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Dacia Bigster: Angriff auf das C-Segment unter 25.000 Euro

Grüner SUV-Geländewagen Bigster 25K steht in modernem Raum mit großen Fenstern und Betonboden.

Nach dem Erfolg im B‑Segment nimmt Dacia nun das C‑Segment ins Visier: mit dem Bigster – und wie der Name bereits andeutet, handelt es sich um das bislang grösste Modell, das die rumänische Marke auf den Markt bringt.

Das Rezept bleibt unverändert und hat Dacia bei Privatkundinnen und -kunden in Europa mit Sandero und Duster an die Spitze geführt: ein nahezu unschlagbares Preis‑/Leistungs‑Verhältnis. Für den europäischen Markt werden Referenzpreise genannt, die den Bigster unter der Marke von 25.000 Euro positionieren.

Doch der grösste SUV von Dacia hat mehr zu bieten als nur den Preis. Wir waren in Berlin, um ihn aus erster Hand kennenzulernen – und um herauszufinden, ob der Bigster wirklich nur „gross“ ist. Hier die Eindrücke:

Grösse lügt nicht

Beim Bigster führt kein Weg an seinen Abmessungen vorbei – deshalb beginnt auch hier alles mit dem Format. Gegenüber dem Duster legt er in fast jedem Punkt zu: Er ist 23 cm länger (4,57 m), 5 cm höher (1,71 m) und bietet 4 cm mehr Radstand (2,70 m).

Unverändert bleibt lediglich die Breite (1,81 m). Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass beide Modelle – trotz klarer Unterschiede – auf derselben Plattform (CMF‑B) aufbauen.

Das Plus an Aussenmass macht sich auch innen bemerkbar: sowohl auf der Rückbank als auch im Kofferraum. Letzterer wächst gegenüber dem Duster um 150 Liter; Dacia nennt 667 Liter Ladevolumen bis zur Hutablage.

Mit umgeklappten Rücksitzen (das Umlegen lässt sich über zwei kleine Hebel im Kofferraum auslösen) können Gegenstände bis zu 2,70 m Länge transportiert werden. Damit sollten weder ein Paar Ski noch ein Möbelstück einer bekannten schwedischen Marke zum Problem werden.

Eine Frage des Auftritts

Nachdem das zugrunde liegende Konzeptfahrzeug bereits 2021 erstmals zu sehen war, wirkt das Erscheinungsbild des neuen Dacia Bigster nicht wirklich überraschend.

Zwar verzichtet die Serienversion auf viele Anbauteile, die den Bigster Concept noch extrovertierter wirken liessen, doch die grundlegenden Linien bleiben erhalten – und genau diese haben auch die jüngste Duster‑Generation, die wir bereits gefahren sind, stark geprägt.

Markante Details wie die kräftigen Stossfänger, verbreiterte Radhäuser und eine Motorhaube mit mehreren Sicken sorgen für einen robust‑muskulösen Gesamteindruck. Die grosse Frontmaske, die Lichtsignatur (an beiden Enden) sowie die seitlichen Lufteinlässe unterstreichen zusätzlich die wahrgenommene Breite.

In der Seitenansicht fallen ausserdem die Felgen ins Auge, die von 17” bis 19” reichen, sowie der Lackton Azul Indigo. Diese Farbe feiert bei Dacia exklusiv in diesem Modell Premiere und wirkt besonders stimmig in Kombination mit dem schwarzen Dach, das bei den höher ausgestatteten Versionen verfügbar ist.

Alles an Bord, was man braucht

Im Innenraum sind die Parallelen zum Duster unübersehbar – vor allem bei der Anordnung der Displays, des Armaturenträgers und des Lenkrads.

Trotzdem setzt der Bigster eigene Akzente, allen voran bei der Mittelkonsole – oder besser: bei den Mittelkonsole(n), denn Dacia hat gleich drei Varianten entwickelt. Zur Wahl stehen eine niedrige Konsole, eine mittlere sowie erstmals eine hohe Konsole, die eine Armlehne mit einem gekühlten Staufach integriert.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Sitze: In den Journey‑Versionen steigt der Komfort durch weichere Stoffe und eine elektrische Verstellung für den Fahrersitz.

Ausserdem ist wichtig: Der Bigster kommt serienmässig (in allen Versionen) mit einem zentralen 10,1”-Multimedia‑Bildschirm, einem digitalen Kombiinstrument (7” bei den weniger ausgestatteten Versionen oder 10” bei den Topversionen), einer Zwei‑Zonen‑Klimatisierung (serienmässig ab dem Ausstattungniveau Expression) sowie einer Rückfahrkamera.

