Revolut bringt erstmals eine physische Krypto-Zahlungskarte auf den Markt – mit einem LED-Display, das bei jeder Zahlung aufleuchtet. Damit setzt die aktuell wohl ehrgeizigste Neobank zu einem klaren strategischen Vorstoss an.
Für viele kam die Ankündigung überraschend: Revolut, die britische Neobank mit 70 Millionen Kundinnen und Kunden weltweit, hat den Start ihrer ersten physischen Zahlungskarte angekündigt, die speziell für Kryptowährungen gedacht ist – und als Premierenmotiv fällt die Wahl ausgerechnet auf Dogecoin.
Funktionsweise der Revolut Krypto-Karte mit LED-Display
Revolut will sich dabei sichtbar abheben: In die neue Karte ist ein LED-Display integriert, das bei jeder kontaktlosen Zahlung aufleuchtet. Trotz des Effekts soll sie sich im Alltag wie eine gewöhnliche Bankkarte nutzen lassen – akzeptiert überall dort, wo Visa und Mastercard funktionieren, also nahezu weltweit.
Verfügbarkeit: Start im Vereinigten Königreich und im EWR
Zum Marktstart ist die Karte vorrangig für das Vereinigte Königreich und den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) vorgesehen (dazu zählen unter anderem Frankreich, Belgien und Luxemburg). Ausgenommen sind allerdings Ungarn, die Schweiz und Portugal. Revolut weist zugleich darauf hin, dass die anfänglichen Stückzahlen begrenzt sein könnten.
Gebühren, Wechselkurs und Kursrisiko bei Krypto-Zahlungen
Zusätzlich stellt Revolut in Aussicht, dass keine Extra-Kosten für den Währungswechsel anfallen. Wichtig bleibt jedoch: Jede Zahlung wird zum zum Zeitpunkt der Transaktion geltenden Wechselkurs umgerechnet. Anders gesagt: Der tatsächlich abgebuchte Betrag kann sich je nach Schwankungen am Kryptomarkt verändern.
Risiken richtig einordnen
Revolut befindet sich derzeit auf Wachstumskurs und meldete für 2025 Rekordzahlen: 2,3 Milliarden Dollar Gewinn bei 6 Milliarden Umsatz – ein Plus von 57 % gegenüber dem Vorjahr. Im März erhielt das Unternehmen zudem seine Banklizenz im Vereinigten Königreich, ein bedeutender Meilenstein nach jahrelangem Warten. Frankreich dürfte als nächster Schritt folgen, während ein Börsengang in den kommenden Jahren ebenfalls als Möglichkeit im Raum steht.
Dennoch ist die Krypto-Karte nicht frei von Risiken. Revolut macht deutlich: Jede Zahlung mit der Karte gilt steuerlich als Veräusserung digitaler Vermögenswerte, was – je nach Land – eine Deklarations- und Steuerpflicht auslösen kann.
Hinzu kommt, dass Kryptowährungen weiterhin als stark volatile Anlageklasse gelten und nicht durch die üblichen Schutzmechanismen klassischer Bankeinlagen abgesichert sind.
Unsere Analyse
Der Zeitpunkt wirkt bewusst gewählt. Der Markt für Krypto-Karten wächst spürbar: In den vergangenen Wochen lagen die täglichen Transaktionen mehrfach über 100 000 – ein Aufwärtstrend, der sich bereits seit dem letzten Jahr bestätigt.
Crypto.com, Coinbase, Binance und auch Gemini haben ihre Kartenangebote in den letzten Monaten deutlich ausgebaut. Denn solche Produkte werden zunehmend zu einem strategisch wichtigen Ertragshebel. Revolut versucht entsprechend, sich früh in einem dynamischen Markt zu platzieren und das eigene Angebot parallel weiter zu diversifizieren.
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