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Ford Fiesta Zetec S mit Mountune: 118bhp auf 138bhp – mehr Krawall als Tempo

Weißer Ford Fiesta fährt auf Landstraße bei bewölktem Himmel, gelbe Akzente an Spiegeln und Reifen.

Fiesta ST: Aus und vorbei

Der Fiesta ST ist Geschichte. Laut Ford ist er schlicht zu sehr Nischenprodukt – und „ausserhalb des UK interessiert sich niemand für heisse kleine Kleinstwagen“. Für die kleine Minderheit, die am Hot-Hatch-Haken hängt, ist das eine ernüchternde Nachricht: Der neue Fiesta hat ein hervorragendes Fahrwerk, und mit etwas mehr Leistung als den 118bhp des stärksten 1,6-Liter-Motors könnte daraus ein richtig schneller Flitzer werden.

Mountune (Roush) macht aus 118bhp ganze 138bhp

An dieser Stelle kommt Mountune ins Spiel – Fords offizieller Tuning-Ableger, in den USA eher unter dem Namen Roush bekannt. Sie nehmen dir einen Fiesta Zetec S mit 118bhp ab und heben ihn im Tausch gegen rund £1,300 auf kräftigere 138bhp. Möglich wird das durch eine grosse neue Abgasanlage und etliche Anpassungen an der ECU.

Das Ganze soll die Garantie nicht kippen. Dafür verwandelt es deinen Fiesta in einen lauten kleinen Rowdy: ein hustendes, schnaubendes, räusperndes Biest, mit dem du von Ampel zu T-Kreuzung eher auf Zehenspitzen rollst – Kapuzenpulli tief ins Gesicht, Schirmmütze fest, Blick starr nach vorn – und die missbilligenden Kopfschüttler der gerade erst ertaubten Moralwächter aus der Vorstadt konsequent ignorierst.

Klang ohne Zurückhaltung

Dezent ist dieses Auto akustisch jedenfalls nicht. Also gut: Dann kann man das Gaspedal auch gleich vergraben, ihn bis 4,000rpm hochdrehen und den heulenden, satten Schrei eines dick verrohrten, frei atmenden Vierzylinders geniessen, der bis an den Begrenzer prügelt. Das klingt wirklich stark.

Tempo, 0-60mph und das Problem mit dem Drehmoment

Nur leider passt das Tempo nicht so recht zu dem ganzen Gebrüll. Zwar nimmt das Mountune-Paket dem Fiesta zwei Sekunden bei 0-60mph (0–97 km/h) ab und drückt die Zeit auf 7.9 seconds, doch zu den echten heissen Kleinstwagen – den Renaultsport Clios und den Corsa VXRs – fehlt weiterhin deutlich etwas.

Selbst der Mountune-Fiesta der letzten Generation, aufgebaut auf dem 150bhp Fiesta ST, brachte es auf 180bhp. Dieses neuere, grössere Auto liegt damit ganze 42bhp darunter. Der Kern des Problems ist die fast schon schmerzhafte Drehmomentarmut des frei saugenden Motors: In den unvermeidlichen Ampelduellen hängst du zunächst fest, bis der Fiesta oben im Drehzahlband irgendwann in eine hektische, peitschende Wut verfällt.

Und selbst dann reicht das Tempo kaum, um das Fahrwerk wirklich auszunutzen. Egal wie sehr du den Mountune trittst – er fühlt sich schlicht nicht besonders schnell an. Schön ausbalanciert, ja. Einen Tick rotziger als ein normaler Fiesta, ja. Aber eben nicht lustig genug, um als echter heisser Hot Hatch durchzugehen.

Vernunft: warm statt heiss

Natürlich ist an „warmen“ statt „heissen“ Kleinwagen nichts auszusetzen. Mit etwas Distanz betrachtet ergibt der Mountune sogar reichlich Sinn: Beim Verbrauch oder bei den Emissionen ist er nicht schlechter als ein Fiesta Zetec S ohne Mountune, und wenn man Fords Angebote nutzt, soll auch die Versicherung nicht teurer sein.

Nur macht Mountune akustisch und vom Auftreten her derart viel Wirbel um die Leistungsansprüche, dass er eigentlich schneller sein müsste, als er ist. Am Ende also: mehr Krawall als Rakete.

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