Der bisherige DS-Bestseller DS7 macht Platz für den N°7. Der französische SUV wird deutlich modernisiert und elektrifiziert sein Angebot in großem Stil. In der Top-Ausführung stellt er dabei eine Rekord-Reichweite von 740 km in Aussicht.
Unser Video-Test des DS N°7
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„Ein stark abfallendes Dach ist bei großvolumigen Fahrzeugen die beste aerodynamische Lösung“. Thierry Métroz, Designchef bei DS, begründet damit selbstbewusst die Entscheidung für eine extrem flach auslaufende Dachlinie. Er nahm damit praktisch schon eine meiner Fragen vorweg: Wie schafft der DS N°7 740 km am Stück, während der technisch identische Peugeot 3008 bereits bei 680 km schlappmacht?
Offiziell will DS seinen Neuling keineswegs als SUV-Coupé verstanden wissen. Wer den Wagen jedoch real vor sich sieht, kommt fast zum gegenteiligen Schluss. Das Heck wirkt sehr flach, die Oberkante liegt bei mir etwa auf Brusthöhe. Zusammen mit weiteren Aerodynamik-Kniffen (strömungsoptimierte Felgen, aktiv gesteuerte Kühlerjalousien, verkleideter Unterboden …) resultiert das in einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,26. Genau das sei entscheidend für „gratis Reichweite“, wie es der Designer formuliert.
DS N°7 vs. Peugeot e-3008: Warum der luxuriöse französische Cousin weiter kommt
Falls Ihnen die angekündigten 740 km der 97-kWh-Batterie (ACC, Frankreich) überdimensioniert erscheinen: Eine kleinere Option mit 74 kWh ist ebenfalls vorgesehen. Dann sinkt die Reichweite auf 543 km, und der Akku stammt vom chinesischen Anbieter BYD. Ein Dämpfer für die „Kunst des Reisens à la française“? Noch nicht: Laut Produktchef Sylvain Champomier steht ein französisches Pendant ebenfalls auf dem Plan.
Am anderen Ende der Palette sitzt die AWD-Variante. Das bedeutet Allradantrieb in Kombination mit der 97-kWh-Batterie. Die Reichweite fällt auf 679 km, dafür steigt die Leistung dank zweier E-Maschinen auf 350 PS. Und anders als die Limousine N°8 bekommt der N°7 außerdem einen Mildhybrid mit 145 PS unter die Haube. Damit sollen auch Kundinnen und Kunden abgeholt werden, die beim Umstieg auf vollelektrische Antriebe noch zögern. Ein Diesel ist hingegen nicht vorgesehen.
| Version | Standard-Reichweite | Große Reichweite | Große Reichweite AWD | Mildhybrid |
|---|---|---|---|---|
| Leistung | 230 PS | 245 PS | 350 PS | 145 PS |
| Batterie | 73 kWh | 97 kWh | 97 kWh | 0,43 kWh |
| Reichweite | 543 km | 740 km | 679 km | 1 040 km |
400V-Plattform: Der DS-Trick für schnelles Laden ohne 800V-Technik
Hinzu kommt: Eine weitere Hybrid-Version soll ebenfalls angeboten werden. Plug-in-Hybrid? Vollhybrid? Mildhybrid? Der Produktchef lässt das aktuell noch offen. Klar sei für ihn allerdings, dass eine 800V-Plattform nicht zwingend nötig ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die Ladekurve über ausreichend lange Zeit ein stabiles Plateau zeigt, damit das Nachladen effektiv bleibt. Eine Vorgehensweise, die wir bereits beim N°8 gesehen haben, den wir gefahren sind.
Ein Spitzenwert sind 160 kW DC zweifellos nicht. DS verspricht jedoch, dass diese Leistung zwischen 20 und 55 % Ladestand gehalten werden könne. Damit ließen sich theoretisch fast 200 km Reichweite in 10 Minuten nachladen. Das wollen wir unbedingt selbst überprüfen. Auch im Winter soll es keine großen Probleme geben: Durch die automatische Batterievorkonditionierung verkürzt sich gleichzeitig die Ladezeit bei niedrigen Temperaturen.
