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Nissan 2026: Leaf, Micra und Juke werden 100% elektrisch in Europa

Drei Nissan Elektroautos in einem hellen, modernen Showroom mit großer Fensterfront und Ladestation.

Nissan geht in das Jahr 2026 in einer heiklen Phase seiner jüngeren Unternehmensgeschichte. Nach mehreren Jahren mit schwachen Ergebnissen und einer unruhigen Führung hat der Amtsantritt des neuen CEO im Jahr 2025, Ivan Espinosa, eine weltweit angelegte Restrukturierung angestoßen. Der Prozess läuft noch, zeigt aber bereits positive Effekte.

Diese Entwicklung gibt Rückenwind, um nicht nur weiterzumachen, sondern auch zu beschleunigen. Der japanische Hersteller setzt als klassische Reaktion auf Druck auf die Offensive – und zwar über neue Produkte. Für den europäischen Markt bedeutet das: drei neue Modelle, die zu 100% elektrisch sind.

Der Vorstoß stützt sich auf vertraute, etablierte Namen, kombiniert mit einem klaren Kurswechsel: Leaf, Micra und Juke treten künftig alle im gleichen elektrischen Spielfeld an. Drei unterschiedliche Segmente, eine gemeinsame technische Basis und ein Ziel: wieder mehr Relevanz in einem Markt zu gewinnen, in dem Elektroautos längst kein Nischenthema mehr sind, sondern einen stetig wachsenden Anteil ausmachen.

Leaf erfindet sich neu und wird ambitionierter

Der neue Nissan Leaf steht für eine wichtige Zäsur. Das Modell, das 2010 dabei half, das Elektroauto zu popularisieren, kehrt 2026 mit einer deutlich veränderten Rolle zurück: Statt als kompakte Limousine tritt er nun als Crossover mit kräftiger wirkenden – und zugleich aerodynamischen – Linien auf, passend zum aktuellen europäischen Geschmack. Damit ist es nicht einfach die nächste Generation, sondern der Versuch, einen historischen Namen in einem viel härteren Wettbewerbsumfeld neu zu positionieren.

In Portugal kommt er in diesem ersten Quartal mit zwei Leistungsstufen – 130 kW (177 cv) und 160 kW (218 cv) – sowie zwei Batterien mit 52 kWh und 75 kWh. Genannt werden Reichweiten von bis zu 436 km bzw. 622 km (WLTP).

Preise stehen noch nicht fest, aber wir konnten die dritte Generation des Elektro-Nissan bereits fahren:

Der erste Micra, der jemals zu 100% elektrisch ist

Auch den neuen Nissan Micra konnten wir bereits live sehen (siehe Video unten). Ein weiterer traditionsreicher Modellname der Marke wird in dieser Generation vollständig elektrisch – und dient (vorerst) als Einstieg in Nissans Elektromobilität in Europa.

Technisch basiert er auf derselben Plattform wie der Renault 5, mit dem er praktisch alles teilt. Optisch grenzt er sich jedoch über eine eigenständige Front und ein anderes Heck ab und geht nicht den einfachsten Weg reiner Nostalgie – auch wenn Nissan den Einfluss der dritten Generation (K12) nicht verhehlt. Er nutzt Motoren mit 90 kW (122 cv) und 110 kW (150 cv) sowie Batterien mit 40 kWh und 52 kWh – komplett identisch zum „französischen Cousin“ – und kommt damit auf Reichweiten zwischen 310 km und 419 km (WLTP).

Der Marktstart des Nissan Micra steht ebenfalls kurz bevor; Bestellungen sind bereits möglich, die Preise beginnen bei 27 750 euros.

Der elektrische Juke ist das letzte noch fehlende Element der Offensive

Der dritte Baustein dieser Offensive wird der neue Nissan Juke 100% elektrisch. Offiziell gezeigt wurde er noch nicht, und die Aufgabe ist anspruchsvoll: Mittelfristig soll er eines der prägenden Nissan-Modelle dieses Jahrhunderts in Europa ersetzen – dann ohne Verbrennungsmotor.

Vieles spricht dafür, dass er seinen eigenwilligen, auffälligen Look beibehält, jedoch mit einer speziell für Elektroantriebe ausgelegten Basis. Welche das ist, ist bereits bekannt: die AmpR Medium, die auch beim neuen Leaf eingesetzt wird. Erwartet wird, dass beide Modelle den Großteil ihrer Komponenten teilen, einschließlich der Batterien. Bestätigte technische Daten oder einen konkreten Starttermin gibt es noch nicht – außer der Zusage, dass er 2026 kommt.

Parallel dazu bleibt 2026 für Nissan weiterhin vom laufenden Restrukturierungsprozess geprägt. Der Hersteller senkt Kosten, strafft seine Werke und justiert Prioritäten – in Europa ebenso wie weltweit. Die Logik dahinter ist klar: weniger Streuung, mehr Fokus auf Schlüsselmärkte und Produkte mit Skaleneffekt.

Darüber hinaus will Nissan 2026 in anderen Weltregionen deutlich mehr Neuheiten vorstellen – von reinen Verbrennern bis zu 100% elektrischen Modellen. Der Ansatz soll dabei stärker regional als global sein und damit die Entwicklung der Automobilindustrie der letzten Jahre widerspiegeln: reagieren auf spezifische Vorlieben und Bedürfnisse sowie auf das geopolitische Umfeld.

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