Mit wenigen gezielten Handgriffen kann der Blick auf einmal deutlich wacher und frischer erscheinen.
Viele stellen ungefähr ab 50 fest, dass das Oberlid „schwerer“ wirkt: Der Lidstrich sitzt nicht mehr sauber, Lidschatten sammelt sich in kleinen Fältchen, und insgesamt verliert das Augen-Make-up an Klarheit. Das ist kein Schicksal, das man einfach akzeptieren muss. Mit der passenden Technik lässt sich die Wirkung von Schlupflidern sichtbar entschärfen – ohne OP und ohne lange Schmink-Sessions.
Mit angepasstem Make-up lässt sich der Blick optisch anheben – selbst bei sehr stark abgesunkenen Lidern.
Warum Schlupflider im Alter häufiger werden
Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Haut ab. Gerade um die Augen ist sie besonders dünn; das Gewebe wird weicher, und das Oberlid senkt sich nach und nach. Daraus ergeben sich mehrere typische Effekte:
- Der bewegliche Lidbereich ist kaum noch zu sehen.
- Lidschatten „verschwindet“ in der Lidfalte oder rutscht in Fältchen.
- Wimperntusche kann auf das Oberlid abfärben.
- Ein klassischer Lidstrich verläuft, verwischt oder bricht in den Hautfalten.
- Das Gesicht wirkt schneller müde oder „strenger“, als man sich eigentlich fühlt.
Wer früher mit ein paar Pinselstrichen ein intensives Augen-Make-up hinbekommen hat, steht plötzlich vor neuen Herausforderungen. Genau dafür gibt es Schminktechniken, die speziell bei reiferen Augen funktionieren.
Trick 1: Augenlid vorbereiten – Puder statt Rutschbahn
Der erste Schritt wirkt klein, verändert aber enorm viel: Bevor Kajal, Lidschatten oder Eyeliner aufgetragen werden, sollte das Oberlid vorbereitet sein. Wer direkt mit Kajal oder flüssigem Eyeliner beginnt, riskiert, dass die Linie in Fältchen „einwandert“ oder nach einigen Stunden verschmiert.
Bewährt hat sich eine sehr dünne Schicht Lidschattenbasis oder etwas Concealer, der sanft eingeklopft wird. Anschließend folgt ein Hauch transparentes Puder oder ein sehr heller, matter Lidschatten. Dadurch entsteht eine glatte, leicht mattierte Fläche, auf der der Lidstrich deutlich besser haftet.
Zusätzlich gilt: Glänzende oder stark cremige Texturen auf hängenden Lidern können den Eindruck von Schwere verstärken. Mattierende Produkte lassen die Partie hingegen ruhiger und straffer wirken.
Trick 2: Eyeliner ohne „Brüche“ – nie an der Haut ziehen
Ein klassischer Fehler ist, das Oberlid beim Schminken mit den Fingern nach außen oder oben zu spannen, um eine gerade Linie zu zeichnen. Bei junger, straffer Haut klappt das manchmal noch – bei reifer Haut rächt es sich jedoch schnell.
Wird die Haut beim Schminken stark gedehnt, wirkt der Lidstrich im entspannten Zustand schnell zackig oder schief.
Sinnvoller ist es, das Auge normal geöffnet zu lassen und mit einem Spiegel auf Augenhöhe zu arbeiten. Statt eines langen Strichs setzt man mehrere kurze, feine Linien dicht am Wimpernkranz. So verrutscht weniger, und kleine Unebenheiten fallen im Alltag kaum auf.
Sehr steife Spitzen bei flüssigen Linern sind oft schwerer zu kontrollieren. Viele Profis nutzen bei reifen Lidern lieber:
- Gel-Eyeliner mit Pinsel für präzise, aber weichere Linien
- gut angespitzte, eher feste Kajalstifte
- dunklen, matten Lidschatten, der mit einem feinen Pinsel als „Soft-Liner“ aufgetragen wird
Trick 3: Der entscheidende Punkt – wohin die Eyeliner-Spitze gehört
Der „Wing“, also das kleine Schwänzchen am äußeren Augenwinkel, bringt den gewünschten Lifting-Effekt. Genau hier liegt bei Schlupflidern die größte Herausforderung: Wird der Wing quer über die Falte gezeichnet, „zerbricht“ die Linie beim Blinzeln optisch und wirkt schnell unruhig.
Praktischer ist diese Vorgehensweise: Das Auge normal öffnen, in den Spiegel schauen und außen zunächst einen winzigen Punkt markieren – dort, wo der Wing enden soll. Dieser Punkt sitzt knapp unterhalb der Lidfalte, nicht mitten im Fältchenbereich.
