Zum Inhalt springen

Land Rover Freelander TD4_e mit Stop-Start im Test

Silberner Land Rover SUV, geparkt an einer Straße bei Tageslicht mit Gebäuden im Hintergrund.

Stop-Start im Freelander TD4_e: ausgerechnet ohne Stau

Es gibt wirklich nie einen anständigen Stau, wenn man ihn mal dringend bräuchte. Ich stehe mitten im Berufsverkehr im Zentrum von London und suche verzweifelt nach einem hübschen Klumpen Blechlawine, um das Stop-Start-System des Freelander TD4_e auszuprobieren – nur sind die Strassen unheimlich leer.

Vielleicht gehört das zu jener merkwürdigen, fast quantenhaft wirkenden Verschiebung, die eine so demonstrativ ländliche Marke dazu bringt, ebenso demonstrativ städtische Technik zu verbauen. Ein umweltfreundlicher Land Rover klingt zunächst widersprüchlich. Als Beleg dafür, dass niemand dem unaufhaltsamen Grünen Trend entkommt – und dass man inzwischen mehr Freelanders in Sunbury als in Snowdonia findet – wirkt es allerdings erstaunlich überzeugend.

Technikpaket und Zahlen: der bislang sauberste Land Rover

Überzeugend sind vor allem die Daten. Das hier ist der sauberste Land Rover, der je gebaut wurde: ein 2.2-litre Diesel-Freelander, kombiniert mit Stop-Start-Technologie, regenerativem Bremsen und einer Reihe überarbeiteter Nebenaggregate – Lichtmaschine, Wasserpumpe und solche Dinge –, um die Nebenverbraucherlast für den Motor zu senken. Revolutionär ist das nicht, aber die Wirkung kann sich sehen lassen: Der Verbrauch verbessert sich von 37.7mpg auf 42.2mpg, gleichzeitig sinken die Emissionen um 15g/km (und damit gleich eine ganze Steuerklasse) auf 179g/km CO2. Land Rover zufolge spart die bessere Effizienz rund £13 pro Tankfüllung beziehungsweise £680 pro Jahr.

So funktioniert das Stop-Start-System im Alltag

Weil der Verkehr komplett ausbleibt, beschliesse ich, Stauzustände zu simulieren, indem ich mitten auf den leeren Strassen etwas planlos anhalte. Ergebnis: Das Stop-Start-System stoppt und startet genau so, wie man es erwartet. Sanft anhalten, in den Leerlauf schalten, Kupplung loslassen – und der Motor verstummt. Gang wieder rein, und der Diesel knattert ohne jedes Rasseln oder Husten zurück ins Leben.

Keine Sorge: Man bleibt nicht im Treibsand oder halb über dem Ganges mit abgestorbenem Motor stehen. Sobald man einen der ernsthaften „Terrain“-Modi aktiviert, wird das Stop-Start-System deaktiviert – genauso wie dann, wenn Innenraum oder Motoröl noch nicht auf Temperatur sind. Und falls man das Geräusch eines im Stand tuckelnden Diesels im Stop-and-go doch vermisst, lässt sich das System auch komplett abschalten.

Der Haken? Die Stop-Start-Technik ist zwar serienmässig – und ohne Aufpreis – in jedem Diesel-Freelander mit Handschaltgetriebe dabei, aber weder für Automatik noch für Benziner erhältlich. Das soll jedoch bald folgen; ebenso weitere grüne Technik, die laut LR schliesslich in einem Diesel-Hybrid bis 2010 gipfeln wird.

Für den Moment reicht das aber völlig. Klar: Ein Land Rover wird nie denselben grünen Status wie ein Prius haben, doch jedes bisschen zählt, wie man so sagt. Und wer auf die Gesamtkosten über die Lebensdauer schaut, sollte nicht vergessen, dass der Freelander im Vereinigten Königreich gebaut wird – er ist also grüner, als man vielleicht denkt. Seine rätselhaften, stauabweisenden Fähigkeiten sind obendrein ein netter Bonus …

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen