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Skoda Yeti und Nissan Qashqai: Kampf um die Kompakt-SUV-Nische

Roter Skoda SUV fährt schnell auf einem schlammigen Gelände mit Wald im Hintergrund.

Markt und Positionierung: Nissan Qashqai und Skoda Yeti

In den vergangenen zwei Jahren hat der Nissan Qashqai die Kompaktwagen-/SUV-Nische praktisch im Alleingang massentauglich gemacht. Im Mai ließ er sogar den Insignia hinter sich und lag in diesem Monat nur 18 Zulassungen hinter dem Mondeo – inzwischen ist er in Großbritannien fest in den Top Ten der meistverkauften Modelle verankert.

Kein Wunder also, dass Skoda sich davon ein Stück sichern will. Genau hier setzt der komplett neue Yeti an: ein SUV im Schrägheck-Format nach dem Muster des Qashqai. Technisch basiert er auf der Plattform von Octavia/Golf und übernimmt einen „Varioflex“-Innenraum, der dem des kleineren Roomster ähnelt (und der wiederum – für die Plattform-Fans unter Ihnen – auf Fabia/Polo aufbaut). Skoda ist zudem überzeugt, dass der Yeti abseits befestigter Straßen ziemlich kompetent ist.

Antrieb und Fahrverhalten des Skoda Yeti

Dazu gleich mehr – zuerst der neue Motor: ein 1,2-Liter-Turbotriebwerk, kombiniert mit einem siebengängigen DSG-Getriebe. Wie schon beim neuen Polo ist das eine überzeugende Paarung: sparsam und trotzdem flott, leise und dennoch drehfreudig. Obwohl der Hubraum klein ist, wirkt der Antrieb nicht schwach, auch wenn er mit schwerer Beladung an Grenzen geraten könnte. Wer allerdings einen 4x4 möchte, muss zu den stärkeren Motoren greifen, denn der 1.2 ist ausschließlich als 2WD erhältlich.

Wie bei Fahrzeugen dieser Bauart sorgt das höhergelegte Fahrwerk dafür, dass der Yeti über Bodenschwellen etwas wippt – weichgespült fährt er deshalb aber nicht. Gibt man Tempo vor, neigt er sich auf den langen Federn leicht zur Seite und rollt etwas. Dafür hält er sauber die Spur und fährt sich klar besser als ein Qashqai, der bei schneller Gangart wenig Freude bereitet.

Innenraum, Variabilität und Gelände

Im Cockpit sind Schalter, Armaturenträger und Instrumente aus anderen Modellen des VW-Konzerns bekannt und – wenig überraschend – ordentlich verarbeitet. Am meisten überzeugen jedoch die Varioflex-Sitze: eine zweite Reihe, die sich wie im Roomster umklappen, hochklappen oder komplett herausnehmen lässt. Gegenüber dem kleineren Bruder büßt der Yeti trotz größerer Außenmaße 20 Liter maximales Kofferraumvolumen ein, weil das Dach niedriger ausfällt. Andererseits: 20 Liter entsprechen gerade einmal ein paar Tesco-Tüten.

Und was ist mit den Versprechen fürs Gelände? Wir haben den Yeti über rutschige Böschungen geschickt, durch anspruchsvolle Spurrillen und auf Hänge, die jede Wasserwaage durcheinanderbringen würden. Und ja: Es funktioniert. Die Haldex-Kupplung verhält sich wie ein sperrendes Differential (so etwas findet man bei kompromisslosen Geländewagen), und das ABS bremst einzelne Räder gezielt ab – das wirkt wie eine Bergabfahrhilfe und lässt das Auto kontrolliert und erstaunlich trittsicher Gefälle hinunterkriechen.

Natürlich erreicht das System nicht die maximale Traktion einer vollständig mechanischen Lösung, doch es arbeitet absolut ausreichend – und nur wenige Käufer werden diese Reserven jemals wirklich benötigen. Genau deshalb ergibt die 2WD-Variante für die meisten mehr Sinn (Skoda rechnet damit, dass sich 2WD gegenüber 4WD ungefähr im Verhältnis 70/30 durchsetzt).

Damit stellt sich die Frage: Wo bleibt der Qashqai in diesem Bild? Vermutlich in der Ecke, so unsere Vermutung. Der Yeti fährt besser, bietet den besseren Innenraum und hat die stärkere Motorenpalette. Auch preislich soll er mithalten: Der Einstieg liegt bei rund 13.000 Pfund.

Also, Nissan: ein Stück zur Seite. Diese Nische wird jetzt geteilt.

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