Toyota verfolgt ein klares Ziel: In Europa will der Konzern bis 2040 CO2-neutral sein – und damit zehn Jahre vor dem von der Europäischen Union (EU) gesetzten Zeitplan.
Um dieses Vorhaben zu erreichen, setzt Toyota nicht ausschliesslich auf batterieelektrische Autos, sondern auch auf weitere Technologien, allen voran Wasserstoff. Gemeint ist dabei nicht Wasserstoff als alternative Energiequelle für Verbrennungsmotoren – an dieser Lösung arbeitet die japanische Marke weiterhin, wie wir bereits in mehreren Beiträgen gezeigt haben.
Im Mittelpunkt steht vielmehr eine „Wasserstofffabrik“ – oder, wenn man so will, eine Hydrogen Factory: So nennt Toyota eine neue Produktionseinheit in Europa, die vollständig der Fuel-Cell-Technologie (Brennstoffzelle) gewidmet ist.
Wasserstofffabrik auf ganzer Linie
Toyota entwirft ein Zukunftsbild, in dem nicht nur Pkw, sondern auch schwere Nutzfahrzeuge, Busse und sogar Schiffe von dieser Technologie profitieren können.
Genau deshalb will die Marke die Fertigung von Brennstoffzellen mit einer neuen Fabrik in Europa schneller hochfahren. Ziel ist es nicht nur, die erwartete Nachfrage zu bedienen, sondern auch die Kosten dieser Lösung zu senken.
Wo diese neue Wasserstofffabrik entstehen soll, hat Toyota Motor Europe bislang nicht bekannt gegeben. Portugal könnte jedoch zu den Ländern gehören, die dafür in Betracht gezogen werden.
Dafür sprechen zwei Punkte: Einerseits zählt Portugal zu den Ländern mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung. Andererseits kommen die Wasserstoffbusse des Konsortiums CaetanoBus/Toyota aus Portugal.
Das Problem des Tankstellennetzes
In diesem Zusammenhang wird erwartet, dass der europäische Markt als erster versucht, den Einsatz von Wasserstoff als saubere Energie in die Breite zu tragen. Zur Erinnerung: Der von der Europäischen Kommission verabschiedete Green Deal sieht bis 2027 Investitionen von 45 Milliarden Euro für die Dekarbonisierung der europäischen Wirtschaft vor.
Von dieser Summe sind 284 Millionen Euro für den Aufbau eines europäischen Korridors an Wasserstofftankstellen vorgesehen.
Laut dem TEN-T-Plan (trans-European Transport Network) soll dieser Korridor in einer ersten Phase Tankmöglichkeiten im Abstand von jeweils 200 km anbieten. Anschliessend ist geplant, dieses Netz schrittweise weiter auszubauen – bis 2050.
Wasserstoff in Portugal
Abseits von Ankündigungen ist der Ausbau des Tankstellennetzes in Portugal im Rückstand. Der Fahrplan und Aktionsplan für Wasserstoff ist bislang noch nicht in die Umsetzung gegangen. Die Ziele sind jedoch ambitioniert.
Eine der festgelegten Vorgaben sieht bis 2025 zwischen 10 und 25 Wasserstofftankstellen in Portugal vor. Bis dahin lautet das Ziel der aktuellen Regierung, dass zwischen 400 und 500 Wasserstoff-Pkw auf den Strassen unterwegs sind – sowie zwischen 50 und 100 schwere Nutzfahrzeuge.
Als Endziel gilt, dass im Jahr 2050 der Bestand an wasserstoffelektrischen Fahrzeugen in Portugal die Marke von 25.000 Einheiten übersteigt und zudem mehr als 15.000 schwere Nutzfahrzeuge mit derselben Technologie unterwegs sind.
Neben Toyota investieren auch weitere Hersteller in diese Technologie – vor allem für Transport- und Logistiklösungen. Dazu zählt insbesondere Renault, das umfangreiche Investitionen in seine Nutzfahrzeugsparte angekündigt hat, die ihren schnellen Elektrifizierungsprozess fortsetzt.
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