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Airbus A320neo von Spirit Airlines in Arizona wird zerlegt

Techniker überprüft Triebwerk einer Spirit Airlines Maschine auf sandigem Flugfeld bei Sonnenaufgang.

Zwei Airbus A320neo von Spirit Airlines werden in Arizona ausgeschlachtet

In der Wüste Arizonas werden zwei Airbus A320neo, die zuvor bei Spirit Airlines im Einsatz waren, zerlegt, um Bauteile wiederzuverwenden. Der Vorgang unterstreicht die sich verschärfende Krise in der globalen Lieferkette der Luftfahrt. Mit einem Alter von nur drei beziehungsweise vier Jahren gelten diese Flugzeuge als die bislang jüngsten ausgemusterten und zerlegten A320neo.

Diese beiden A320neo: Seriennummern, Kennzeichen und Einsatzdauer

Bei den Maschinen handelt es sich um die Seriennummern 10769 und 10921 mit den Registrierungen N950NK und N959NK. Sie wurden Spirit Airlines im Dezember 2021 beziehungsweise im Juli 2022 übergeben. Trotz eines ursprünglichen Preises von US$ 110 Millionen wurden sie Anfang 2025 aus dem Betrieb genommen – zu einem Zeitpunkt, als Spirit eine finanzielle Restrukturierung durchlief und die Flotte deutlich verkleinerte.

Verkauf an EirTrade Aviation und RESIDCO

Der Erwerb der beiden Flugzeuge zur Demontage wurde vor Kurzem von EirTrade Aviation mit Sitz in Dublin abgeschlossen – in Zusammenarbeit mit dem Leasingunternehmen RESIDCO.

Warum heute selbst „junge“ Jets zerlegt werden

Üblicherweise liegt die Lebensdauer von Verkehrsflugzeugen bei rund 25 Jahren. In der aktuellen Marktlage sind manche Maschinen jedoch als Teileträger („Organspender“) wirtschaftlich attraktiver als als flugfähige Flugzeuge.

Fokus der Demontage: LRUs und BFE

Beim Zerlegen liegt der Schwerpunkt auf austauschbaren Einheiten (LRUs) sowie auf vom Käufer bereitgestellter Ausstattung (BFE). Dazu zählen unter anderem Sensoren, Aktuatoren und elektronische Steuergeräte – Komponenten, die derzeit knapp sind und entsprechend hohe Marktpreise erzielen.

Motive für die Demontage von relativ neuen Flugzeugen

Die Entscheidung, vergleichsweise junge Flugzeuge zu zerlegen, ist das Ergebnis mehrerer Faktoren:

  • Triebwerkskrise: Die Pratt & Whitney PW1100G (GTF), mit denen diese Flugzeuge ausgerüstet sind, wiesen Fertigungsfehler im Zusammenhang mit Verunreinigungen durch Metallstaub auf. Das führte weltweit zur Stilllegung von Hunderten Flugzeugen und zu einer akuten Nachfrage nach Ersatzteilen und Ersatztriebwerken.
  • Finanzielle Probleme bei Spirit: Nach der Insolvenz im Jahr 2025 gab die Airline Dutzende geleaste Flugzeuge zurück. Da Triebwerke auf dem Sekundärmarkt mit rund US$ 20 Millionen bewertet werden, ziehen es Eigentümer vor, die Flugzeuge zu zerlegen und die Teile zu verkaufen, statt neue Betreiber zu suchen.
  • Stockende Lieferketten: Wartungsdurchlaufzeiten haben sich stark verlängert – von Wochen auf Monate. Airlines sind bereit, höhere Preise zu zahlen, um gebrauchte Teile zu erhalten und ihre Flotten einsatzfähig zu halten.

Der Trend reicht über Spirit hinaus

Der Fall Spirit ist kein Einzelfall: Weltweit wurden bereits mindestens 11 A320neo demontiert, dazu mehrere junge A321neo sowie mindestens ein Airbus A220.

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