Leder im Uhrenarmband-Look und Perlenstich-Finish: Ein Innenraum, der die Deutschen zittern lässt
Optisch ist der DS N°7 im Kern ein aufrechter interpretierter N°8 – inklusive der typischen Eigenheiten. Die lange Motorhaube mündet in einen aufrecht stehenden Kühlergrill, der auf Wunsch hinterleuchtet werden kann. Matrix-LED-Scheinwerfer mit diamantförmiger Signatur setzen einen besonderen Akzent, während versenkbare Türgriffe und verdeckte Fensterführungen die Silhouette glätten. Felgen in 19 bis 21 Zoll runden das Paket ab, dazu kommt ein Heck mit „schuppigen“ Rückleuchten, die klar an den N°8 erinnern.
Innen zeigt DS erneut, wofür die Marke bei Interieurs steht. Mit der vom N°8 übernommenen Architektur setzt das Armaturenbrett beim Verarbeitungseindruck Maßstäbe. Zwischen Leder, Alcantara, Uhrenarmband-Anmutung, guillochiertem Aluminium und Perlenstich wirkt nichts nachlässig. Wie beim N°8 gilt aber auch hier: Das Infotainment auf dem 16-Zoll-Bildschirm gehört leistungsmäßig nicht zur Spitze.
Die Abmessungen des DS N°7
| Maß | Wert |
|---|---|
| Länge | 4,66 m |
| Breite | 1,90 m |
| Höhe | 1,63 m |
| Radstand | 2,79 m |
| Kofferraumvolumen | 560 Liter |
560 Liter und ein royales Raumgefühl: Wird der französische SUV zur Familien-Referenz?
Trotz der deutlich abfallenden Dachlinie passt das Raumgefühl im Fond: Es gibt spürbar Platz für Beine und Kopf. Die Beine stehen allerdings etwas höher, weil die Batterie im Fahrzeugboden sitzt. Die Hybrid-Varianten sollen hier eine angenehmere Sitzposition ermöglichen. Außerdem fällt ein kleiner Mitteltunnel auf. Der 560-Liter-Kofferraum gehört zu den größten im Segment. Ein vorderes Staufach (Frunk) gibt es hingegen nicht – das liegt an der Multi-Energie-Plattform.
Teilautonomes Fahren, Focal-Soundsystem mit 14 Lautsprechern, beheizbare, massierende und belüftete Sitze mit Nackenheizung, Head-up-Display, digitaler Innenspiegel … die Ausstattung ist umfangreich. Dazu kommen Extras, die in dieser Klasse nicht selbstverständlich sind, etwa Nachtsicht sowie kameragesteuerte Adaptivdämpfer. Vier Ausstattungslinien sind geplant, Preise nennt DS bislang aber nicht. Die Bestellbücher für den neuen DS N°7 öffnen im Mai.
Unser Eindruck vom elektrischen DS N°7
Beim N°8 waren wir wegen des ungewöhnlichen Formats zunächst skeptisch, was dessen Erfolg angeht. Umso beruhigender wirkt nun der N°7: Er übernimmt die wesentlichen Merkmale, verpackt sie aber in die deutlich nachvollziehbarere SUV-Form. Das Design bleibt eigenständig, ohne ratlos zu machen, und das makellos inszenierte Interieur überrascht weiterhin positiv. Und auch wenn er an der Ladesäule keine Rekorde brechen dürfte, verspricht der N°7 dank seiner hohen Reichweite entspanntes Reisen.
Und: Hat dieser DS N°7 mit 740 km Reichweite und seinem Haute-Couture-Innenraum endlich die Argumente, damit Sie Tesla und die deutschen Marken vergessen? Wir sind gespannt auf Ihre Meinung in den Kommentaren!
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