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Der neue Citroën C3 im Fahrbericht

Hellblauer Citroën Kleinwagen fährt auf kurviger Landstraße bei sonnigem Wetter.

Motorenpalette und Preise des Citroën C3

Die technischen Daten des neuen Citroën C3 zu lesen, fühlt sich ungefähr so befriedigend an, wie dabei zuzusehen, wie ein Blumenstrauß langsam auf dem Grab eines geliebten Haustiers verwelkt. Ich weiss das, weil ich es gerade hinter mir habe. Also, hier die Fakten.

Im Kern ist der neue C3 ein kleiner Citroën-Hatchback mit einer Auswahl an Vierzylindern: vom küchenmaschinenhaften 1,1-Liter-Benziner mit 61 PS über zwei 1,4-Liter-Versionen mit wahlweise 75 oder 95 PS bis hin zum munteren 1,6 VTi mit 120 PS, der vom Mini ausgeliehen wurde. Bei den Dieseln gibt es einen 1,4 oder 1,6, jeweils mit 70, 90 oder 110 PS.

Beim Preis reicht die Spanne von 10.800 £ für den Basis-Benziner 1.1 VT bis zu 16.200 £ für die Topausstattung „Exclusive“ in Kombination mit dem 110-PS-1.6 HDi. Damit wäre der Informationsauftrag erfüllt – und jetzt könnten Sie etwas Spannenderes tun, zum Beispiel sich die Finger in einer Tür einklemmen.

Exterieur: Stil, Proportionen und das Panoramadach

Moment – auch wenn hier weder die grosse technische Revolution wartet noch ein Fahrwerk, das beim Trackday beim Scheitelpunkt nach einer Portion Gegenlenken verlangt: Der neue C3 ist tatsächlich richtig angenehm, sobald man sich ernsthaft mit ihm beschäftigt. Wirklich.

Der erste Eindruck: Citroën trifft von aussen betrachtet fast ins Schwarze. Der neue C3 wirkt gestalterischer als sein Vorgänger – mehr Anleihen beim C3 Picasso, deutlich weniger deprimierende Weichheit. Es ist kein Auto, bei dem man sich zweimal umdreht, aber es wirkt sauber gezeichnet und hat Charakter. Neben ihm sieht ein Polo ziemlich bieder aus, und ein Fiesta wirkt ein bisschen wie „Focus light“. Am stimmigsten steht er in einer kräftigen Farbe und auf 17-Zoll-Rädern. Lässt man die leuchtenden Töne wie Powder-Blau oder knalliges Grün weg und wählt stattdessen Schwarz oder Grau auf kleinen Felgen, verschwindet der C3 optisch fast in der Bedeutungslosigkeit.

Dabei sitzt die heikle Mischung aus eigenständig und charmant-verspielt auf der einen Seite und bloss zufällig und albern auf der anderen Seite erstaunlich gut. Die Front ist gelungen, inklusive kleiner Hinweise auf DS3 und GT in den seitlichen Zierleisten links und rechts des vorderen Stossfängers. Vorne gibt es die allgegenwärtigen LED-Tagfahrlichtpunkte, hinten formen die Leuchten ordentliche kleine Bumerangs, die die Rundungen gut aufnehmen. Insgesamt wirkt das stimmig, geschlossen und aufgeräumt. Der alte C3 sieht daneben schlicht alt aus – und wenn man streng ist: billig.

Zu den netten Details zählt vor allem der C3, der aussieht, als würde er langsam eine Glatze bekommen. Die neue Panorama-Frontscheibe zieht sich weit in das Dach hinein und lässt den Wagen wirken, als hätte er eine zurückweichende Haarlinie. Dieses Glasdach ist für alle ausser den absolut einfachsten Versionen erhältlich, und von vorn ergibt sich dadurch eine ziemlich seltsame „tote“ Ansicht. Im Profil ist es ebenfalls nicht ganz unproblematisch: Die A-Säule schwingt nach unten und trifft erst knapp hinter der Motorhaube auf die Karosserie – das sieht ein wenig „gebrochen“ aus. Unterm Strich bleibt der Auftritt aber sehr angenehm: rund, harmlos, und für manche sogar dezent eigenwillig.

Innenraum: Verarbeitung, Licht und Platzgefühl

Innen ist das Ganze nicht ganz so verspielt wie aussen, doch der C3 vermittelt immerhin den Eindruck, als hätten die Verantwortlichen beim Zusammenbau aufgepasst – und zwar nüchtern. Zur Erinnerung: Beim Start des letzten C3 fiel mir beim Öffnen das Handschuhfach in den Fussraum, und als ich zwei Kreisverkehre umrundete, sprang die mittige Instrumentenabdeckung oben auf dem Armaturenbrett heraus und versuchte offenbar, die Flucht zu ergreifen.

