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Suzuki Jimny by Twisted: Turbo-Umbau auf 165 bhp ab £49,500 + MwSt.

Silberner Suzuki Jimny SUV fährt auf Landstraße bei bewölktem Himmel und grüner Landschaft.

Na, da muss ich doch gar nicht erst fragen, was das ist, oder?

Klar – die Beschriftung an der Seite verrät es ohnehin. Trotzdem stellen wir den Kandidaten kurz ordentlich vor: Das hier ist der Suzuki Jimny by Twisted. Und zum ersten Mal überhaupt überträgt die in North Yorkshire beheimatete Firma ihre Umbau-Philosophie auf etwas anderes als einen klassischen Land Rover Defender.

Warum ausgerechnet der Jimny und nicht der neue Defender?

„Ich will nie nur des Umbauens wegen umbauen – ich will etwas besser machen“, erklärt Twisted-Chef Charles Fawcett gegenüber TG. „Darum haben wir den neuen Defender nicht gemacht – den haben alle anderen schon gemacht, und am Ende entsteht meist nur etwas, das minimal vom Serienauto abweicht.“

Beim Jimny sieht Twisted dagegen echtes Potenzial: Er sei „fast so etwas wie ein Mini-Defender mit ähnlicher Architektur, Antriebstechnik und analogem Gefühl“. Genau das sei der Grund, warum man die bisherige Defender-Only-Linie nun bewusst verlässt.

Was ist am Jimny denn neu?

Als Erstes wichtig: Alle neuen Twisted-Jimnys basieren auf dem Jimny Light Commercial Vehicle. Heisst: serienmässig gibt es zwei Sitze und 863 Liter Laderaum – ausser, du bringst dein eigenes Fahrzeug zum Umbau mit.

Das Highlight dieser Umrüstung ist das „Twisted Performance Upgrade“. Im Kern bedeutet das: Ein Turbolader kommt an den serienmässigen 1,5-Liter Vierzylinder-Benziner. Damit steigt die Leistung von eher mageren 100 bhp auf deutlich passendere 165 bhp. Und man sollte nicht vergessen: Das kleine Ding bringt nur 1.090 kg auf die Waage.

Zum Turbo-Paket gehören ausserdem eine Sport-Abgasanlage mit entsprechendem Abgasrohr, ein Syvecs-ECU samt passender Neuprogrammierung, neue Leitungen, neue Ölzuführungen, ein Performance-Luftfilter sowie ein Ölabscheiderbehälter. Und das ist nur das, was im winzigen Motorraum passiert. Darüber hinaus gibt’s ein neues, leicht höhergelegtes Fahrwerk mit Eibach-Federn und Bilstein-Dämpfern. Dazu kommt ein neuer hinterer Stabilisator, der beeindruckend viel dazu beiträgt, den Jimny sauber zu stabilisieren.

Optisch sind nun auch Frontstossfänger und Spiegelkappen in Wagenfarbe lackiert. Abgerundet wird der kantig-sympathische Terrier-Auftritt durch 16-Zoll-Twisted-Felgen im Fünfspeichen-Design und BF Goodrich-All-Terrain-Reifen. Ein herrlich liebenswertes Gerät.

Muss ich all diese Teile nehmen?

Nein. Genau wie bei den Twisted-Defendern lässt sich beim kleinen 4x4 frei zusammenstellen, welche Komponenten man haben möchte. Weitere Optionen sind unter anderem getönte Scheiben, ein kompletter satinierter Lackaufbau, eine LED-Lichtleiste, ein Dachträger, Unterfahrschutz sowie eine Warn-Seilwinde. Und ja: Diese Bergpanorama-Dekore im 90er-Stil sind ebenfalls optional.

Ausserdem gibt es reichlich Möglichkeiten fürs Interieur – inklusive „gelegentlicher Rücksitze“, mit denen sich der kleine Kasten wieder zum Viersitzer umrüsten lässt.

Ach ja: Wie ist der Innenraum?

Fawcett sagt, in genau dieses Jimny-Interieur seien 230 Stunden Arbeit geflossen. Und das merkt man: Die verbesserte Dämmung verändert das sonst eher zweifelhafte Benehmen des Jimny auf der Strasse deutlich. Ein neuer Defender ist er natürlich nicht – aber gegenüber dem blechernen Serienzustand hält man Autobahntempo spürbar entspannter etwas länger aus.

In einem Twisted Defender gibt es viel Leder – und beim Jimny gilt das genauso. Leder findet sich an den Sitzen, am Armaturenbrett, an den Haltegriffen, an den Schalthebeln, an der Handbremse, am Lenkrad, an der Mittelkonsole und an den Türen. Sogar die Fussmatten sind mit Leder eingefasst. Ziemlich edel.

Der Dachhimmel ist mit Alcantara bezogen. Dazu kommt eine neue Alpine-Multimediaeinheit mit Navigation, DAB und Apple CarPlay, die Suzukis zäh reagierendes Infotainment ersetzt. Auch die Lautsprecher sind neu – so, dass man womöglich tatsächlich Musik hören will und nicht nur den Seewetterbericht. Und jedes Fahrzeug erhält eine individuelle Plakette, die den durchlaufenen Aufbauprozess dokumentiert.

Komm schon – erzähl mir mehr über den Motor …

Genau, zurück zum Kern der Sache: Beim Suzuki Jimny by Twisted dreht sich alles um den Turbo. Trotz zusätzlicher Dämmung hört man weiterhin das ganze Konzert aus Zischen und Flattern, wenn die Aufladung arbeitet. Stell dir einen asthmatischen Elefanten vor, der versucht, einen Milchshake durch einen besonders löchrigen Strohhalm zu ziehen – das kommt der Geräuschkulisse ziemlich nahe.

Der Leistungszuwachs verändert auch den Antritt massiv. Man ertappt sich dabei, wie man im Fünfgang-Schaltgetriebe fleissig rührt, um die Drehzahl über 3.000 U/min zu halten und den Lader bei Laune zu lassen. Interessanterweise hat Suzuki die 0–62-mph-Zeit (0–100 km/h) des Serien-Jimny nie offiziell genannt – aber nun ist spürbar mehr Dringlichkeit da, was den Wert zumindest etwas weniger peinlich wirken lassen dürfte.

Und du meintest, er fährt sich jetzt auch gut?

Objektiv betrachtet ist „gut“ vielleicht etwas ambitioniert. Aber Twisted’ Interpretation des Jimny macht enormen Spass. Er bleibt ein relativ hohes Auto mit extrem kurzem Radstand – doch das aufwendige Fahrwerk plus neuer Stabilisator sorgen dafür, dass er erstaunlich flach durch Kurven geht. Auf engen Landstrassen ist das genau die Sorte Auto, mit der man am liebsten einfach herumwuselt.

Auf Asphalt liefern die grobstolligen Reifen zudem nicht endlos Grip. Gerade deshalb passen kleine Allrad-Drifts und blockierende Bremsen perfekt zur Mini-Rallyeauto-Atmosphäre.

Und trotzdem bleibt er komfortabel, lässt sich mit Schwung fahren, kommt weiterhin auf 30 mpg und braucht nicht einmal verstärkte Bremsen, um zuverlässig zum Stehen zu kommen. Wir sind ziemlich angetan.

Klingt stark. Was kostet der Spass?

Der turboaufgeladene Jimny ist fahrdynamisch wirklich ein Knaller. Es gibt allerdings einen kleinen Haken: den Preis. Der Suzuki Jimny by Twisted startet bei £49,500 + VAT (als Nutzfahrzeug kann man die Steuer zurückfordern) – inklusive Performance-Upgrades. Das ist deutlich mehr als der Basispreis von £21,099. Andererseits steht hier auch ein komplett verwandeltes kleines Auto, und ein Defender 90 mit Twisted-Mods kann problemlos in sechsstellige Regionen klettern.

Vielleicht reden wir uns also weiter ein, dass £50k ein Schnäppchen sind …

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