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Ethiopian Airlines: Ungeplante Tankstopps auf der Brasilien-Route Addis Abeba – São Paulo – Buenos Aires

Mann zeigt sein Flugticket einer Flughafenmitarbeiterin am Check-in-Schalter mit Flugzeug im Hintergrund.

Ungeplante Tankstopps auf der Route Addis Abeba – São Paulo – Buenos Aires

In den vergangenen Monaten wurden die Brasilien-Operationen von Ethiopian Airlines mehrfach angepasst – vor allem durch den wiederholten Wechsel eines ungeplanten Tankstopps.

Unter den afrikanischen Fluggesellschaften mit Verbindungen nach Südamerika ist Ethiopian Airlines am stärksten vertreten und fliegt die Strecke Addis Abeba – São Paulo – Buenos Aires täglich. Seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten sind auf dieser Route jedoch erneut Zwischenstopps nötig geworden – etwas, das in der Vergangenheit bereits vereinzelt vorkam.

Auffällig ist: Der Zwischenstopp erscheint nicht im Buchungssystem der Airline. Er betrifft jedoch sämtliche Flüge, die aus Afrika kommend auf der Route eingesetzt werden – der Rückflug findet hingegen ohne diesen zusätzlichen Halt statt. Der Grund ist laut den vorliegenden Informationen pragmatisch: In Äthiopien gibt es Probleme, eine kontinuierliche Versorgung mit Flugturbinenkraftstoff (Kerosin) sicherzustellen, weshalb der Verbrauch rationiert wird.

Treibstoffrationierung und Auswirkungen der Flughöhe in Addis Abeba

In der Praxis bedeutet das, dass ein Airbus A350 oder eine Boeing 777-200LR nicht mit maximaler Treibstoffmenge in Addis Abeba startet. Hinzu kommt eine Besonderheit des Abflugorts: Addis Abeba liegt auf 2.334 Metern Höhe – mehr als doppelt so hoch wie Brasília, dessen Flughafen mit 1.066 Metern der höchstgelegene internationale Flughafen Brasiliens ist. In dieser Höhe leidet die Leistungsfähigkeit der Flugzeuge aufgrund der dünneren Luft.

Chronologie der Stopps und Einfluss des Ebola-Ausbruchs

Seit dem 10. März legt Ethiopian Airlines auf den betroffenen Flügen in Afrika einen Tankstopp ein. Zunächst erfolgte dieser in Entebbe, das die ugandische Hauptstadt Kampala bedient; dieser Halt blieb bis zum 10. April bestehen.

Vom 10. April bis zum 20. desselben Monats wurde die Strecke dann wieder regulär nonstop durchgeführt – offenbar, weil sich die Treibstofflage in Addis Abeba vorübergehend stabilisiert hatte. Ab dem Feiertag am 21. April war jedoch erneut ein technischer Stopp zum Auftanken erforderlich, diesmal in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo), am Ufer des Kongo-Flusses und südwestlich von Uganda.

Ab dem 18. Mai wurde wieder in Uganda zwischengetankt, allerdings nur bis zum 22. des Vormonats, als der Stopp erneut verlegt wurde – nun nach Yaoundé, der Hauptstadt Kameruns. Auslöser für diese letzte Änderung ist das Ebola-Virus: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählen die DR Kongo als Zentrum des Ausbruchs sowie Uganda, das mehrere bestätigte Fälle aufweist und an das Epizentrum angrenzt, zu den am stärksten betroffenen Ländern.

Kamerun hingegen steht nicht auf der Liste der Länder mit Ausbruch oder hohem Infektionsrisiko. Genau deshalb fiel die Wahl offenbar auf Yaoundé, um mögliche Einschränkungen für Passagiere zu vermeiden: Schon die reine Durchreise – selbst bei einem technischen Zwischenstopp oder einer Umsteigeverbindung – über ein von der WHO genanntes Land kann in manchen Staaten eine verpflichtende Quarantäne bei der Einreise auslösen oder sogar zu Einreiseverboten führen.

Wir haben Ethiopian Airlines mehrfach kontaktiert, um die Lage und insbesondere das fehlende Hinweisfeld zur Zwischenlandung während der Ticketbuchung zu klären. Die Fluggesellschaft hat auf diese Fragen nicht reagiert.

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