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5 gebrauchte Hybride ohne Toyota, die Sie kennen sollten

Weißes modernes Hybridauto mit sportlichem Design in einem hellen Showroom.

Lange Zeit bedeutete das Thema Hybridantrieb im Grunde vor allem eines: Toyota. Seit der Einführung des Prius im Jahr 1997 setzte der japanische Hersteller konsequent auf eine Technik, an die damals nur wenige glaubten – heute zieht sie sich durch die gesamte Modellpalette.

Als der Rest der Branche schliesslich auf Vollhybride aufmerksam wurde (also Hybride, die nicht an die Steckdose müssen), hatte Toyota im Rennen längst einen deutlichen Vorsprung.

Das zeigt sich inzwischen auch bei der Nachfrage nach gebrauchten Hybridautos: Wer sucht, landet fast zwangsläufig bei Toyota – und das nicht ohne Grund. Die Auswahl ist gross, die Effizienz gilt als belegt, und der Ruf in Sachen Zuverlässigkeit beendet bei vielen die Diskussion.

Trotzdem ist der Gebrauchtmarkt nicht auf Toyota reduziert. Zahlreiche Hersteller haben eigene Hybridkonzepte entwickelt – manche klassisch, andere deutlich mutiger –, immer mit demselben Ziel: den Verbrauch zu senken, ohne dass Fahrerinnen und Fahrer ihre Gewohnheiten umstellen oder regelmässig laden müssen.

Dieses Mal haben wir Toyota bewusst ausgelassen und stattdessen fünf gebrauchte Hybride ausgewählt, die ebenfalls Ihre Aufmerksamkeit verdienen.

Honda Jazz Hybrid (2020–2023)

Preise zwischen 19 990 € und 29 990 €

Was ist das? Der Honda Jazz ist in dieser Runde weder das schnellste noch das auffälligste Auto. Dafür nutzt kaum ein anderer Kleinwagen den verfügbaren Raum so konsequent aus. Er wirkt fast wie die automobile Variante der durchdachten Stauraumideen einer bekannten schwedischen Möbelkette – besonders mit Blick auf die „magischen“ Rücksitze, die mit ein Grund dafür sind, dass der Jazz eine treue Fangemeinde hat.

Honda beschäftigt sich nahezu so lange wie Toyota mit Hybridtechnik und konnte dabei ebenfalls Effizienz und Haltbarkeit unter Beweis stellen. Im Jazz passt der Hybridantrieb sehr gut zum Stadtschwerpunkt: Er bleibt im Alltag unkompliziert und ermöglicht niedrige Verbräuche (WLTP-Durchschnitt zwischen 4,5-4,8 l/100 km). Als Konkurrent des Toyota Yaris überzeugt er weniger bei Dämmung und Fahrverhalten, bleibt aber eine der rationalsten Optionen für alle, die Platz und Funktionalität klar priorisieren.

Worauf achten? Die Zuverlässigkeit gehört zu den stärksten Argumenten des Honda Jazz. Meldungen zu Problemen betreffen meist kleinere elektronische Unannehmlichkeiten – etwa sporadische Aussetzer beim Multimediasystem, bei der Smartphone-Anbindung oder bei Assistenzsystemen unter ungünstigen Wetterbedingungen. Vereinzelt wird zudem von frühzeitigem Verschleiss am Lenkrad sowie von Defekten am Mechanismus der elektrischen Aussenspiegel berichtet.

Mechanisch ist das Bild dagegen sehr gut. Hybridanlage und Getriebe gelten als ausgesprochen robust, ohne bekannte chronische Schwachstellen, und die Hochvoltbatterie hat sich in der Praxis als sehr langlebig erwiesen.

Hyundai Ioniq Hybrid (2016–2022) – effizienter Gebraucht-Hybrid

Preise zwischen 14 900 € und 19 500 €

Was ist das? Noch bevor SUVs den Markt dominierten, brachte Hyundai eine direkte Alternative zum Toyota Prius. Heraus kam der Ioniq Hybrid – einer der sparsamsten Hybride seiner Generation und eine sehr ausgewogene Wahl für alle, die viele Kilometer auf der Autobahn zurücklegen.

Neben dem niedrigen Verbrauch (zwischen 3,9-4,2 l/100 km) fällt vor allem das Doppelkupplungs-Automatikgetriebe auf. Diese Lösung ist bei Hybriden eher ungewöhnlich und sorgt für ein natürlicheres Fahrgefühl als beim japanischen Rivalen mit e-CVT.

Worauf achten? Insgesamt gilt das Modell als solide, aber ein Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit: Einige Fahrzeuge aus den Baujahren 2016 bis 2019 waren von einer Rückrufaktion (Recall) rund um den Kupplungsaktuator des Getriebes betroffen. Vor dem Kauf sollten Sie prüfen, ob die Massnahme durchgeführt wurde – das können Sie hier nachsehen.

Die übrigen Themen sind meist überschaubar: gelegentliche Störungen im Multimediasystem, in älteren Versionen vereinzelte Beschwerden zur 12-V-Batterie sowie sporadische Klapper- und Nebengeräusche.

Achten Sie ausserdem darauf, dass die Wartung des Hybridsystems korrekt und vollständig erledigt wurde. Ist das gegeben, punktet der Ioniq mit einem gut abgestimmten Hybridantrieb, umfangreicher Serienausstattung und einer langen Garantie (bis zu sieben Jahre ohne Kilometerbegrenzung). Das grösste „Problem“ kann am Ende schlicht die geringe Verfügbarkeit am Markt sein.

