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Citroën AX GTI: Eine sehr persönliche Hommage

Roter Citroën Limousine der 1990er Jahre im Ausstellungsraum vor weißer Wand mit technischer Zeichnung.

Bevor ich überhaupt anfange, über den fantastischen, unvergleichlichen und schlicht einzigartigen Citroën AX GTI zu schreiben, muss ich eines offenlegen: Diese Betrachtung wird nicht neutral sein. Das war wohl ohnehin schon klar, oder?

Unparteiisch kann sie allein deshalb nicht sein, weil mir dieses Modell sehr viel bedeutet – es war mein erstes Auto. Und wie man weiss: Das erste Auto behält man im Herzen. Es ist der Wagen, in dem viele von uns zum ersten Mal ein bisschen von allem erleben – und manchmal eben sogar ein bisschen zu viel … Doch hier geht es um den Citroën AX, nicht um meine Erinnerungen. Wobei ich das auf Wunsch durchaus auch könnte.

Zurück zum Citroën AX: Ob als GTI oder als GT – beide Versionen hatten ihren ganz eigenen Reiz. Der kleine Franzose erarbeitete sich den Ruf, schnell zu sein (sehr schnell …), gleichzeitig aber auch ein empfindliches Heck zu haben. Die Unvorsichtigen sprachen von einer gewissen Hinterhältigkeit. Ein Makel, der in Wahrheit nichts anderes als eine missverstandene Tugend war.

Der Citroën AX GTI – und ganz besonders der GT – drehte sich um die Hinterachse wie kaum ein anderer. Im Kern ging es um eine bemerkenswert feine Neigung zum Übersteuern, wenn man in der Kurve den Vorderwagen beim Einlenken zu sehr belastete. Wer ihn herausforderte, bekam dafür reichlich heisse Momente serviert. Einen ähnlichen Charakter findet man höchstens bei einigen neueren Fronttrieblern mit sportlichem Anspruch.

Vorder- und Hinterachse arbeiteten zusammen, um eine Kurve in einem beinahe poetisch linearen Zug zu zeichnen – begleitet von Zutaten wie dem Geruch nach verbranntem Gummi, spürbaren G-Kräften und einer grossen Portion Spass. Und, das muss man sagen: Dieser Teller wurde stets grosszügig gefüllt.

Gerade auf einer Bergstrasse merkte man sofort, dass der Citroën AX GT/GTI dort zuhause war. Natürlich lief nicht immer alles nach Plan. Tatsächlich wurde es am absoluten Limit kompliziert.

Obwohl er im Wesentlichen die gleiche fahrdynamische Basis mit dem Peugeot 106 GTI teilte – der erst einige Jahre später erscheinen sollte –, hatte der Citroën AX GTI einen kürzeren Radstand als sein Gelegenheitsbruder. Was auf verwinkelten Strecken ein Vorteil war, wurde in schnellen Kurven mit weniger Auflagekraft schnell zum Nachteil.

Genau dort zeigte sich: Die zuvor „freche“ Stabilität des kleinen Franzosen konnte in ein übernervöses Temperament kippen. Doch wie ich schon schrieb – je verschlungener die Strasse, desto wohler fühlte er sich.

Gut ausgestattet und zuverlässig

Gemessen an seiner Zeit fiel die Ausstattung ziemlich vollständig aus. In der GTI-Exclusive-Version durfte man sogar mit feinen Ledersitzen rechnen, die auch Teile der Türen bezogen – und natürlich mit den grossartigen Sitzen, die dieses Modell prägten.

Dieser Hauch von Luxus lebte allerdings neben Lösungen, die eher nach Sparsamkeit als nach Opulenz aussahen. So bestand die Heckklappe statt aus Blech lediglich aus einem Fiberglas-Teil, das am Heckfenster „befestigt“ war. Bis heute rede ich mir gern ein, das sei vor allem eine Massnahme zur Gewichtsersparnis gewesen – und damit ein Versuch, das Auto besser zu machen, nicht bloss billiger. Tief drin weiss ich allerdings, dass das nicht stimmt …

Unterm Strich war die Verarbeitungsqualität nicht die grosse Stärke des Citroën AX. Dennoch war sie auch kein echtes Problem – ernsthafte Zuverlässigkeitsmängel sind beim kleinen Franzosen nicht wirklich bekannt. Im Gegenteil: Er war ein echtes Arbeitstier.

Federleichtes Gewicht

Diese Zuverlässigkeit gründete sich auf die durchgängige Einfachheit des Konzepts – und genau das spiegelte sich im Gesamtgewicht wider: magere 795 kg beim GTI und extrem schlanke 715 kg beim GT. Der Unterschied war so deutlich, dass der schwächere GT beim Sprint von 0 auf 100 km/h mit dem stärkeren GTI mithalten konnte.

Im Citroën AX GTI arbeitete ein grossartiger Vierzylinder-Reihenmotor mit 1360 cm³ und 100 PS bei 6600 U/min (95 PS nach dem Einbau eines Katalysators). Die „simplere“ AX-Variante, der GT, nutzte eine „bescheidenere“ Ausführung desselben Aggregats: mit Doppelvergasern leistete er ordentliche 85 PS, die mit der Einführung der elektronischen Einspritzung auf 75 PS sanken.

Ein Leistungsgewicht genau nach dem Geschmack der ganz Eiligen – und es schob den kleinen Franzosen bis knapp an 200 km/h.

Traktionskontrolle, Stabilitätsprogramme und ähnliche Helferlein waren damals – wie bekannt – Stoff aus Science-Fiction-Filmen. Es gab nur zwei Optionen: Entweder man war der Situation gewachsen, oder man gab besser an jemand anderen ab. Anders gesagt: Man konnte das Lenkrad gleich loslassen …

So war er also, der kleine AX GTI/GT: ein kompakter, unterhaltsamer und treuer Begleiter für verwinkelte Strassen – und für andere Arten von Exzessen.

Eine Fahrschule wie kaum eine zweite, in der es eine echte Verbindung zwischen Mensch und Maschine gab und in der man (manchmal …) spürte, wie alle Teile des Puzzles im Gleichklang arbeiteten. Der Motor war dort vorn permanent präsent – vielleicht wegen der mässigen Dämmung im Innenraum, vielleicht auch, um jene zu erfreuen, die ein etwas temperamentvolleres Gehör haben.

Wie auch immer: Nichts kommt dem ersten Liebe gleich, nicht wahr?


Über „Glorias do Passado.“: Das ist die Rubrik von Razão Automóvel, die sich Modellen und Versionen widmet, die in irgendeiner Weise herausstachen. Wir erinnern uns gern an die Maschinen, die uns einst haben träumen lassen. Komm mit auf diese Zeitreise – hier bei Razão Automóvel.

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