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Lidl Silvercrest 9‑in‑1: neuer Rivale der Heißluftfritteuse

Dampfender Multi-Kocher mit Gemüse auf der Küchenarbeitsplatte, Person bedient das Gerät.

Die Heißluftfritteuse hat in vielen Haushalten die Art zu kochen verändert: weniger Öl, dafür schnellere Abendessen unter der Woche. In Spanien geht der deutsche Händler Lidl nun mit einem neuen 9‑in‑1-Gerät noch einen Schritt weiter. Es bündelt mehrere Zubereitungsarten in einem einzigen Gehäuse und soll damit die Zahl der Geräte reduzieren, die dauerhaft auf der Arbeitsplatte stehen.

Ein neuer Rivale in der Heißluftfritteusen-Ära

Der Silvercrest 9‑in‑1 von Lidl ist nicht einfach eine weitere Heißluftfritteuse mit klangvollem Namen. Im Alltag wirkt er eher wie ein kompakter, vorne einsehbarer Mini-Backofen, der nebenbei auch dörren, schmoren und ein ganzes Hähnchen am Drehspieß zubereiten kann.

Gedacht ist das Gerät für alle, die den knusprigen Effekt der Heißluftzubereitung mögen, sich aber von kleinen Körben und Einzweckgeräten ausgebremst fühlen. Statt Backofen, Grill, Dörrautomat und Aufwärmgerät parallel zu nutzen, soll ein einziges Gerät reichen – mit 12‑litre Fassungsvermögen. Damit eignet es sich eher für Familien oder fürs Kochen in größeren Mengen als viele frühe Heißluftfritteusen-Modelle, die bei einer kompletten Mahlzeit oft an ihre Grenzen kamen.

„Rather than replacing deep fryers alone, the Silvercrest 9‑in‑1 aims to replace several core appliances at once: oven, grill, dehydrator and rotisserie.“

Im Inneren arbeitet ein 1,800‑watt-Heißluft-Umwälzsystem. Ein schneller Luftstrom verteilt die Wärme rund ums Gargut und soll die Bräunung eines Backofens oder einer Fritteuse nachbilden, ohne Zutaten im Öl zu versenken. Das Versprechen ist inzwischen bekannt: außen knusprig, innen saftig – mit weniger Fett und kürzeren Garzeiten.

Neun Gararten in einem einzigen Gerät

Beim Silvercrest 9‑in‑1 greifen Software und Zubehör ineinander, um unterschiedliche Kochstile abzudecken. Über ein digitales Bedienfeld an der Front lassen sich Automatikprogramme ebenso wie manuelle Einstellungen aufrufen. Anstatt Zeiten und Temperaturen zu schätzen, übernehmen Voreinstellungen typische Gerichte und Techniken.

Von Heißluftfrittieren bis Schmoren

Laut den technischen Angaben von Lidl bringt das Gerät neun zentrale Modi mit – Funktionen, die sonst auf mehrere Geräte verteilt sind. Dazu gehören:

  • Heißluftfrittieren für Pommes, Gemüse und panierte Snacks
  • Braten und Backen für Fleisch, Aufläufe und Kuchen
  • Grillen für Spieße, Gemüse und Steaks
  • Dörren von Obst und Kräutern bei niedriger Temperatur
  • Aufwärmen von Resten, ohne dass sie labbrig werden
  • Schmoren/Slow Cooking für Eintöpfe und zähere Fleischstücke
  • dampfunterstütztes Garen bei ausgewählten Rezepten
  • rotierender Korbmodus für Pommes und kleine Häppchen
  • Drehspießmodus für ganzes Hähnchen und Fleisch nach Kebab-Art

Diese Bandbreite rückt das Produkt eher in Richtung „Multikocher“ als in die enge Nische einer reinen Heißluftfritteuse. Gerade die rotierenden Aufsätze sollen zu gleichmäßigerem Garen beitragen, weil sich das Gargut im heißen Luftstrom dreht – ähnlich wie beim Spieß in einem klassischen Rotisserie-Ofen.

