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VW Touareg: Schlanker dank CO₂-Komitee

Brauner Volkswagen SUV fährt auf Landstraße mit Wald im Hintergrund bei Tageslicht.

Stell dir den Auftrag in der Volkswagen-Zentrale vor: „Ihr da, die Ingenieure. Baut einen komplett neuen Touareg. Aber bildet euch nicht ein, ihr hättet diesmal freie Hand. Bevor ihr irgendeinen Luxus oder 4x4-Technik verbaut, muss das erst durch das CO₂-Komitee.“

Und ja – dieses Komitee gibt es wirklich. Das ist so herrlich deutsch gedacht, dass man fast lachen muss, aber das Ergebnis ist schwer zu bestreiten: Das CO₂-Komitee hat sämtliche Herstellungs- und Konstruktionsprozesse durchleuchtet, wodurch der neue Touareg 220 kg leichter ist als der Vorgänger – also 10 Prozent weniger Gewicht. Nicht schlecht. 5 Prozent davon wurden allein an der Karosserie eingespart, 21 kg gingen beim Antriebsstrang runter, sogar die elektrische Parkbremse bringt noch einmal 3 kg Ersparnis.

CO₂-Komitee und Gewichtsdiät beim VW Touareg

Das ist nicht nur beeindruckende Ingenieursarbeit, sondern vor allem praktisch, wenn man einen rund zwei Tonnen schweren SUV etwas sparsamer und umweltfreundlicher machen will. So kommt der V6-Diesel auf 38,4 mpg (ca. 7,4 l/100 km), der V8-Diesel (als Ersatz für den fehlerbehafteten, aber trotzdem grossartigen V10-„Ölbrenner“) schafft 31,2 mpg (ca. 9,1 l/100 km), und der Hybrid landet im Schnitt bei 34,6 mpg (ca. 8,2 l/100 km).

Motoren im Touareg: V6-Diesel, V8-Diesel und Hybrid

Wenn Geld keine Rolle spielt, ist der V8 der Motor, den man haben will. Mit £56.000 ist er eigentlich zu teuer – aber die Kombination aus Leistung (335 bhp) und Drehmoment (590 lb ft) sorgt dafür, dass man den V10-Diesel kaum vermissen dürfte. Zumal der V8 den Sprint von 0–62 mph (0–100 km/h) in 5,8 Sekunden erledigt – und damit 1,6 Sekunden schneller ist als der V10. Dazu bleibt er in jedem Tempo bemerkenswert leise, und im Innenraum hörst du kein typisches Diesel-Nageln.

Ausserdem gibt es eine neue Achtgang-Automatik – und die ist wirklich gelungen. Sie wirkt nie so, als würde sie hektisch nach dem richtigen Gang suchen, und sie schaltet so sanft, dass man die vielen Wechsel praktisch nicht wahrnimmt. Trotzdem fragt man sich unweigerlich, wozu es ausgerechnet acht Gänge sein müssen. Hätten es nicht zwei weniger getan – und dem Komitee gleich noch ein paar Kilos erspart?

Fahrwerk, Luftfederung und Offroad-Technik

Mit Luftfederung (für £2.000 Aufpreis bei allen Modellen) fährt sich der V8 hervorragend. Wer mit seinem Touareg ernsthaft ins Gelände will, braucht dieses System allerdings ohnehin – allein wegen der Flexibilität. Gegenüber der normalen „Strassen“-Einstellung lässt sich die Karosserie um bis zu 78 mm anheben. Zusätzlich kann man das Auto mit Untersetzungsgetriebe und sperrbaren Differentialen in der Escape-Ausstattung bestellen.

Praktisch ist auch die Taste im Kofferraum, mit der sich das Heck zum Beladen absenken lässt – in dieser Stellung gibt es ganz normale Kompaktwagen, deren Ladekante höher liegt. Trotzdem sollte man den Touareg nicht als weiteren Familien-SUV einordnen: Es gibt ihn nur mit fünf Sitzen.

Wer kein Sekt-Hippie ist, muss sich um den Hybrid nicht weiter kümmern. Mit Benzinmotor passt er schlicht nicht zu unserem Markt. Beim VW Touareg sind es die Diesel, die zählen – und beide machen ihn zu einem ernsthaften Kandidaten in der grossen SUV-Klasse. Und keine Sorge, nur weil kein Range Rover-Schriftzug auf der Motorhaube steht. Ausserdem hätte das CO₂-Team das Zusatzgewicht all dieser einzelnen Buchstaben ohnehin niemals durchgewunken.

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