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Spanien: TECNOVE S.L., EM&E Group und NVO Praktika planen Produktion gepanzerter Fahrzeuge für die Ukraine

Beiger, robuster Militär-Geländewagen mit großen Reifen und Panzeroptik auf einer Messe präsentiert.

Die spanischen Unternehmen TECNOVE S.L. und Escribano Mechanical & Engineering (EM&E Group) treiben gemeinsam mit dem ukrainischen Hersteller NVO Praktika ein Vorhaben voran, um in Spanien verschiedene Typen gepanzerter Fahrzeuge zu fertigen. Die Produktion soll vor allem der Ausstattung der Streitkräfte der Ukraine dienen, zugleich aber auch für weitere Partnerländer der Europäischen Union vorgesehen sein.

Memorandum of Understanding zwischen NVO Praktika, TECNOVE S.L. und EM&E Group

Formal fixiert wurde die Zusammenarbeit durch ein Memorandum of Understanding (MoU) zwischen NVO Praktika (Mitglied der Liga der ukrainischen Verteidigungsunternehmen) sowie den spanischen Firmen TECNOVE S.L. und EM&E Group. Nach Angaben des ukrainischen Unternehmens handelt es sich dabei um das erste Vorhaben zur gemeinsamen Produktion gepanzerter Fahrzeuge mit europäischen Partnern innerhalb des EU-Gebiets.

Produktion in Spanien: Industriezusammenarbeit, Komponenten aus der Ukraine

Im Memorandum ist eine industrielle Kooperation für die Entwicklung und Fertigung militärischer sowie spezialisierter Fahrzeuge festgeschrieben. Dazu gehören Konstruktion und Endmontage gepanzerter Fahrzeuge in Spanien, wobei Komponenten eingesetzt werden sollen, die in den ukrainischen Anlagen von Praktika hergestellt werden.

Gefertigt werden soll in einem neu eröffneten Industriekomplex von Tecnove mit einer Fläche von 25.000 m² in Herencia in der Region Madrid.

Welche Fahrzeugtypen sind vorgesehen?

Das Spektrum der im Projekt genannten Plattformen umfasst:

  • Mehrzweck-Militärfahrzeuge mit Panzerung
  • Feuerunterstützungsfahrzeuge
  • Spezialisierte Varianten wie Ambulanzfahrzeuge, Systeme für elektronische Kampfführung und Gefechtsstände
  • Nicht militarisierte Plattformen für Aufgaben wie Minenräumung sowie den Transport von Sprengstoffen

Die Geschäftsführerin von NVO Praktika, Yulia Vysotska, erklärte dazu: „Für uns ist es ein logischer Schritt, die Kampferfahrung ukrainischer gepanzerter Fahrzeuge in gemeinsame Produktionsketten mit EU-Partnern zu übertragen. Die Kooperation mit Tecnove und Escribano wird es ermöglichen, gleichzeitig die Verteidigungskräfte der Ukraine zu stärken und den Verbündeten moderne, kampferprobte Lösungen bereitzustellen“.

Das Unternehmen betonte zugleich, dass solche Projekte die ukrainischen Industriekapazitäten nicht ersetzen, sondern ergänzen sollen, um die Lieferung militärischer Ausrüstung zu beschleunigen. Die Zusammenarbeit orientiere sich an den gesetzlichen Vorgaben beider Länder, einschliesslich der jeweiligen Exportkontrollregime.

Der Vorstoss gewinnt zusätzlich an Gewicht vor dem Hintergrund des von Spanien angekündigten Unterstützungspakets. Dieses umfasst 40 Flugkörper für die Flugabwehrsysteme IRIS-T sowie die gemeinsame Entwicklung von Radaren zur Weitbereichsaufklärung. Das Memorandum gilt als Schritt hin zu einer längerfristigen industriellen Zusammenarbeit.

Hervorgehobene Produkte von Praktika

NVO Praktika hat mehrere Fahrzeugtypen entwickelt, die von den Streitkräften der Ukraine eingesetzt werden, beispielsweise den Kozak. Dabei handelt es sich um eine Fahrzeugfamilie für die Infanteriebeweglichkeit mit V-förmiger Wanne, ausgelegt für den Transport von Personal und Ladung. Den ersten öffentlichen Auftritt hatte das System bei der Militärparade zum Unabhängigkeitstag der Ukraine im Jahr 2009. Als wesentliche Merkmale werden ein Gewicht von 5,5 Tonnen sowie Abmessungen von 5,475 Metern Länge, 1,95 Metern Breite und 2,3 Metern Höhe genannt; transportiert werden können bis zu 5 Personen.

Ein weiteres Beispiel ist der Otaman 6×6: ein gepanzertes Kampffahrzeug, das 201 vorgestellt wurde und auf dem BTR-60 basiert. Es kann als gepanzerter Mannschaftstransporter, als Schützenpanzer oder als Ambulanz eingesetzt werden. Hervorgehoben werden ein Gewicht von 16 Tonnen sowie Abmessungen von 6,7 Metern Länge, 2,66 Metern Breite und 2,45 Metern Höhe. Mit seinem 320-PS-Motor kann er bis zu 12 Soldaten transportieren, und seine 122-mm-Kanone verfügt über eine Einsatzreichweite zwischen 10 und 15 km.

Schliesslich ist der Jura zu nennen, ein Modell, das offiziell am 7. Oktober 2024 präsentiert wurde. Es basiert auf dem Fahrgestell des Toyota Land Cruiser 70 und wurde zunächst der 40. Unabhängigen Artilleriebrigade zugewiesen.

Titelbild: Kozak-2 (Symbolbild).


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