Kia erweitert seine rein elektrische Modellfamilie „EV“ um den neuen EV4. Das Modell kommt in zwei Karosserievarianten auf den Markt – als Schrägheck und als Limousine – und soll noch in diesem Jahr erhältlich sein.
Vorgestellt wurde der EV4 auf dem Kia EV Day 2025. Wie angekündigt ist er das elektrische Gegenstück zu einem Ceed und positioniert sich damit im C-Segment der kompakten Familienfahrzeuge.
Wer allerdings auf die Abmessungen schaut, merkt schnell: So „kompakt“ fällt er nicht aus. Beide Karosserien sind 1.860 mm breit und verfügen über einen großzügigen Radstand von 2.820 mm. In der Höhe trennen sie nur 5 mm: 1.480 mm bei der Limousine und 1.485 mm beim Schrägheck.
Den größten Unterschied gibt es bei der Länge. Das EV4-Schrägheck misst 4.430 mm, die EV4-Limousine 4.730 mm – also 30 cm mehr. Entsprechend fällt auch der Kofferraum aus: 435 l beim Schrägheck und 490 l bei der Limousine.
Eigenständiges Design
Wie andere Elektro-Modelle der Marke basiert auch der neue Kia EV4 auf der ausschließlich für E-Autos entwickelten E-GMP-Plattform. Ziel sind hohe Reichweite, moderne Technik und eine umfangreiche Ausstattung an fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen (ADAS).
Optisch tragen beide Varianten die Lichtsignatur „Star Map“: vertikale LED-Scheinwerfer und eine Front ohne klassische Kühlergrill-Optik (die sie technisch nicht benötigt). Das unterstützt zugleich die Aerodynamik. Mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,23 (Cd) soll der Kia EV4 effizienter unterwegs sein.
Am Heck unterscheiden sich die Konzepte – erwartungsgemäß – deutlich. Beim EV4 Schrägheck (zwei Volumen, fünf Türen) sitzt ein Spoiler oberhalb der Heckscheibe, dazu kommt eine horizontale Lichtleiste. Bei der EV4 Limousine (drei Volumen, vier Türen) ist der Heck-Spoiler stärker ausgeprägt und an der Kante des Kofferraumdeckels integriert; die Rückleuchten sind getrennt und vertikal angeordnet.
Digitales, vielseitiges Interieur
Im Innenraum setzt der Kia EV4 – wie bereits andere Modelle des südkoreanischen Herstellers – auf eine digitale, reduzierte Gestaltung. Zentraler Blickfang ist ein 30″-Panel, das sowohl das Kombiinstrument als auch den Bildschirm des Infotainmentsystems umfasst.
Über dieses System lassen sich unter anderem kompatible Apps wie Netflix, Disney+ oder YouTube nutzen. Zudem sind Remote-Updates (over-the-air) vorgesehen.
Mit der Digital Key 2.0 (digitaler Fahrzeugschlüssel) lässt sich das Auto allein per Smartphone oder sogar per Smartwatch öffnen und nutzen. Zwischen den vorderen Sitzen befindet sich außerdem eine verschiebbare Mittelkonsole.
Antriebe und Reichweite
Zum Marktstart wurde der neue Kia EV4 mit nur einer Motorisierung angekündigt, dafür aber mit zwei Batteriegrößen. Der Elektromotor an der Vorderachse leistet 150 kW (204 PS). Bei den Akkus stehen 58,3 kWh sowie 81,4 kWh zur Wahl.
Bei der WLTP-Reichweite liegen die jeweils maximal genannten Werte – abhängig von der Batterie – bei 430 km bis 630 km für die Limousine und bei 410 km bis 590 km für das Schrägheck. Die bessere Aerodynamik der EV4-Limousine sorgt dabei für die zusätzlichen Kilometer.
Der Kia EV4 nutzt ein 400-V-Bordnetz. Obwohl die Marke die maximale Ladeleistung (Gleichstrom/DC) nicht beziffert hat, nennt sie für den kleineren Akku eine Zeit von 29 Minuten, um von 10% auf 80% zu laden. Mit Wechselstrom (AC) dauert der Weg von 10% auf 100% 5 h 20 min.
Mit der größeren Batterie werden für dieselben Ladevorgänge 31 Minuten (10% auf 80%) sowie 7 h 15 min (10% auf 100%) angegeben. Beide Systeme unterstützen bidirektionales Laden (V2L und V2G).
Kia betont außerdem das hohe Sicherheitsniveau des EV4 und zeigt sich sehr zuversichtlich, bei den Euro-NCAP-Tests ein Fünf-Sterne-Ergebnis zu erreichen. Möglich machen soll das die umfangreiche ADAS-Ausstattung.
Wann kommt er?
Das EV4-Schrägheck wird ausschließlich in Europa gefertigt – im Kia-Werk in der Slowakei. Die EV4-Limousine entsteht dagegen in Südkorea, im Werk Autoland Gwangmyeong EVO Plant.
Beim Zeitplan startet der Kia EV4 in Südkorea bereits ab März. In Europa ist der Verkaufsbeginn hingegen erst für die zweite Jahreshälfte dieses Jahres vorgesehen.
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