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Facelift: Mazda 3 MPS im Test

Weißer Mazda 3 fährt auf Landstraße mit verschwommenem, grünem Hintergrund bei bewölktem Himmel.

Dies ist der geliftete Mazda 3 MPS. Und er hat Sitzheizung. Was ein bisschen überflüssig wirkt – denn es ist gut möglich, dass du dir die nötige Wärme ganz unfreiwillig selbst erzeugst.

Facelift des Mazda 3 MPS: mehr als nur Sitzheizung

Daran liegt nicht einfach nur die nackte Geschwindigkeit. Auslöser sind eher die Eigenheiten, die jeder kennt, der den 260bhp starken MPS mit Frontantrieb schon einmal gefahren hat: eine spürbare Weigerung, Richtungs- oder Tempowechsel wirklich gelassen mitzumachen.

Das ist natürlich keine Neuigkeit. Der MPS war schon immer ein Auto, das man fest im Griff haben muss. Obwohl er 0-62mph in 6.1 Sekunden schafft (entspricht etwa 0–100 km/h), landet schlicht zu viel Leistung an den Vorderrädern. Konkret sind es 256bhp aus einem 2.3-litre turbocharged four cylinder.

In der neuesten Ausführung – dem gelifteten Modell der zweiten Generation, das in Grossbritannien Anfang nächsten Jahres aufschlägt – hat Mazda alles darangesetzt, diese grossen Zahlen in etwas anderes zu verwandeln als nur Krawall und Reifenqualm. Die Karosserie ist steifer, die Aerodynamik wurde verbessert, und die Dämpfer sind neu abgestimmt – ausdrücklich mit Blick auf europäische Strassen.

Fahrverhalten: viel Kraft, wenig Gelassenheit

Nur: Viel geändert hat das offenbar nicht. Sobald der Motor 3000rpm erreicht (vorher passiert nicht besonders viel), musst du einen Teil der Kontrolle abgeben. Ganz wie beim Vorgänger.

Erstens zieht er heftig in der Lenkung – ein massives Drehmomentlenken. Vielleicht, weil eben 280lb ft anliegen. Dann kommt das Untersteuern: Selbst mit eingeschalteter Traktionskontrolle bekommst du gerade genug Schlupf, um dich unangenehm nah an den nächsten Graben zu manövrieren. Und schliesslich ist da die Spurrillenempfindlichkeit. Viel, sehr viel Spurrillenempfindlichkeit. Unterm Strich krallt er sich die Strasse nach seinen eigenen, ziemlich psychotischen Regeln.

Alltag und Innenraum: erstaunlich erwachsen

Aber: Wenn du ihn nicht wie ein Affe prügelst, benimmt er sich tatsächlich recht gefasst. Weil er „der Sportliche“ ist, sitzt das Fahrwerk etwas tiefer und wurde straffer gemacht – trotzdem federt er sauber ab. Die Sitze sind vergleichsweise bequem, und es gibt Platz für vier echte Erwachsene.

Dazu kommen nüchterne schwarze Kunststoffe, die sich allesamt erstaunlich solide anfühlen, sowie ein schickes Bose-Soundsystem – beides wirkt fast unpassend erwachsen.

Optik: dezent verändert, innerlich weiterhin wild

Auch optisch gibt er sich ziemlich respektabel. Die sichtbaren Unterschiede zum normalen 3 beschränken sich auf einen Lufteinlass auf der Motorhaube, 18-inch wheels, ein paar Chromringe um die Nebelscheinwerfer, einen etwas grösseren Heckspoiler und einen eher konzeptartig wirkenden Grill mit Lamellen.

Nur ist er eben nicht respektabel. Er ist leicht furchteinflössend – und genau das macht ihn wiederum ziemlich reizvoll. Klar: Er ist nicht fein darauf getrimmt, am Nürburgring Rundenrekorde zu zerschlagen, und auf der Rennstrecke dürfte er eher hoffnungslos sein. Dafür erledigt er den langweiligen Alltag hervorragend, du siehst am Steuer nicht wie ein Depp aus, und er hat genug Power, um dich ans Einnässen denken zu lassen. Wirklich empfehlen können wir ihn in dieser Hot-Hatch-Ära aus Corsa VXR Nürburgrings und Clio 200s zwar nicht – aber wir würden dir auch keinen Vorwurf machen, wenn du es trotzdem tust.

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