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Neue EU-Regeln für den Führerschein in Portugal: Was ändert sich?

Weißes Elektroauto NOVA-CARTA in moderner Garage neben Ladestation und entworfenen Plänen auf dem Boden.

Neue Vorschriften für den Führerschein sind am 25. November in der Europäischen Union (EU) in Kraft getreten. Damit sollen die Verkehrssicherheit gestärkt, Unfälle verringert und die Regeln zwischen den Mitgliedstaaten stärker angeglichen werden.

Die Mitgliedstaaten haben nun drei Jahre Zeit, die Richtlinie in nationales Recht zu übertragen, und zusätzlich ein weiteres Jahr, um die praktische Umsetzung vorzubereiten. Doch was ändert sich konkret für alle, die in Portugal den Führerschein machen?

Führerschein mit 17 Jahren

Die wichtigste Neuerung ist, dass Jugendliche den Pkw-Führerschein (Kategorie B) künftig bereits mit 17 Jahren erwerben können – allerdings unter einer Bedingung: Bis zum 18. Geburtstag dürfen sie nur fahren, wenn eine erfahrene Fahrerin oder ein erfahrener Fahrer sie begleitet. Derzeit kann man in Portugal den Führerschein für leichte Fahrzeuge erst ab 18 Jahren erhalten.

Führerschein für Lkw und Busse

Bei den Regeln für schwere Nutzfahrzeuge (Kategorie C) und schwere Fahrzeuge zur Personenbeförderung (Kategorie D) wird im Wesentlichen das präzisiert, was in Portugal bereits gilt: Mit einem Befähigungsnachweis der beruflichen Eignung ist die Kategorie C ab 18 Jahren und die Kategorie D ab 21 Jahren möglich; ohne diesen Nachweis bleiben die Altersgrenzen bei 21 bzw. 24 Jahren. In diesem Bereich ändert sich gegenüber der portugiesischen Gesetzgebung daher kaum etwas.

Wenn Sie Fragen zu den Voraussetzungen für den Führerscheinerwerb haben, finden Sie weitere Informationen auf der Website des IMT.

Theorieprüfung

Für neue Fahrerinnen und Fahrer wird die Ausbildung stärker auf reale Gefahrensituationen ausgerichtet. Dazu zählen unter anderem Risiken durch den toten Winkel, Fahrerassistenzsysteme, das sichere Öffnen von Türen sowie Ablenkung durch das Mobiltelefon.

Diese Inhalte sollen sich künftig auch deutlicher in der Theorieprüfung widerspiegeln: Zu den bereits bekannten Themen wie Verkehrszeichen, Rechtsvorschriften und Verkehrssicherheit kommen entsprechende Ergänzungen hinzu. Für Portugal bedeutet das vor allem eine schrittweise Anpassung der Prüfung, ohne dass sich der Kern des Verfahrens grundlegend verändert.

Probezeit von 2 Jahren

Eine Mindest-Probezeit von zwei Jahren wird in allen Mitgliedstaaten verpflichtend. In Portugal gilt bereits eine Probezeit von drei Jahren – entsprechend dürfte diese Vorgabe dort nur geringe praktische Auswirkungen haben.

Gültigkeit des Führerscheins

Die Gültigkeitsdauer für Führerscheine von Pkw und Motorrädern bleibt bei 15 Jahren; sie kann auf 10 Jahre verkürzt werden, wenn der Führerschein als Ausweisdokument genutzt wird. Führerscheine für Lkw und Busse müssen weiterhin alle fünf Jahre verlängert werden.

Für Fahrerinnen und Fahrer über 65 Jahre kann die Gültigkeit verkürzt werden. Das ist jedoch ebenfalls weitgehend mit dem portugiesischen Recht vereinbar, das ab 60 Jahren eine regelmässige Erneuerung und ein ärztliches Attest verlangt. Informieren Sie sich hier, in welchen Abständen Sie Ihren Führerschein verlängern müssen.

Digitaler Führerschein

Die neuen Regeln führen zudem den digitalen Führerschein ein, der über das Mobiltelefon abrufbar ist. Das Ziel der EU ist, dass dieses Format zum offiziellen Standard wird. In Portugal gibt es bereits eine digitale Version, die über die App id.gov.pt verfügbar ist.

Der physische Führerschein bleibt auf Wunsch weiterhin erhältlich und soll innerhalb von drei Wochen zugestellt werden.

Was fehlt noch?

Die Mitgliedstaaten erhalten drei Jahre, um die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen, und ein weiteres Jahr, um die praktische Anwendung vorzubereiten.

Insgesamt modernisieren und vereinheitlichen die neuen EU-Regeln den Führerschein. Für Fahrerinnen und Fahrer in Portugal ist die bedeutendste Änderung jedoch die Möglichkeit, den Pkw-Führerschein mit 17 Jahren zu machen – verbunden mit dem begleiteten Fahren.

Die übrigen Anpassungen, etwa der digitale Führerschein und kleinere Änderungen in der Theorieprüfung, dienen vor allem der Aktualisierung des Systems, ohne das in Portugal bereits geltende Verfahren grundlegend umzukrempeln.


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