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Mitsubishi Eclipse Cross PHEV im Test

Rotes Mitsubishi Eclipse PHEV Elektroauto in modernem Showroom an Ladestation angeschlossen.

Der frisch überarbeitete Mitsubishi Eclipse Cross hat nicht nur ein deutlich konventionelleres Design erhalten (vor allem am Heck), sondern verabschiedet sich – zumindest in unserem Markt – auch von reinen Verbrennern. Stattdessen setzt er erstmals auf einen Plug-in-Hybrid-Antrieb, der seinem „grossen Bruder“, dem Outlander, bereits viele Erfolge beschert hat.

Der einzige „Haken“: Während der Outlander zum Marktstart kaum oder gar keine ernsthafte Konkurrenz hatte, trifft der Eclipse Cross PHEV heute auf ein regelrechtes „Heer“ an Gegnern, die ihm in einem der umkämpftesten Segmente Europas das Leben schwer machen.

Damit stellt sich die Frage, ob das Facelift dem Eclipse Cross genügend Argumente mitgibt, um sich gegen diese Konkurrenz zu behaupten – oder ob das japanische Modell in unserem Markt zu einem eher unauffälligen Dasein „verurteilt“ ist.

Könnte mehr Platz bieten

Im Innenraum, der deutlich weniger verändert wurde als das Exterieur, fällt als wichtigste Neuerung der neue 8”-Bildschirm auf. Er sitzt an einer sinnvollen Position und beherbergt ein Infotainmentsystem, das durch praktische physische Tasten unterstützt wird. Inhaltlich ist es sehr, sehr umfangreich (besonders bei den Anzeigen und Menüs rund um den Hybridbetrieb), doch die Optik wirkt im Vergleich zu manchen Rivalen bereits etwas in die Jahre gekommen.

Bei den Materialien gibt es dagegen Lob: Vieles fühlt sich angenehm weich an. Insgesamt hat mich das Wohlfühl-Niveau an Bord des Eclipse Cross PHEV positiv überrascht – auch, weil alle Bedienelemente einen wertigen Druckpunkt bieten und die insgesamt solide Montage dem Ruf japanischer Marken gerecht wird.

Ebenfalls erwähnenswert ist, dass Mitsubishi bei zahlreichen physischen Schaltern geblieben ist. Manche mögen das für altmodisch halten, aus meiner Sicht ist es ergonomisch ein Pluspunkt. Getrübt wird das nur durch die ungewöhnliche Platzierung der Tasten für den nicht besonders umfangreichen Bordcomputer.

Während der Eclipse Cross PHEV bei der wahrgenommenen Qualität insgesamt problemlos „auf Augenhöhe“ mit vielen Wettbewerbern mitspielen kann, fällt er bei der Raumökonomie etwas ab.

Die Beinfreiheit in der zweiten Reihe ist lediglich ordentlich (immerhin ist der Mitteltunnel im Boden praktisch nicht vorhanden), und auch der Kofferraum gehört zu den kleineren im Segment: Er fasst nur 359 Liter. Zum Vergleich: Plug-in-Hybrid-Versionen von Konkurrenten wie dem Opel Grandland (390 l), dem Citroën C5 Aircross (460–600 l) oder dem Ford Kuga (411 l) bieten mehr Gepäckraum.

Effizienz als Grundprinzip

Mit dem gleichen Plug-in-Hybrid-System, das wir bereits aus dem Outlander PHEV kennen – und das in seiner Funktionslogik weiterhin eine Besonderheit darstellt – punktet der Eclipse Cross PHEV vor allem mit seiner sanften Arbeitsweise. Das System koordiniert den Verbrenner und die zwei Elektromotoren (einen an der Vorderachse und einen an der Hinterachse) sehr geschmeidig.

Gerade in der Stadt, und insbesondere bei geladener Batterie, bleibt der Benziner nahezu durchgehend „stumm“ – was beim Kraftstoffsparen spürbar hilft.

Die elektrische Dominanz ist so ausgeprägt – das System wechselt automatisch zwischen EV (elektrisch), Serie (nur Elektromotoren treiben an, der Verbrenner arbeitet als Generator) und Parallel (Verbrenner und hinterer Elektromotor gemeinsam) –, dass in den ersten Kilometern am Steuer des Eclipse Cross PHEV im Bordcomputer ein geradezu lächerlicher Durchschnitt von rund 1,5 l/100 km stand.