„The 9‑in‑1 label refers less to marketing jargon and more to the reality that one appliance now covers frying, roasting, grilling, dehydrating and rotisserie cooking.“

Wichtige Daten und Zubehör

Lidl platziert den Silvercrest 9‑in‑1 als vergleichsweise umfangreich ausgestattetes Gerät in seiner Preisklasse. Zu den wichtigsten Spezifikationen zählen:

Merkmal Spezifikation
Leistung 1,800 W
Volumen 12 litres
Temperaturbereich 40 °C to 200 °C
Timer Up to 24 hours for dehydration mode
Automatikprogramme 10 presets via digital touch screen
Reinigung Removable accessories dishwasher‑safe

Die Untergrenze von 40 °C ist vor allem fürs Dörren und fürs sanfte Gehenlassen von Teig relevant; 200 °C decken typische Anwendungen wie Braten und Knuspern ab. Lange Laufzeiten – bis zu 24 hours – ermöglichen das langsame Trocknen von Obst, Kräutern oder sogar selbstgemachten Snacks für Haustiere, ohne dass man ständig danebenstehen muss.

Zum Lieferumfang gehören mehrere Teile, die den Garraum variabel machen: Einschübe/Roste, eine Auffangschale, ein rotierender Korb, ein Hähnchenspieß, ein Kebab-Set mit Spießen, ein Entnahmegriff sowie ein Rezeptheft, das auf die speziellen Modi des Geräts abgestimmt ist.

Das Gargut durch das Sichtfenster im Blick behalten

Ein besonders alltagstaugliches Detail sitzt vorne: ein breites Sichtfenster. Bei vielen frühen Heißluftfritteusen musste man zum Kontrollieren die Schublade herausziehen – dabei entwich jedes Mal Hitze. Hier ermöglicht eine Glasscheibe, die Bräunung eines Hähnchens oder das Schrumpfen von Apfelscheiben zu beobachten, ohne den Garvorgang zu unterbrechen.

„The front window cuts down on guesswork and heat loss, making it easier to judge doneness without repeatedly opening the device.“

Gerade beim Wechsel zwischen Zubereitungsarten ist diese Rückmeldung hilfreich. Beim Dörren zählt beispielsweise die Konsistenz stärker als eine feste Zeitangabe. Zu sehen, ob Fruchtscheiben noch saftig wirken oder bereits ledrig werden, kann Fehlchargen vermeiden.

Preis, Zielgruppe und Verkaufsort

In Spanien verkauft Lidl den Silvercrest 9‑in‑1 exklusiv über den eigenen Onlineshop für 79.99 euros. Umgerechnet liegt das – bei aktuellen Wechselkursen – bei rund 490 brasilianische Reais und damit deutlich unter vielen Marken-Multikochern oder großen Heißluftfritteusen im übrigen europäischen Markt.

Silvercrest, Lidls Eigenmarke für Elektronik und Kleingeräte, zielt üblicherweise auf ein mittleres Verhältnis aus Preis und Funktionsumfang. Auf Premium-Anmutung setzt die Marke selten; wichtiger ist ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Anvisiert werden Käuferinnen und Käufer, die ein leistungsfähiges Gerät wollen, zugleich aber teure Anschaffungen scheuen – gerade bei Produkten, die am Ende möglicherweise ungenutzt bleiben.

Eingeschränkte Verfügbarkeit außerhalb Europas

Offiziell bleibt der Silvercrest 9‑in‑1 auf Märkte beschränkt, in denen Lidl aktiv ist. Das schließt Brasilien und große Teile Lateinamerikas aus und bedeutet außerdem keinen direkten Zugang in den USA und im Vereinigten Königreich. Einige internationale Interessenten weichen bereits auf globale Marktplätze wie eBay oder AliExpress aus, wo importierte Geräte über Drittanbieter auftauchen.

Damit verschiebt sich jedoch das Gesamtpaket. Direktimporte bringen häufig zusätzliche Versandkosten, Zollabgaben und längere Lieferzeiten mit. Zudem kann der Garantieanspruch wegfallen, sobald das Produkt Landesgrenzen überschreitet, und der Zugang zu autorisiertem Service wird unsicher. Bei einem Heizgerät mit 1,800 Watt kann fehlender Support Fragen zu Sicherheit und Zuverlässigkeit aufwerfen.

