „emissionsfrei“.
Serienmässig besitzen die Plug-in-Hybride ein 11-kW-Onboard-Ladegerät. Optional ist ein Lader erhältlich, der bis zu 60 kW unterstützt und die Batterie in nur 30 Minuten vollständig aufladen kann.
Mehr Komfort und stärkere Dynamik
Laut Mercedes-Benz wurde der Komfort gegenüber dem Vorgänger gezielt gesteigert. Dafür sollen unter anderem eine wirksamere Geräuschdämmung und ein insgesamt höheres Mass an Laufkultur sorgen, was sich in besseren Abrolleigenschaften bemerkbar mache.
Optional lässt sich der GLC zudem mit der Luftfederung AIRMATIC ausrüsten. Wichtig: Bei den Plug-in-Hybrid-Versionen ist eine Luftfederung an der Hinterachse serienmässig, um das zusätzliche Gewicht von Batterie und E-System besser zu kompensieren.
Auch beim Fahrverhalten kündigt die Marke aus Stuttgart Verbesserungen an. Dazu kann – optional – eine Hinterachslenkung beitragen, bei der die Hinterräder bis zu 4,5º einschlagen.
Unterhalb von 60 km/h lenken die Hinterräder entgegen den Vorderrädern, um den Wendekreis zu verkleinern und die Agilität zu erhöhen. Oberhalb von 60 km/h lenken sie in die gleiche Richtung wie die Vorderräder, was die Stabilität bei höherem Tempo verbessern soll.
Wann kommt er?
Ein konkretes Markteinführungsdatum für den neuen GLC hat Mercedes-Benz noch nicht genannt. Fest steht jedoch, dass der Start noch in diesem Jahr erfolgen soll – gefolgt von der neuen Generation des GLC Coupé.
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