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Volvo C30 Facelift mit Sportfahrwerk im Test

Orangefarbener Volvo C30 fährt auf einer Straße bei klarem Himmel, Rückansicht.

Volvo möchte, dass man beim Namen Volvo nicht mehr automatisch an grosse, kantige Familienkombis denkt. Zugegeben: Das wirkt ein bisschen so, als würde sich Hugh Grant darüber beklagen, dass man ihn nur als geschniegelt-feinen Herrn in Erinnerung hat – aber lassen wir das hier einmal durchgehen. Wenn es nach Volvo geht, sollen einem bei Volvo eher jugendlich-quirlige Dinge einfallen: PlayBoxes, Heelies und Jedward. Und eben dieser geliftete C30 – mit seiner neu gezeichneten, spitzeren Front, deutlich grösseren Scheinwerfern und optionalen weissen Felgen.

So jugendlich und lebhaft wir natürlich sind, geben wir gern zu: Das Ganze sieht wirklich richtig gut aus. Den kleinsten Volvo mochten wir schon lange – wegen des bauchigen, gläsernen Hecks und der niedlichen Coupé-Linien. Das Facelift schärft den Auftritt spürbar und rückt den C30 optisch näher an den in Kürze startenden neuen S60.

Optisches Facelift am Volvo C30: Front und Heck im neuen Look

Keine Sorge: Die charmante kleine Glasheckklappe bleibt. Neu ist jedoch, dass sie nun über einer frisch gestalteten hinteren Schürze sitzt. Man kann es mit der Ausstattung allerdings auch übertreiben – kontrastierende Seitenschweller und verchromte Einfassungen der Nebelleuchten, jemand? – dann wirkt der C30 schnell ein bisschen nach Toys'R'Us. Hält man den Look dagegen dezent, steht da ein ausgesprochen attraktives Auto.

Neues Sportfahrwerk: 10 mm tiefer (ausser beim „DRIVe“-Diesel)

Die eigentliche Nachricht – die Volvo ganz offensichtlich als Köder für die jugendlich-quirligen Jedward-Typen auslegt – ist das neue Sportfahrwerk. Es ist für jeden C30 erhältlich, mit einer Ausnahme: dem knallgrünen „DRIVe“-Diesel. Mit dem Sportfahrwerk steht der Wagen dank anderer Federn 10 mm tiefer, ausserdem wurden Dämpfer und Stabilisatoren straffer ausgelegt.

Fahreindruck: etwas schärfer, aber weiterhin angenehm „Volvo“

Und was bringt das? Im Kern genau das, was wir schon vom XC60 R-Design kennen. Der C30 mit Sport-Abstimmung wirkt tatsächlich präziser als sein Vorgänger – allerdings nur in kleinen Schritten. Gegenüber einem Honda Civic, oder selbst einem Astra, bleibt er deutlich gelassener, deutlich mehr … „Volvo“. Er fühlt sich – und das ist ausdrücklich positiv gemeint – wesentlich eher nach GrosserQuadratischerFamilienKombi als nach QuirligesHeelieJedward an.

Das ist keineswegs als Kritik gemeint, im Gegenteil. Wir waren mit dem 2,0-Liter-Diesel unterwegs. Der klingt zwar im Vergleich zu BMWs aktueller Generation von Vierzylindern etwas rauer, vermittelt aber ein echtes Oberklasse-Gefühl: langbeinig, entspannt, fast schon loungig. Selbst wer den 225 PS starken „T5“-Benziner wählt und dazu das Sportfahrwerk – also den gleichen Motor, der auch im Focus ST steckt – wird als echter Hot-Hatch-Sucher den C30 dennoch als zu weich empfinden.

Volvo hat sich allerdings nie mit den Deutschen auf das Wettrüsten eingelassen, das in immer grössere Räder und immer unnachgiebigere Federung mündet – bis hin zur „gegenseitig zugesicherten Vernichtung“. Und wenn Saabs demnächst womöglich mit offenen Schaltkulissen und orange gestepptem Leder auftreten, bleibt Volvo vielleicht unser letzter verlässlicher Vertreter einer angenehm entspannten Schwedischkeit. Umso mehr macht es stutzig, wie ausdrücklich Volvo plötzlich jugendlich und sportlich wirken will. Dieser neue C30 ist wirklich gut, Volvo – aber vergesst eure Wurzeln nicht. Vor allem nicht die grossen, kantigen Familienkombis.

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