Nissan Qashqai e-Power (2022-2025)

Preise zwischen 19 990 € und 29 990 €

Was ist das? Mit Normverbräuchen zwischen 3,9 l/100 km und 4,2 l/100 km verfolgt der Nissan Qashqai e-Power ein anderes Konzept als die übrigen Hybride in dieser Auswahl. Der Benzinmotor treibt hier nicht die Räder an, sondern dient ausschliesslich als Generator zur Stromerzeugung; den Vortrieb übernimmt vollständig der Elektromotor.

Im Alltag fühlt sich das eher nach Elektroauto als nach klassischem Hybrid an: direkte Reaktion und besonders geschmeidiger Lauf im Stadtverkehr. Auf der Autobahn ist er nicht ganz so sparsam wie manche Alternativen, überzeugt aber weiterhin über das Fahrerlebnis.

Worauf achten? Die Zuverlässigkeit des Qashqai e-Power wird insgesamt positiv bewertet, auch wenn es einzelne typische Kinderkrankheiten gibt. Als wichtigster Punkt gelten seltene Fehlermeldungen des e-Power-Systems, die meist durch Software-Updates oder Garantiearbeiten behoben werden. Weitere Vorkommnisse betreffen vor allem das Multimediasystem und kleinere elektrische Probleme.

Vor dem Kauf sollten Sie zudem sicherstellen, dass alle Updates und technischen Serviceaktionen des Herstellers durchgeführt wurden.

Peugeot 508 RXH Hybrid (2012-2018)

Preise zwischen 7990 € und 12 990 €

Was ist das? Der Peugeot 508 RXH Hybrid ist gewissermassen der Aussenseiter dieser Liste – und zugleich das älteste Fahrzeug hier. So sind die angegebenen 4-4,1 l/100 km noch nach dem alten NEDC-Zyklus homologiert, der in der Praxis stärker von der Realität abweicht als WLTP.

In einer Zeit, in der Hybrid praktisch gleichbedeutend mit Toyota war, entschied sich Peugeot für eine seltene Kombination: Dieselmotor plus elektrisches System. Damit entstand einer der wenigen Vollhybride (ohne Steckdose) mit Dieselantrieb, die überhaupt in Serie gebaut wurden.

Die Idee dahinter war nachvollziehbar: Auf der Strecke sorgt der Diesel für Effizienz und Reichweite, in der Stadt unterstützt die E-Komponente, um Verbrauch zu reduzieren und das Fahren zu glätten. Das Ganze steckt in einem Kombi mit „hochgekrempelten Hosen“ – optisch näher an einem SUV als an einem normalen 508 SW.

Worauf achten? Als einer der ersten Diesel-Hybride auf dem europäischen Markt bringt der 508 RXH Hybrid eine Komplexität mit, die sich langfristig negativ auf die Zuverlässigkeit auswirken kann. Kritisch ist vor allem die Hochvoltbatterie: Es gibt Fälle mit deutlicher Alterung ab 120–150 Tausend km, und Instandsetzungen können teuer werden.

Auch das automatisierte 6-Gang-Getriebe zeigte Schwächen, etwa durch weniger sanftes Schalten und häufigeren Verschleiss am Kupplungsaktuator. Hinzu kommen kleinere Elektronikprobleme sowie eine gewisse Empfindlichkeit der Hinterachse gegenüber dem Zusatzgewicht des Hybridsystems. Der 2.0 HDi gilt dagegen als sehr zuverlässig.

Als Gebrauchtwagen verlangt dieses Modell eine sorgfältige Prüfung von Historie und Zustand des Hybridsystems – sonst drohen hohe Wartungs- oder Reparaturkosten.

Renault Clio E-Tech Hybrid (2020-2025)

Preise zwischen 14 900 € und 24 990 €

Als Renault den Clio E-Tech Hybrid vorstellte, sorgte allein die Technikbeschreibung bei vielen eher für Verwirrung als für Klarheit. Mehrere E-Motoren, ein Verbrenner und ein Getriebe ohne klassische Kupplung klingen nach einem komplizierten Konzept – im Alltag funktioniert es besser, als es die Theorie vermuten lässt.

Der Clio E-Tech Hybrid erfüllt damit genau das, was man von einem modernen Hybrid erwartet: niedriger Verbrauch (WLTP-Durchschnitt zwischen 4,3-4,5 l/100 km), sowohl in der Stadt als auch auf der Landstrasse, und das ohne Umgewöhnung für die Fahrerin oder den Fahrer.

Dazu kommen eines der stärksten Fahrwerke im Segment und ein überdurchschnittliches Komfortniveau. Er hat nicht den Ruf eines Toyota Yaris, bringt aber genügend Argumente mit, um in derselben Liga genannt zu werden.

Worauf achten? Durch die komplexe Hybridtechnik, die von Erfahrungen aus der Formel 1 inspiriert ist, gab es beim Clio E-Tech Hybrid anfangs einige „Wachstumsschmerzen“ bei der Zuverlässigkeit.

Am häufigsten geht es um das Verhalten der Transmission: gelegentliche Zögerlichkeit und weniger sanfte Übergänge. Ausserdem treten vereinzelt Software-Themen auf, die Fehlermeldungen im Hybridsystem oder im Infotainment auslösen. Wie bei anderen Hybriden kann sich auch die 12-V-Batterie bei unregelmässiger Nutzung entladen.

Meist lassen sich die Punkte durch Software-Updates beheben. Beim Gebrauchtkauf lohnt es sich jedoch, zu prüfen, ob alle Arbeiten des Herstellers erledigt wurden und ob das Getriebe auf der Probefahrt konstant und nachvollziehbar arbeitet.

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