Heute baut Citroën gute Autos, und entsprechend erwartet einen nun ein T-förmiges Armaturenbrett, eine unkomplizierte Mittelkonsole und viele sauber gemachte Details. Die billig wirkenden Digital-Spielereien sind weg; stattdessen gibt es analoge Instrumente, die deutlich hochwertiger wirken. Noch besser: Alles geht optisch und haptisch ineinander über – von der matten Oberseite des Armaturenträgers über den graphitfarbenen Kunststoff bis zu den Türverkleidungen wirkt nichts wie nachträglich drangeschraubt. Die Farbwelt bleibt zurückhaltend, ein paar Chromakzente setzen gezielt kleine Aufheller.

Die Sitze sind bequem, eher breit geschnitten und lassen sich problemlos einstellen, und die grosse Frontscheibe ist eine echte Freude. Tageslicht wertet jeden Innenraum auf – besonders bei grauem Wetter – und im C3 ist davon reichlich vorhanden. Fast könnte man sich wie im Cabrio fühlen; einzig der Innenspiegel stört ein wenig, weil er in der riesigen Glasfläche verloren und einsam wirkt. Für einen Kleinwagen ist das Raumgefühl trotzdem ein Pluspunkt. Auf der Rückbank ist es nicht gerade riesig, auch wenn die Beinfreiheit hinten angeblich um 30 mm gewachsen ist; gleichzeitig sorgt die grosse Scheibe dafür, dass man sich hinten weniger eingesperrt fühlt als in den meisten anderen Superminis.

Fahreindruck: Diesel, Komfort und Handling

Beim Fahren bestätigt sich der positive Gesamteindruck. Das Auto ist leise gut – spürbar verbessert und insgesamt sinnvoll abgestimmt. Gefahren sind wir den meistverkauften 1.6 HDi mit 90 PS und Fünfgang-Handschaltung, und daran gibt es grundsätzlich nichts auszusetzen. In der Mitte zieht er kräftig an, früh liegen 214 Nm Drehmoment an, und dabei bleibt er aussergewöhnlich leise und unkompliziert. Er ist vielleicht kein Drehzahlkünstler, aber untermotorisiert fühlt man sich keineswegs – auch wenn die Fahrleistungen nüchtern bleiben: 11 Sekunden auf 100 km/h und 179 km/h Spitze.

Schaltung und Kupplung sind leichtgängig, eher gemütlich und einfach zu bedienen, allerdings mit einem Tick zu viel Spiel – nichts, was jemanden beunruhigen dürfte, der sich bewusst für einen Diesel-C3 entscheidet. Die Lenkung arbeitet präzise, und auch der Federungskomfort passt. Die Strassen rund um Rom, auf denen wir getestet haben, sind alles andere als spiegelglatt, dennoch blieb der C3 selbst auf den übelsten Abschnitten gelassen und ruhig – dort, wo die Fahrbahnkante aussah, als hätte jemand ein Stück herausgebissen, darauf herumgekaut und es danach wieder angeklebt.

Natürlich darf man keine messerscharfe Dynamik erwarten. Wenn man es übertreibt, bekommt man im Wesentlichen nur progressive Untersteuer-Tendenzen serviert. Aber in fast jeder Alltagssituation macht er es gut. Spassmaschine? Nein, nicht wirklich. Doch er lenkt ordentlich, bremst ordentlich und steckt Unebenheiten weg. Passt.

Und genau dadurch steht am Ende ein hübscher Citroën, der gut aussieht, vieles richtig macht und keinerlei Ausreden oder Erklärungen braucht: ein gutes Auto, enorm besser als der alte C3 – und ziemlich genau das, was Citroën gerade braucht.

Positionierung: Zwischen Fiesta, Polo und DS3

Klingt das nach einem Lob mit angezogener Handbremse? Vielleicht. Für Citroëns Marketing wäre ein Slogan wie „Citroën: nicht mehr so beschissen wie früher.“ vermutlich kein Fest.

Der C3 muss allerdings auch jene konservativeren Käufer abholen, denen der kommende DS3 womöglich etwas zu avantgardistisch ausfällt. Ein Ford Fiesta ist ganz klar das bessere Auto für Menschen, die primär fahren wollen, und ein VW Polo beherrscht den bleischweren, asketischen Auftritt aus dem Effeff. Trotzdem bleibt zwischen diesen beiden ein kleiner Bereich, den sie nicht vollständig abdecken – und genau dort setzt sich der C3 fest. Auch ohne grosses Alleinstellungsmerkmal scheint er sich eine saubere Nische zu schneiden. Er ist kein Fahrerauto, aber wer ein Rundum-sorglos-Paket mit ein bisschen Charakter sucht, dem zaubert der C3 ein zufriedenes kleines Grinsen ins Gesicht.

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