Neue Hybridmotorisierung

Mit dem Bigster führt Dacia eine neue Antriebspalette ein – besonders im Fokus steht dabei der Hybrid 155, der sogar innerhalb der Renault Group eine echte Neuheit darstellt.

Zur Einordnung: Die Hybrid‑140‑Versionen von Duster und Jogger nutzen einen 1,6‑Liter‑Vierzylinder‑Benziner und eine 1,2‑kWh‑Batterie. Beim Bigster Hybrid 155 wächst der Verbrenner auf 1,8 l, die Batterie auf 1,4 kWh. Zusammen mit zwei Elektromotoren (ein Fahrmotor und ein Starter/Generator) ergibt das eine maximale Leistung von 155 PS.

Gesteuert wird das System über das bekannte Multi‑Mode‑Getriebe der Renault Group, das vier Gänge für den Verbrennungsmotor und zwei Übersetzungen für den elektrischen Fahrmotor bietet.

Neben dem Plus von 15 PS und 20 Nm gegenüber den Hybrid‑140‑Modellen bringt der neue Hybridantrieb mit 155 PS dem Bigster auch eine höhere Anhängelast: Er kann rund eine Tonne „ziehen“.

Der eigentliche Trumpf dieser Motorisierung sind jedoch die niedrigen Verbrauchswerte. Laut Dacia kann der Bigster Hybrid 155 in der Stadt bis zu 80% der Zeit rein elektrisch unterwegs sein.

Leistung auf neuem Niveau

Ebenfalls erstmals bei Dacia ist der 1.2 TCe‑Turbomotor mit drei Zylindern in einer Ausbaustufe mit 140 PS erhältlich (+10 PS gegenüber dem Duster). Er ist mit einem 48‑V‑Mild‑Hybrid‑System gekoppelt, das eine kleine Batterie mit 0,8 kWh Kapazität nutzt. Die gespeicherte Energie unterstützt den Benziner anschliessend beim Anfahren und Beschleunigen.

Aus dem Duster bereits bekannt (und erprobt), wird dieser Motor mit einem manuellen Sechsganggetriebe kombiniert und soll laut Dacia einen Durchschnittsverbrauch von 5,6 l/100 km ermöglichen.

Die rumänische Marke begründet die 10 PS Unterschied zwischen den beiden Leistungsstufen mit Anpassungen am Turbolader: Beim Bigster kommt eine grösser dimensionierte Turbine zum Einsatz.

Bemerkenswert – und etwas ungewöhnlich – ist, dass diese Änderung nicht auf die 4×4‑Version des Bigster übertragen wurde. Dort bleibt es beim 1.2 TCe mit 130 PS, wie wir ihn bereits aus dem Duster kennen.

1450 km Reichweite

Das grösste Highlight in der Antriebspalette des neuen Bigster ist jedoch die Bi‑Fuel‑Variante (Benzin + LPG/Autogas). Dacia setzt weiterhin stark auf dieses Konzept und gilt in Europa als Marktführer dieser Technologie.

Technische Basis ist derselbe 1.2 TCe mit 130 PS, kombiniert mit dem 48‑V‑Mild‑Hybrid‑System, das den Motor unterstützt – unabhängig davon, ob er gerade mit Benzin oder LPG/Autogas betrieben wird.

Dank zwei Tanks mit zusammen 99 Litern Kraftstoff (50 Liter Benzin und 49 Liter LPG/Autogas) kündigt der neue Dacia Bigster ECO‑G 140 eine Rekordreichweite von bis zu 1450 Kilometern an.

Was kostet er?

Der neue Dacia Bigster kommt erst im Mai 2025 nach Portugal, daher stehen die Preise für den nationalen Markt noch nicht endgültig fest.

Dennoch hat Dacia bereits Referenzpreise für Europa genannt: unter 25.000 Euro für die Mild‑Hybrid‑Versionen (konkret die Bi‑Fuel‑Variante) und unter 30.000 Euro für den Hybrid 155.

Beim Einstiegspreis der Baureihe lässt sich das praktisch als gesetzt betrachten. Beim Preis der Hybridversion dürfte es hingegen aufgrund der portugiesischen Kfz‑Besteuerung und des 1,8‑Liter‑Hubraums etwas über 30.000 Euro hinausgehen.

Zur Einordnung: Der Dacia Duster Hybrid 140 ist aktuell in Portugal für 29.000 Euro erhältlich.

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