Im rein elektrischen Betrieb kam ich auf etwa 35 km. Das liegt unter den angekündigten 45 km und auch unter den Werten, die manche Wettbewerber erreichen, allerdings muss ich einräumen, dass diese elektrische Reichweite ohne besondere Rücksicht auf Sparsamkeit eingefahren wurde.

Als die Batterie schliesslich leer war, wurde der 2.4 l grosse Benziner „zur Hilfe gerufen“. Auch dann überzeugte die Laufkultur, und ebenso die Verbräuche: Selbst bei zügiger Fahrweise und mit längeren Staus dazwischen blieb es bei etwa 6 l/100 km bis 6,5 l/100 km.

Klar auf Komfort ausgelegt

Wie bereits deutlich wird, ist der Plug-in-Hybrid-Antrieb des Eclipse Cross klar auf Effizienz getrimmt. Entsprechend fühlt sich der Mitsubishi trotz 188 PS Systemleistung bei moderaterem Tempo am wohlsten.

Das heisst nicht, dass er träge wäre – doch wie zu erwarten sind die Fahrleistungen im Vergleich zu Gegnern mit deutlich mehr Leistung nur durchschnittlich. Das Gewicht von nahezu zwei Tonnen macht sich dabei ebenfalls bemerkbar.

Auch das Fahrverhalten unterstreicht den eher „gelassenen“ Charakter. Das Fahrwerk ist klar komfortorientiert (und das Niveau ist wirklich gut), aber sobald es kurvig wird, wirkt er weniger straff als manche Konkurrenz oder sogar als die frühere Variante mit reinem Verbrennungsmotor; die Dämpfung fällt insgesamt eher weich aus.

Trotzdem: Die Lenkung arbeitet präzise, und das Gesamtverhalten bleibt sicher und gut kalkulierbar – nur eben ohne den sportlichen Anspruch, den andere Modelle in diesem Segment mitbringen („wir müssen ja nicht alle gleich sein, oder?“).

Bei den Fahrmodi dieses Eclipse Cross PHEV stehen insgesamt fünf Programme zur Wahl: Snow, Gravel, Eco, Normal und Tarmac. Da die ersten beiden für sehr spezielle Situationen gedacht sind, beschränke ich mich auf die letzten drei.

Eco macht die Gaspedalannahme zu „zahm“; sinnvoll ist dieser Modus vor allem dann, wenn man bereits mit konstantem Tempo unterwegs ist. Tarmac (so etwas wie ein Sportmodus) sorgt dagegen für eine zu ruppige Reaktion – und wirkt damit überraschenderweise nicht passend zum Grundcharakter dieses Eclipse Cross PHEV. Damit ist leicht nachzuvollziehen, warum Normal am besten den „goldenen Mittelweg“ trifft.

Ist das das richtige Auto für Sie?

Jetzt, mit einem konventionelleren (und leichter akzeptierbaren) Auftritt und ohne die interne Konkurrenz durch den Outlander, hat es der Mitsubishi Eclipse Cross PHEV am Markt in mancher Hinsicht einfacher – gleichzeitig trägt er innerhalb der japanischen Marke aber auch mehr Verantwortung.

Mit einer insgesamt bemerkenswerten Verarbeitungsqualität, einem interessanten und bewährten Plug-in-Hybrid-System sowie hohem Komfortniveau lässt der Eclipse Cross PHEV gegenüber der Konkurrenz vor allem bei Punkten wie der Platzökonomie etwas liegen.

Dennoch ist der Eclipse Cross PHEV für Mitsubishi in einem der härtesten Segmente eine Option, die man im Blick haben sollte – mit niedrigen Verbräuchen in der Praxis. Gleichzeitig kann selbst das (für ein Facelift) ungewöhnlich umfangreiche Update das Alter des Modells in mehreren Bereichen nicht vollständig kaschieren (er ist bereits seit fünf Jahren auf dem Markt, basiert aber auf dem noch deutlich länger angebotenen Outlander).


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