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Fischer in Póvoa de Varzim starten in die Sardinen-Saison – 2000 Euro mehr Treibstoff pro Woche

Fischer entlädt frischen Fisch aus blauen Kisten am Hafen, im Hintergrund Boote und Möwen über dem Meer.

In Póvoa de Varzim ist für den Start der Sardinen-Saison an diesem Montag alles vorbereitet – trotzdem rechnen die Fischer damit, pro Woche 2000 Euro mehr für Treibstoff ausgeben zu müssen.

Vorbereitungen im Hafen von Póvoa de Varzim

Im Fischereihafen herrschte in den vergangenen Tagen Hochbetrieb: Boote wurden klar gemacht, die letzten Netze geflickt, Ausrüstung an Bord gebracht und jede Kleinigkeit kontrolliert. Die Nervosität ist spürbar, denn für die Ringwadenflotte lagen fünf Monate lang viele Schiffe am Kai. Für die meisten Betriebe macht die Sardine 70 bis 80 % des Jahresumsatzes aus.

Carlos Cruz, Präsident der Apropesca – Organização de Produtores da Pesca Artesanal, blickt auf den Hafen, der noch immer voller Boote ist, die auf den „großen Tag“ warten. Dabei sagt er lächelnd: „Wenn die Sardine schön fett ist, werden wir ein S. João und ein S. Pedro wie aus dem Bilderbuch haben.“

Wie hart die lange Pause ist, beschreibt César Cunha, Skipper der „Pai Eterno“: „Niemand hält es aus, fünf Monate im Jahr zu Hause zu sein. Das ist sehr kompliziert. Wir verdienen nur sieben Monate, aber die Rechnungen laufen das ganze Jahr.“ Allein auf seinem Schiff arbeiten 23 Crewmitglieder – 23 Familien.

Auch Pedro Santos, Skipper der „S. Pedro Pescador“, erinnert an die jüngste Saison: „Letztes Jahr war eines der besten Sardinenjahre, und wir hatten Glück, dass auch etwas biqueirão aufgetaucht ist. Dieses Jahr haben wir wegen der Stürme die besten biqueirão-Monate (Januar und Februar) verloren, und es waren fünf Monate zu Hause.“

Biqueirão als Ergänzung – die Sardine bleibt die wichtigste Einnahmequelle

Biqueirão ist ein kleiner, bläulich schimmernder Fisch mit kräftigem Geschmack und dient als Rohstoff für Anchovis-Konserven. In Spanien ist er besonders als Tapas beliebt – gegessen wird er etwa frittiert oder in Essig mariniert. In der Auktion (Lota) liegt der Preis bei etwa drei Euro.

Doch verlässlich ist dieser Fang nicht: Biqueirão „taucht nicht immer auf“, und genau deshalb bleibt die Sardine für viele die „große Einnahmequelle“.

Rechnungen ohne Schonzeit

César Cunha hält das derzeitige Modell für unausgewogen und schlägt vor: „Sie sollten uns ein bisschen mehr Quote geben und im Januar und Februar arbeiten lassen. Danach würden wir drei Monate Schonzeit machen [Pause zum Schutz des Bestands während der Fortpflanzung].“

Während der fünf Monate Stillstand gingen die Besatzungen „in den Arbeitslosenfonds“ – das Geld ist jedoch knapp und reicht nicht immer, um laufende Kosten zu decken. Viele weichen auf andere Schiffe aus, und dadurch wird es „schwierig, eine Crew zu halten“. Auf der Seite der Eigner laufen derweil Versicherungen, Wartung, Netze und Buchhaltung weiter – und, wie es im Hafen heisst: „Die Rechnungen machen keine Schonzeit.“

Trotzdem bleibt für viele, die vom Meer leben, nur Durchhalten: Fünf Monate an Land zu verbringen sei „sehr schwierig“, sagt man – aber man müsse „Hoffnung haben“. In diesem Jahr eröffnen die Zertifizierung und höhere Preise der Konservenindustrie bessere Aussichten für die Kampagne.

Pedro Santos betont, was die Verträge mit den Konservenfabriken praktisch bedeuten: „Für uns sind die Verträge [mit den Konservenfabriken] eine Verkaufsgarantie, und mit einem von vornherein gesicherten Käufer steigen die Preise in der Auktion ein bisschen mehr.“

Gleichzeitig wächst die Sorge wegen der Dieselpreise. Mit startklarer Crew und ausgerüstetem Schiff bringt er es auf den Punkt: „Wir müssen wirklich Umsatz machen, sonst verdienen wir nicht einmal die Ausgaben.“

Carlos Cruz verweist auf den Sprung bei den Kosten seit dem Stopp im Dezember: „Seit wir im Dezember angehalten haben, ist der Diesel [grün] um 50 Cent pro Liter gestiegen. Das ist sehr viel Geld.“ César Cunha überschlägt direkt: „Ich verbrauche 5000 Liter pro Woche. Das sind 2000 Euro mehr für Treibstoff pro Woche!“

Die Regierung habe Unterstützung zugesagt, doch Carlos Cruz kritisiert die konkrete Ausgestaltung: „Am Ende sind es nur 10 Cent pro Liter, und man muss einen Antrag stellen.“ Für ihn ist das „ein Tropfen auf den heißen Stein“, und er fragt angesichts der Bürokratie: „Und wann kommt das Geld dann?“ Sein Fazit: Es sollte als direkter Rabatt gewährt werden.

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