Die Spitze des Lidstrichs sollte unterhalb des tiefsten Faltenbereichs liegen – so bleibt die Linie optisch glatt und hebt den Blick.
Von diesem Punkt aus zieht man eine feine Linie zurück zum Wimpernkranz und verbindet sie vorsichtig mit dem restlichen Lidstrich. Wer sich dabei unsicher fühlt, beginnt am besten mit einem Kajal, der sich leicht korrigieren lässt, und fixiert das Ergebnis anschließend mit dunklem Lidschatten.
Welche Form streckt das Auge wirklich?
Die Form entscheidet stark über die Wirkung des Lidstrichs. Hier eine kurze Orientierung:
| Form | Wirkung bei Schlupflidern |
|---|---|
| dicker Strich am ganzen Lid | kann das Auge kleiner wirken lassen und reife Lider schnell „erschlagen“ |
| feiner Strich, außen leicht angehoben | öffnet das Auge und bringt einen dezenten Lifting-Effekt |
| nur äußeres Drittel betont | besonders gut bei stark hängenden Lidern; der Blick wirkt wacher |
| Innenwinkel stark geschwärzt | verkürzt das Auge optisch und wirkt oft härter |
Trick 4: Augenbrauen als heimlicher Lifting-Helfer
Wer sich nur auf das Lid konzentriert, übersieht leicht einen entscheidenden Faktor für einen jüngeren Ausdruck: die Augenbrauen. Sie rahmen das Gesicht und beeinflussen stark, ob die Augen offen oder eher müde wirken.
Ein gut geformter Brauenbogen kann die Augenpartie stärker „anheben“ als ein dicker Lidstrich.
Die Idee dahinter: Unter der Braue möglichst viel „Luft“ schaffen, ohne die Brauen zu stark auszudünnen. Statt zu viel zu zupfen, wird gezielt mit Farbe gearbeitet.
Schritt für Schritt:
- Brauen zuerst nach unten bürsten, damit die obere Kante gut sichtbar wird.
- Mit einem feinen Brauenstift lediglich Lücken auffüllen und die obere Kontur sanft anheben, ohne einen harten „Block“ zu zeichnen.
- Anschließend die Brauen nach oben bürsten, um den unteren Rand zu erkennen.
- Auch unten nur dort Farbe ergänzen, wo Härchen fehlen – weniger ist mehr.
Wird die Braue zu dunkel oder zu stark nach unten gezogen, „drückt“ sie optisch aufs Auge. Ein natürlicher, leicht angehobener Bogen lenkt den Blick nach oben und lässt den oberen Gesichtsteil insgesamt frischer erscheinen.
Farben, Texturen und kleine Helfer: Was reife Augenlider wirklich unterstützt
Neben der Technik zählt auch, welche Farben und Konsistenzen verwendet werden. Glitzer, extrem metallische Töne und sehr dunkle Flächen auf dem beweglichen Lid betonen Falten häufig zusätzlich. Besser geeignet sind:
- matte bis leicht satinierte Lidschatten
- mittlere, gedeckte Nuancen (Taupe, Rosébraun, Graubraun)
- ein etwas dunklerer Ton im äußeren Drittel für mehr Tiefe
- ein heller, nicht schimmernder Ton unter dem höchsten Punkt der Braue
Eine dünne Schicht Mascara – vor allem im äußeren Bereich – verstärkt den Lifting-Effekt. Die unteren Wimpern sollte man nur zurückhaltend tuschen, um Schatten und „Panda-Augen“ zu vermeiden.
Ab wann lohnt sich mehr als Schminke – und was man beachten sollte
Make-up kann optisch viel ausgleichen, kommt bei sehr stark hängenden Lidern aber an Grenzen. Wer unter dem schweren Gefühl der Lider leidet oder sogar Einschränkungen im Sichtfeld bemerkt, sollte mit dem Augenarzt oder einer Fachärztin für plastische Chirurgie sprechen. Eine Lidstraffung ist ein operativer Eingriff mit den üblichen OP-Risiken, kann in ausgewählten Fällen jedoch medizinisch sinnvoll sein.
Für viele genügt eine Kombination aus guter Pflege (milde Reinigung, Sonnenschutz, leichte Augencreme), gezieltem Make-up und gelegentlich einer Beratung bei einer professionellen Visagistin. Dort lassen sich die beschriebenen Techniken an die eigene Augenform anpassen – oft reichen schon wenige Hinweise, um Schlupflider deutlich leichter zu schminken.
Wer ein wenig übt und bereit ist, alte Schminkroutinen zu verändern, gewinnt meist nicht nur einen frischeren Blick, sondern auch das Gefühl, das eigene Spiegelbild wieder besser steuern zu können. Genau darin liegt die Wirkung dieser kleinen Tricks – gerade jenseits der 50.
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