China sammelt in Europa weiter Punkte – diesmal steht jedoch Chery im Mittelpunkt. Der chinesische Konzern ist der grösste Autoexporteur seines Landes und verkauft zwar nicht in Portugal, sorgt aber im Nachbarland Spanien bereits für spürbaren Druck.
Erfolg in Spanien mit Omoda und dem Omoda 5
Über seine Marke Omoda – erst vor zwei Jahren, 2022, gegründet – und das Modell Omoda 5 setzte der Hersteller im ersten Halbjahr 2553 Einheiten des SUV ab. Damit lag Omoda vor Alfa Romeo, Honda und sogar vor BYD, der chinesischen Schwestermarke, die 2023 weltweit am meisten verkaufte – so die Daten von Dataforce.
„Wer“ ist der Omoda 5?
Chery hebt sich von vielen Landsleuten vor allem durch das Verkaufsvolumen ausserhalb Chinas ab. 2023 machten Exporte die Hälfte der weltweiten Chery-Verkäufe aus; sie stiegen um 101% auf insgesamt 937 148 Einheiten.
Genau das war auch der Grund, warum Chery spezielle Marken für Exportmärkte ins Leben rief – darunter Omoda, das in China nicht angeboten wird.
Der Omoda 5, der Chery in Spanien derzeit so schnell wachsen lässt, ist ein kompaktes SUV. Zu seinen Wettbewerbern zählen Modelle wie der Nissan Qashqai oder der MG HS.
Antriebe des Omoda 5 und Omoda 5 EV
Im Unterschied zu anderen chinesischen Angeboten gibt es den Omoda 5 auch als reine Verbrenner-Variante: ein 1,6 l Turbo mit 185 cv, kombiniert mit einem Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen.
Daneben steht eine 100% elektrische Ausführung bereit – mit 150 kW (204 cv), einer 61 kWh-Batterie und 430 km Reichweite.
Preise, EU-Zölle und Produktion in Barcelona
Obwohl der Omoda 5 mehrere Argumente auf seiner Seite hat, dürfte der stärkste Hebel der aggressive Einstiegspreis sein. In Spanien startete das Modell bei 27 900 euros, doch die Marke senkte den Preis später auf 22 990 euros – günstiger als manche Angebote aus der darunterliegenden Klasse.
Der Omoda 5 EV (elektrisch) beginnt hingegen bei 37 900 euros. Angesichts der Einfuhrzölle der Europäischen Union, die seit dem 5 de julho Elektroautos aus China betreffen, bleibt abzuwarten, wie stark sich das auf den Preis dieses SUV auswirkt.
Chery – und damit auch Omoda – unterliegt einem zusätzlichen Satz von 20% (plus den 10% des regulären Zollsatzes). Dennoch hat der Konzern bereits einen Weg gefunden, die Abgaben zu umgehen.
Chery übernahm das ehemalige Nissan-Werk in Barcelona, Spanien, in dem früher der Navara-Pick-up gebaut wurde. Der Produktionsstart ist noch vor Jahresende vorgesehen, was Omoda und dem 5 EV beim Marktauftritt zusätzliche Argumente liefern könnte.
Kurzfristig will Omoda die Palette ausserdem nach oben und unten erweitern: mit dem grösseren 7, einem weiteren SUV, der als Elektroauto und als Plug-in-Hybrid angeboten wird, sowie mit dem 3, der ausschliesslich als Hybrid kommen soll.
Omoda ist bereits in mehreren europäischen Märkten vertreten und bereitet den nächsten Ausbau vor: Italien, das Vereinigte Königreich und Polen noch 2024; die Niederlande, Belgien, Schweden sowie weitere Länder Osteuropas im Jahr 2025. Wann die Marke nach Portugal kommt, ist weiterhin nicht bekannt.
Quelle: Automotive News Europe
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