Prototypen wie das Peugeot Inception Concept oder das BMW i Vision Dee zogen auf der CES 2023 zwar die meiste Aufmerksamkeit auf sich, doch sie waren längst nicht die einzigen Neuheiten, die es dort zu sehen gab.
Im „Stellantis-Universum“ gaben neben Peugeot auch Chrysler und Ram einen Ausblick darauf, wohin die Reise künftig geht.
Mit dem Synthesis Demonstrator zeigte Chrysler, wie das Interieur kommender Modelle sowohl gestalterisch als auch technologisch aussehen könnte.
Das grösste Highlight dieses „Prototyps ohne Räder“ ist ein riesiger Bildschirm mit 94,4 cm, der sich über die gesamte Armaturentafel erstreckt.
In diesem Display stecken drei KI-basierte Technologieplattformen von Stellantis: STLA Smart Cockpit, STLA Brain und STLA AutoDrive, letzteres inklusive autonomem Fahren auf Level 3.
Ram „antwortet“ auf die Cybertruck
Während Chrysler lediglich einen Blick ins Innenleben der nächsten Fahrzeuggeneration gewährte, brachte Ram einen „vollständigen“ Prototypen seiner ersten Pick-up mit 100% Elektroantrieb mit. Damit positioniert sich die Marke als Antwort auf den Ford F-150 Lightning und auf die kommende Tesla Cybertruck, deren Produktion nach aktuellem Stand in diesem Jahr starten soll.
Die Ram 1500 Revolution BEV Concept führt einen neuen Leiterrahmen (STLA Frame) ein und setzt auf zwei Elektromotoren (je einer pro Achse), Allradlenkung sowie ein 800-V-Bordnetz. Dadurch sind Ladeleistungen von bis zu 350 kW möglich - in 10 Minuten werden 160 km Reichweite nachgeladen.
Optisch zeigt sie die für Studien typischen „Übertreibungen“, etwa 24”-Felgen. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass sie dem Serienmodell sehr nahekommt, das möglicherweise noch dieses Jahr oder Anfang des nächsten vorgestellt wird.
Im Innenraum der Ram 1500 Revolution BEV Concept stehlen zwei grosse Displays mit insgesamt 28” die Show, am meisten überrascht jedoch die Bestuhlung mit drei Sitzreihen - die dritte Reihe ist für „Notfälle“ gedacht.
Nicht vertreten auf der CES 2023 war eine weitere elektrische Pick-up, die Chevrolet Silverado EV, die zu den wichtigsten Konkurrentinnen der Ram 1500 BEV Concept zählen wird.
Mercedes-Benz setzt auf Elektrifizierung
Nachdem Mercedes-Benz 2021 auf der CES den Hyperscreen präsentiert hatte, der heute unter anderem im EQS zu finden ist, nutzte der Hersteller die Messe in diesem Jahr, um Pläne für ein weltweites Ladenetz für Elektrofahrzeuge vorzustellen - angelehnt an das Supercharger-Netz von Tesla.
Der Aufbau dieses neuen Netzes soll in Nordamerika beginnen und später nach Europa und China ausgeweitet werden. Es handelt sich nicht um ein exklusives Netz für Mercedes-Elektroautos: Auch E-Modelle anderer Marken sollen dort laden können, allerdings erhalten Fahrerinnen und Fahrer von Mercedes-Benz-Modellen einen bevorzugten Zugang zu den Ladepunkten.
Allein in Nordamerika ist für dieses Vorhaben ein Investment von einer Milliarde Euro vorgesehen. Die Summe wird im Verhältnis 50:50 zwischen Mercedes-Benz und MN8 Energy aufgeteilt.
Technologie für jeden Geschmack
Neben den Automobilmarken nutzten auch mehrere Unternehmen, die eng mit den Herstellern zusammenarbeiten, die CES 2023, um ihre neuesten Projekte zu präsentieren.
So zeigte ZF einen beheizbaren Sicherheitsgurt. Laut dem deutschen Unternehmen kann der sogenannte Heat Belt in Kombination mit Sitzheizung die Reichweite von Elektroautos in kalten Regionen um bis zu 15% steigern, weil dadurch seltener die Klimatisierung benötigt wird.
Italdesign brachte mit dem Climb-E eine autonome Kapsel für Tür-zu-Tür-Lieferungen mit. Sie kann sogar als Aufzug in urbanen Gebieten dienen und Pakete direkt in Wohnungen oder Büros in Hochhäusern bringen - das Projekt ist eine Zusammenarbeit von Italdesign, dem Aufzughersteller Schindler und der Universität Turin.
Zum Abschluss stellte Harman, die Automotive-Tochter von Samsung, mehrere Technologien vor, die voraussichtlich schon bald in unseren Autos zu finden sein werden.
Dazu zählt Harman Ready Vision, ein Head-up-Display, mit dem Harman die heute üblichen Bildschirme im Fahrzeug ersetzen möchte - ganz in der Linie dessen, was BMW mit dem i Vision Dee vorschlägt. Ebenfalls neu ist Harman Ready Care, das die Aufmerksamkeit der Fahrerin oder des Fahrers mithilfe von künstlicher Intelligenz überwacht.
Mit dem Ende einer weiteren CES 2023 bleibt damit kaum ein Zweifel: Die Tech-Messe rückt immer enger mit der Automobilindustrie „Hand in Hand“ zusammen.
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