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Dacia Spring im Test: unterwegs außerhalb der Stadt

Blauer elektrischer SUV Spring EV in modernem weißen Ausstellungsraum mit großen Fenstern und Stadtblick.

Nachdem Guilherme Costa ihn bereits durch die Strassen von Porto geführt hatte, trafen wir den Dacia Spring, das erste 100% elektrische Modell der rumänischen Marke, erneut – diesmal, um herauszufinden, was er ausserhalb des „urbanen Geflechts“ taugt.

Auf dem Programm stand eine Hin- und Rückfahrt nach Setúbal. Startpunkt war der Lagoas Park in Oeiras, und wir nutzten ausschliesslich Autobahn sowie Nationalstrassen – also zwei Umgebungen, die sich klar von den Städten unterscheiden, für die dieses Modell in erster Linie konzipiert wurde.

Die erste Überraschung zeigte sich schon nach den ersten Kilometern auf der Autobahn: der kleine Dacia wirkt erstaunlich stabil. Mit Abmessungen, die an einen Kleinwagen der 90er-Jahre erinnern, schreckt der Spring vor der grossen Asphaltfläche nicht zurück – trotz besonders schmaler Reifen (die Effizienz verlangt es).

Angenehm überraschte mich zudem, wie souverän er sich auf dieser Strecke bewegen lässt. Natürlich wird der Dacia Spring mit 44 PS (30 PS bei aktiviertem ECO-Modus) und 125 Nm nie zum Massstab in Sachen Leistung. Doch während meiner Fahrt fühlte ich mich nie als Verkehrshindernis und konnte ohne Mühe Autobahn-typische Reisegeschwindigkeiten halten.

Auf den Nationalstrassen verweigert sich der Spring auch einigen Überholmanövern nicht – die sofort anliegende Drehmomentabgabe hilft dabei spürbar. Und sobald Kurven folgen, laden die leichtgängige Lenkung und die schmalen Reifen zwar nicht zu grossen „Abenteuern“ ein; dennoch präsentierte sich das Fahrverhalten „ohne Macken“: sicher und gut vorhersehbar.

In der Stadt hingegen fühlt sich der Dacia Spring wie ein „Fisch im Wasser“. Mehr Bodenfreiheit und ein kleiner Wendekreis machen ihn zur idealen Wahl für alle, die mit der Stadt per „Du“ sind.

Erfahrung macht den Unterschied

Ich gebe zu: Als ich sah, dass die Route viele Autobahnkilometer umfasste (noch dazu verlängert durch meinen eigenen Fehler, weil ich die geplante Ausfahrt verpasste), befürchtete ich, das Ziel würde ich nur mit „Reichweitenangst“ erreichen.

Doch ein paar Kilometer auf der stets belebten (und alles andere als flachen) A5 reichten, um zu erkennen: Auch wenn der Spring nicht über mehrere Rekuperationsstufen verfügt, arbeitet die vorhandene Rekuperation ausgesprochen effektiv beim Zurückgewinnen von Energie – und verlängert damit die Reichweite. Das unterstreicht die Erfahrung der Renault Group im Elektrobereich.

Wenn es einen Bereich gibt, in dem sich das erste Elektroauto von Dacia durchaus als Referenz positionieren kann, dann sind es die Verbräuche. Nach fast 200 km (die meisten davon Autobahn, ohne dass ich mich gross darum bemühte, die Durchschnittswerte „zu drücken“) zeigte der Bordcomputer sehr sparsame 10,9 kWh/100 km an.

Damit wirkt die versprochene Reichweite von 230 km nach WLTP (305 km nach WLTP Stadt), die der 27,4-kWh-Akku ermöglichen soll, als realistischer Wert.

Laden und Preise

Der Dacia Spring lässt sich laden: an einer 220-V-Haushaltssteckdose; an einer Green’Up-Steckdose mit dem Flexicharger-Kabel (Modus 2); an einer 7,4-kW-Wallbox über ein einziges Kabel (Modus 3) oder an einer 30-kW-Schnellladestation mit Gleichstrom (DC) über ein integriertes Ladekabel.

Die Ladezeiten lauten wie folgt:

  • Weniger als eine Stunde bis 80% Ladestand an einem 30-kW-DC-Lader und weniger als 1,5 Stunden bis 100%.
  • Weniger als 5 Stunden bis 100% an einer 7,4-kW-Wallbox.
  • Weniger als 8,5 Stunden bis 100% an einer 3,7-kW-Wallbox.
  • Weniger als 14 Stunden an einer Haushaltssteckdose mit 2,3 kW.

Preislich tritt das günstigste Elektroauto am Markt in zwei Versionen an: Comfort und Comfort Plus. Die erste startet ab 17.000 Euro, die zweite ist ab 18.500 Euro erhältlich – beide sind bereits im nationalen Markt verfügbar.

Von beiden Beträgen lassen sich die Zuschüsse für den Kauf von Elektrofahrzeugen abziehen, die voraussichtlich 2022 verfügbar sein werden.

Für April ist ausserdem die Markteinführung des Spring Cargo vorgesehen, der gewerblichen Variante des kleinen Dacia-Stromers. Sie soll nicht nur die Bewerbung um staatliche Förderungen ermöglichen, sondern für Unternehmenskunden auch die vollständige Erstattung der Mehrwertsteuer.

Fazit

In einer Zeit, in der viele Marken aus dem A-Segment „flüchten“, geht Dacia bewusst den umgekehrten Weg – und startet dabei gleich mit einem 100% elektrischen Modell.

Vielseitig und günstig hat der Spring mehr zu bieten als nur einen „Kampfpreis“. Er ist eine Option, die man im Blick behalten sollte, vor allem für alle, die sich überwiegend im urbanen und suburbanen Umfeld bewegen.

Doch dabei bleibt es nicht. Wie ich bei diesem ersten Kontakt mit dem rumänischen Modell feststellen konnte, kann der Dacia Spring sogar aus der Stadt „ausbrechen“ – und bestätigt, ähnlich wie sein „Cousin“ Twingo Electric, dass Elektroautos (selbst die günstigsten) nicht nur für den Stadtverkehr taugen.


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