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Chevrolet Captiva mit 2.2-Liter VCDi im Test

Weißer Chevrolet SUV fährt auf einer Landstraße bei sonnigem Wetter mit grünem Bewuchs im Hintergrund.

Chevrolet weiss, wen die Marke anspricht: Menschen, die für ihr Geld möglichst viel Auto wollen. Genau deshalb traf die erste Generation des Captiva einen Nerv. Er war gross – gross im Sinne von sieben Sitzen –, preislich attraktiv und optisch durchaus ansehnlich. Klar, ganz ohne rustikale Details ging es nicht, und als Glanzstück in irgendeiner Disziplin konnte man ihn kaum bezeichnen. Unterm Strich war er aber solide – und verkaufte sich entsprechend ordentlich, sogar besser als sein Technik-Bruder, der Vauxhall Antara.

Neuer 2.2-Liter VCDi im Chevrolet Captiva: Leistung und Verbrauch

Heute wirkt der Captiva deutlich aufgewertet – nicht nur ein bisschen, sondern spürbar. Dreh- und Angelpunkt ist der neue 2.2-Liter VCDi. Er löst den bisherigen 148bhp starken 2.0-Liter ab und wird in zwei Leistungsstufen angeboten: 161bhp (120 kW) oder 181bhp (135 kW). Wir waren mit der stärkeren Variante unterwegs; sie kombiniert die 181bhp mit 295lb ft Drehmoment (rund 400 Nm).

Damit schrumpft der Sprint auf 0–60 mph (0–96 km/h) auf 9.3secs – fast zwei Sekunden schneller als zuvor. Gleichzeitig arbeitet der Motor sauberer und effizienter: Ein kombinierter Wert von 42.8 mpg (etwa 6,6 l/100 km) passt in dieser Klasse ins Bild.

Getriebe und Laufkultur: weniger Krawall, mehr Gelassenheit

Auch im Alltag überzeugt das Aggregat mehr als der Vorgänger. Beim alten Motor fanden das Klappern und Dröhnen bei uns nie grossen Anklang; der neue läuft kultivierter und liefert – wie es sich für einen Diesel gehört – schon unten herum kräftig ab.

Zudem muss man ihn kaum quälen, denn statt der früheren Fünfgang-Getriebe sind nun Sechsgang-Handschaltung und Sechsgang-Automatik an Bord. Lässt man den Motor zwischen 2,000–3,000rpm vor sich hin arbeiten, fühlt er sich am wohlsten.

Fahrwerk und Sicherheit: straffer abgestimmt, gut abgesichert

Das alles klingt nach einer klaren Verbesserung – und die gibt es auch beim Fahrwerk: Die Aufhängung wurde deutlich überarbeitet, mit strafferen Federn, um das Strassenverhalten des Captiva präziser zu machen. Das funktioniert, hat aber eine Kehrseite: Für ein Auto dieser Klasse dürfte der Komfort gelassener ausfallen, und insgesamt bleibt das Fahrerlebnis weiterhin eher unaufgeregt.

An der Sicherheitsausstattung gibt es dagegen nichts auszusetzen. Serienmässig bringt der Captiva eine ganze Buchstabensuppe an Helfern mit: TCS, BAS, ESC, HAS – also Traktionskontrolle, Bremsassistent, Stabilitätskontrolle und Berganfahrhilfe. Für viele Käufer dieser Fahrzeugkategorie zählt so ein Paket vermutlich mehr als die Tatsache, dass das Handling lediglich ein wenig handlicher geworden ist.

Design, Innenraum und Ausstattung

Optisch kann man den Captiva durchaus mögen: Der riesige neue Kühlergrill, die neu geformte Motorhaube und die grösseren Räder lassen ihn stattlich wirken. Weniger erfreulich ist, dass im Innenraum weiterhin der Eindruck von eher dünnwandigen Kunststoffen mitschwingt.

Dafür stimmen die praktischen Seiten: Es gibt ordentliche Ablagen, die Sitze lassen sich ohne Theater umklappen, und die Serienausstattung fällt umfangreich aus – inklusive Bluetooth und einem Anschluss für den iPod.

Preis-Leistungs-Verhältnis und Konkurrenz

Traditionell war die grosse Stärke des Captiva allerdings sein Gegenwert fürs Geld. Umso erstaunlicher ist die Rechnung beim von uns gefahrenen Topmodell: Ein LTZ steht mit £30,295 in der Liste – das ist Geld auf Freelander- und X3-Niveau. Der vergleichbar ausgestattete Hyundai Santa Fe, der als natürlichster Rivale gilt, kostet £24,630 – also £5,665 weniger. Vielleicht kennt Chevrolet seine Zielgruppe am Ende doch nicht ganz so gut …

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