Zum Inhalt springen

Mercedes C250 BlueEfficiency: schneller Diesel und sparsam zugleich

Silberner Mercedes-Benz fährt auf einer Landstraße mit grünen Bäumen im Hintergrund bei sonnigem Wetter.

Vor 25 Jahren wären wir aus dem Häuschen gewesen: Wenn Mercedes damals ein Auto angekündigt hätte, das mehr Drehmoment liefert als die „Hammer“-E-Klasse AMG, im Durchzug selbst einen Supersportwagen alt aussehen lässt – und dabei 55,4 mpg (entspricht rund 5,1 l/100 km) sowie 134 g/km CO2 schafft –, hätten wir den Deutschen vermutlich zugetraut, sie hätten die Kernspaltung fürs Auto erfunden oder das Geheimnis von Kryptonit gelöst.

Heute läuft das anders. Wir sehen dieselben Zahlen und denken: „Ja, wirklich nett – aber ginge das bitte auch mit etwas weniger… Diesel-Charakter?“

Mercedes C250 BlueEfficiency: Tempo trifft Sparsamkeit

Also blenden wir das Nageln kurz aus und schauen auf die Stärken des C250 BlueEfficiency: den jüngsten Diesel aus der Öko-Baureihe von Mercedes – und womöglich die bislang überzeugendste Mischung aus schnell und genügsam, die wir gesehen haben.

Unter der Haube arbeitet derselbe 2,2-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel wie im E250 CDI. In der grossen E-Klasse war das bereits mehr als ausreichend – dank sequenzieller Aufladung und 368 lb ft Drehmoment (das sind etwa 499 Nm und damit mehr als ein F430) –, doch im C wird daraus ein regelrechter Sprinter: eine echte Sportlimousine.

Durchzug und Beschleunigung im Alltag

0–100 km/h (62 mph) erledigt der C250 in glatten sieben Sekunden. Diese Zahl wirkt stark, beschreibt aber nur einen Teil der Wahrheit: Der Durchzug ist der eigentliche Star. In den vierten Gang fallen lassen, zum Beispiel bei rund 64 km/h (40 mph), und dann kommt dieser spürbare Drehmoment-Schub, der einem die Ohren anlegt – während der Tacho in einem Tempo Richtung in Grossbritannien illegaler Geschwindigkeiten klettert, das fast schon unanständig wirkt.

Natürlich gibt es andere schnelle Diesel – Mercedes’ eigener C320 CDI ist beispielsweise ebenfalls richtig flott. Doch die Kombination aus Leistung und Verbrauch schiebt den C250 ganz nach vorn in der Öko-Fraktion. Selbst ein BMW 325d kommt da nicht heran: Er braucht ein paar Zehntel länger bis 100 km/h (62 mph), stösst über 150 g/km CO2 aus und begnügt sich mit 49 mpg (rund 5,8 l/100 km).

Fahrwerk, Getriebe und Kfz-Steuer: die Schattenseiten

Perfekt ist der C250 allerdings nicht. Unser Testwagen stand auf 17-Zoll-Leichtmetallfelgen (ca. 43 cm) und trug die optionale, tiefergelegte Sportfahrwerksabstimmung. Zusammen ergab das eine überraschend ruppige, körnige Federung – und das passt so gar nicht zu dem Talent der C-Klasse, lange Autobahnetappen wegzuschlucken. Mit kleineren Rädern und dem serienmässigen Fahrwerk sollte sich das beruhigen.

Ärgerlicher ist das manuelle Getriebe: Es fühlt sich spröde und hakelig an, und die hoch ansprechende Kupplung macht den Makel noch deutlicher. Die Automatik würde besser zum C250 passen – nur erhöht sie leider den CO2-Ausstoss um etwa 20 g/km und rutscht damit in eine entscheidende Kfz-Steuerklasse.

Dieselgeräusch statt Sechszylinder-Samt

Und dann ist da noch der Klang. Selbst nach Diesel-Massstäben wirkt er ziemlich landwirtschaftlich – so bodenständig wie Norfolk: Für den Mercedes C250 gibt es weder das satte, kultivierte Brummen der BMW-Sechszylinder-Diesel noch die gedämpfte Zurückhaltung französischer Vierzylinder.

Wer allerdings kleinere Räder wählt, die gesparten Euro in eine Box mit „Die grossartigen lauten Supersportwagen-Motoren aller Zeiten! Band 14“ auf CD steckt und das Ganze als Beweis nimmt, sieht: Man kann den umweltfreundlichen Kuchen tatsächlich haben und ihn auch essen. Nur eben nicht leise.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen