Porsche hat öffentlich eingeräumt, dass es ein strategischer Fehlgriff war, den Macan mit Verbrennungsmotor nicht weiterzuführen. Dieses Eingeständnis machte Oliver Blume in einem Gespräch mit der deutschen Zeitung Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Blume, der Anfang dieses Jahres den Posten als Vorstandsvorsitzender von Porsche abgegeben hat, erklärte, man sei fest davon ausgegangen, dass der neue, rein elektrische Porsche Macan die vorherige Generation mit Verbrennern ohne nennenswerte Auswirkungen ersetzen könne.
Nach Blumes Worten: „Wir lagen beim Macan falsch.“ Zugleich betonte er: „Auf Basis der damals verfügbaren Daten und unserer Markteinschätzung würden wir die gleiche Entscheidung wieder treffen. Heute ist die Lage anders.“
Nachfrage nach Elektroautos und die Rolle des Macan mit Benziner
Aktuell bleibt die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen hinter den Erwartungen zurück, während der Macan mit Benzinmotor weiterhin eine zentrale Säule der weltweiten Verkäufe der Marke ist.
GSR2 und der Rückzug des ersten Porsche Macan aus Europa
Trotz seiner Bedeutung wurde die erste Generation des Porsche Macan Mitte 2024 aus dem europäischen Markt genommen. Der Hintergrund: Das Modell erfüllte die neuen Cybersecurity-Anforderungen nicht, die durch die europäische GSR2-Regulierung vorgegeben werden.
Unabhängig davon soll die Produktion der Variante mit Verbrennungsmotor in anderen Märkten noch bis Mitte 2026 weiterlaufen. Danach verschwindet sie endgültig aus dem Portfolio – eine Lücke, die über mehrere Jahre unbesetzt bleiben wird.
Neuer SUV mit Motoren mit Verbrennungsmotor bereits in Entwicklung
Um die Folgen dieser Entscheidung abzufedern, bestätigte Porsche die Entwicklung eines neuen SUV. Er soll mit Verbrennungsmotoren sowie Plug-in-Hybridsystemen angeboten werden und unterhalb des Cayenne positioniert sein. Den Namen Macan wird das Modell nicht übernehmen, soll aber im gleichen Segment antreten, wenn es auf den Markt kommt – möglicherweise erst 2028.
Noch vor seinem Ausscheiden als Porsche-CEO bezeichnete Blume dieses künftige SUV als „ein sehr typischer Porsche für dieses Segment“ und hob hervor, dass es sich klar vom aktuell verkauften elektrischen Macan abgrenzen werde.
Vieles deutet darauf hin, dass das neue Modell auf der Plattform Premium Platform Combustion (PPC) aufbauen wird, die auch der Audi Q5 nutzt. Damit würde Porsche Synergien innerhalb des Volkswagen-Konzerns nutzen. Gleichzeitig hätte die Marke weniger Spielraum für eine tiefgreifende Re-Engineering-Strategie, als sie beim ursprünglichen Macan möglich war.
Weitere Kurskorrekturen: 718, Boxster/Cayman und das Projekt K1
Die strategische Anpassung betrifft nicht nur den Macan. Porsche hat ebenfalls bestätigt, dass Boxster und Cayman Verbrennungsmotoren behalten werden – entgegen früheren Plänen, die 718-Baureihe vollständig zu elektrifizieren.
Parallel investiert Porsche zudem in die Entwicklung eines grossen, siebensitzigen SUV (unter dem Codenamen K1) mit Verbrennungsmotoren, nachdem zunächst eine ausschliesslich elektrische Lösung vorgesehen war.
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