Der FIAT Panda, der inzwischen Pandina heisst und mindestens bis 2030 weiterlaufen soll, kam ursprünglich 2012 auf den Markt. Die Erlkönigfotos, die diesen Beitrag begleiten, deuten jedoch weder auf eine neue Generation noch auf ein grösseres Facelift hin.
Stattdessen zeigen sie eine neue Sonderserie mit einem ungewöhnlichen Auftrag: Sie soll einen traditionsreichen Namen der italienischen Automobilindustrie absichern – Autobianchi. Erinnern Sie sich noch an diese Marke?

Bildnachweis: Quelle Razao Automovel
Autobianchi: Herkunft, Rolle und wichtige Modelle
Autobianchi entstand 1955 aus einer Kooperation von FIAT, Bianchi und Pirelli. Über viele Jahre fungierte die Marke als eine Art Ideenwerkstatt für FIAT: klein aufgestellt, etwas edler positioniert und prädestiniert dafür, technische und konzeptionelle Lösungen im kleineren Rahmen auszuprobieren, bevor sie in volumenstarken Modellen Einzug hielten.
Ein besonders prägendes Beispiel dafür ist der Autobianchi Primula von 1964. Er lieferte das später zum Standard gewordene Rezept für Fronttriebler: vorn eingebauter Motor in Queranordnung, dazu ein seitlich angeflanschtes Getriebe – und nicht unter dem Motor, wie es beim ursprünglichen MINI umgesetzt war. Nachdem FIAT diese Lösung mit dem Primula am Markt „getestet“ hatte, wurde sie mit grossem kommerziellem Erfolg im 128 ausgerollt. Bis heute ist dies die am weitesten verbreitete mechanische Grundkonfiguration bei Fahrzeugen mit „alles vorn“.
Von den vielen Autobianchi-Modellen ist der bekannteste der A112, der 1969 vorgestellt wurde. Der Kleinwagen war sogar als Abarth-Version erhältlich – ein wichtiger Grund, weshalb er sich unter den kleinen italienischen Sportlern einen Namen machen konnte. Später wurde Autobianchi zudem mit dem Y10 verknüpft, der danach zu Lancia wechselte, bevor die Marke 1995 offiziell verschwand.
Seitdem ist Autobianchi vor allem ein Stück Industriegeschichte geblieben: Der Name war zwar geschützt, doch es gab keine neuen Modelle. Genau hier beginnt der spannendere Teil dieser Geschichte.
Die Gefahr kam vom Gesetz
In Italien können historische Marken, die mindestens fünf Jahre lang nicht genutzt werden, anfällig für staatliche Eingriffe werden. 2024 hiess es in Berichten, die italienische Regierung prüfe einen Weg, die Kontrolle über „schlafende“ Automobilmarken im Besitz von Stellantis zu übernehmen – darunter Autobianchi und Innocenti – um sie chinesischen Herstellern anzubieten, die an einer Produktion in Italien interessiert sind.
Zusammenhang: Streit zwischen Rom und Stellantis
Dieser Vorstoss entstand vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen zwischen Rom und Stellantis – noch in der Ära der Führung von Carlos Tavares –, insbesondere mit Blick auf die Fahrzeugproduktion in Italien. Aus Sicht der Regierung könnten ungenutzte Traditionsnamen als Hebel dienen, um Industrieinvestitionen anzuziehen. Für Stellantis dagegen stünde dabei ein Verlust von Erbe und geistigem Eigentum im Raum.
Um grösseren Schaden zu vermeiden, wählte Stellantis den naheliegendsten Ausweg: den Namen aktiv zu verwenden. Und am schnellsten geht das über eine Sonderedition – den FIAT Pandina Tributo Autobianchi.
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Was ändert sich beim FIAT Pandina?
Den Erlkönigbildern zufolge dürfte diese Sonderserie auf dem FIAT Pandina Cross basieren – also auf der Variante mit dem robusteren Auftritt. Der Prototyp ist noch stark getarnt, dennoch lassen Details die Richtung erkennen: auffälligere Kunststoffschutzleisten, möglicherweise spezielle Felgen sowie seitliche Schriftzüge mit der Bezeichnung Tributo Autobianchi.


Technische Änderungen sind nicht zu erwarten. Der Tributo Autobianchi dürfte beim bekannten 1.0-Mild-Hybrid-Dreizylinder mit 65 PS bleiben, gekoppelt an ein manuelles Sechsganggetriebe und Frontantrieb.
Die Abweichungen sollen sich vor allem auf Optik und Innenraum konzentrieren: Retro-Anklänge, spezifische Materialien und eine Farbpalette, die an Autobianchi erinnern soll. Es handelt sich um eine Hommage – nicht um einen echten Neustart der Marke.
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Faktisch ist der Auftrag dieses FIAT Pandina damit ungewöhnlich: Er soll die rechtliche Uhr einer verschwundenen Marke „zurücksetzen“ und sicherstellen, dass der Name Autobianchi in den Händen von Stellantis bleibt.
Alles deutet darauf hin, dass der FIAT Pandina Tributo Autobianchi noch in diesem Jahr erscheint. Offen ist allerdings, ob er ausserhalb Italiens in weiteren Märkten angeboten wird.
Spotify (Einbettung): „Diese Autos sind umstritten, aber wir mögen sie. Und ihr?“
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