„Buying the 9‑in‑1 through grey‑market imports can lower the upfront price compared to premium rivals, but shifts the risk of faults and repairs entirely to the buyer.“

Warum Multifunktionsgeräte weiter an Bedeutung gewinnen

Auch dort, wo das Silvercrest-Modell nicht erhältlich ist, unterstreicht der Start ein klar erkennbares Muster. Viele Haushalte kämpfen mit wenig Küchenfläche, steigenden Energiekosten und engen Zeitplänen. Ein Gerät, das ein Steak grillt, Mangoscheiben trocknet und ein Hähnchen brät, wirkt da oft attraktiver als eine Reihe von Spezialgeräten.

Auch Hersteller profitieren: Multikocher bringen eine gewisse Einarbeitungsphase mit sich. Wenn eine Familie Rezepte und Abläufe auf ein bestimmtes Gerät umstellt, bleibt sie häufig bei derselben Marke – sei es für Ersatz oder für ein Upgrade. Kochbücher, Rezept-Apps und Communities in sozialen Medien verstärken das zusätzlich, indem sie Zeiten und Kniffe teilen, die genau auf einzelne Geräte zugeschnitten sind.

Gesundheit, Energie und praktische Abwägungen

Aus gesundheitlicher Sicht unterstützen Geräte wie der Silvercrest 9‑in‑1 eine Zubereitung mit wenig Öl, ohne dass die Textur zwangsläufig leidet. Pommes, Chicken Wings und paniertes Gemüse können knusprig werden – je nach Geschmack mit einem dünnen Ölfilm oder sogar ganz ohne. Gleichzeitig eröffnet der Dörrmodus neue Optionen für selbstgemachte Snacks: getrocknete Bananenchips, Gemüsechips oder Granola ohne zusätzlichen Zucker.

Beim Energieverbrauch ist das Bild differenzierter. Ein 1,800‑watt-Gerät kann eine ähnliche Spitzenleistung erreichen wie viele Backöfen. Dennoch verkürzen sich Garzeiten oft, und der kleinere Garraum ist schneller aufgeheizt als ein großer Ofen. Für einzelne Bleche oder kleine Portionen kann das insgesamt zu geringerem Verbrauch führen. Für große Braten oder ausgedehnte Backaktionen kann ein klassischer Backofen weiterhin sinnvoller sein.

Ganz ohne Kompromisse geht es nicht. Multikocher erreichen beim Backen von Brot oder Feingebäck selten die Gleichmäßigkeit oder Kapazität eines hochwertigen Einbaubackofens. Manche Nutzerinnen und Nutzer empfinden außerdem die Umstellung als mühsam: Zeiten und Temperaturen weichen von gedruckten Rezepten ab, und ein gewisses Maß an Ausprobieren bleibt.

Was das für kommende Küchengeräte bedeutet

Der Silvercrest 9‑in‑1 deutet an, wohin sich die Heißluftfritteusen-Entwicklung als Nächstes bewegen könnte. Verbraucher erwarten inzwischen mehr als Korb und Timer. Glastüren, digitale Voreinstellungen, Rotisserie-Zubehör und spülmaschinenfeste Teile werden zusehends zur Basisausstattung statt zum Luxus.

Wer über ein ähnliches Gerät nachdenkt, kommt mit einer kurzen Checkliste weiter: Platz auf der Arbeitsfläche ausmessen; Volumen mit der üblichen Portionsgröße abgleichen; für Dörren einen Temperaturbereich bis mindestens 40 °C einplanen; und prüfen, ob im eigenen Land Ersatzteile und Service verfügbar sind. Ein günstiger Import kann verlockend wirken – doch ein defektes Bedienfeld oder ein ausgefallenes Heizelement macht jeden Multikocher schnell zu einer teuren Aufbewahrungsbox.

Wenn mehr Marken in dieses Segment drängen, könnte die Bezeichnung „Heißluftfritteuse“ an Bedeutung verlieren. An ihre Stelle tritt womöglich eine breitere Kategorie kompakter Mini-Öfen mit Sichtfenster, die Heißluftfrittieren, Braten, Dörren und Schmoren im selben Garraum kombinieren. Der Silvercrest 9‑in‑1 ist Lidls Interpretation dieser Idee – und zugleich ein Hinweis darauf, wie sich die nächste Generation von Geräten für die Arbeitsplatte vermutlich anfühlen wird: weniger wie Fritteusen, mehr wie flexible Mini-Küchen im Würfelformat.


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