Die beeindruckende Audi RS 6 GTO, die auf den Bildern zu sehen ist, stammt von einem Team von Auszubildenden im Audi-Werk Neckarsulm. Das Projekt stand unter der Leitung von Audis Designchef Marc Lichte – und wie zu erwarten ist, ist kein Serienstart vorgesehen.
Projekt aus Neckarsulm unter Marc Lichte
Dass es sich um ein reines Showcar handelt, passt zur Entstehungsgeschichte: Ein Azubi-Team konnte sich hier gestalterisch austoben, ohne dass daraus zwangsläufig eine Edition für Kundinnen und Kunden werden muss.
Technische Basis: RS 6 Avant mit 600 PS und 800 Nm
Schon der Name macht deutlich, worauf das Einzelstück aufbaut: Die RS 6 GTO nutzt die ohnehin optisch kräftig auftretende RS 6 Avant als Grundlage. Da zu den Fotos keine zusätzlichen technischen Daten veröffentlicht wurden, liegt die Annahme nahe, dass unter dem neuen Outfit die bekannten Werte des Serienmodells stecken.
Heisst konkret: 600 PS und 800 Nm, bereitgestellt von einem 4,0-l-V8-Twin-Turbo, kombiniert mit quattro-Allradantrieb und einer Achtgang-Automatik.
Hommage an den Audi 90 quattro IMSA GTO (1989)
Die auffällige Verkleidung der RS 6 GTO ist als Verneigung vor einem echten Rundstrecken-Biest gedacht: dem Audi 90 quattro IMSA GTO, der 1989 in der gleichnamigen Serie antrat – mit verheerenden Folgen … allerdings für die Konkurrenz.
Obwohl der 90 quattro IMSA GTO nicht bei allen Läufen der Saison am Start war, trat er dennoch als dominierende Kraft auf und brachte Audi in jenem Jahr den zweiten Platz in der Meisterschaft. Ein Fahrzeug, das Razão Automóvel bereits ausführlicher beleuchtet hat. Erinnere dich an diese Worte:
Design-Details mit klarer IMSA-DNA
Zurück zur RS 6 GTO: Die Verwandtschaft zum 90 quattro IMSA GTO ist unübersehbar. Sie beginnt bei der Aussenlackierung und reicht bis zu den riesigen, weissen Radabdeckungen, dazwischen: ein grosszügiger roter Heckspoiler sowie seitliche Auspuffendrohre im Stil des 90 quattro – ob sie tatsächlich funktional sind?
Auch die Front der RS 6 Avant, die ohnehin schon auf optische Aggressivität setzt, wirkt hier noch schärfer: Singleframe und die unteren Lufteinlässe erscheinen nahezu zu einer einzigen, grossen Öffnung zusammengezogen.
Innenraum: Zweisitzer statt Familienkombi
Im Interieur ist endgültig Schluss mit dem Gedanken an Familie und Katze: Platz gibt es nur noch für Fahrer und Beifahrer, die in zwei Schalensitzen sitzen. Die Rückbank wurde entfernt; stattdessen zieht sich eine massive Roll Cage-Konstruktion durch den Innenraum.
Keine Serie, aber ein öffentlicher Auftritt
Wie eingangs erwähnt, soll diese kompromisslose Kreation nicht als Sondermodell oder limitierte Auflage erscheinen. Audi wird die RS 6 GTO jedoch bei einer kommenden Veranstaltung öffentlich präsentieren.
Nach dem Audi TT RS 40 years of quattro – einer Sonderedition ausschliesslich für Deutschland – ist die RS 6 GTO bereits das zweite Modell im Rahmen der Feierlichkeiten zu 40 Jahren quattro bei Audi. Hier bleibt die Hoffnung, dass Audi nach dem Anblick dieser RS 6 GTO auch noch jenes quattro-Monster würdigt, vor dem sich viele bis heute respektvoll verneigen: den Audi Sport Quattro S1.
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