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Audi A6 40 TDI: Unerschütterlich auf der Autobahn

Weißer Audi A6 30 TDI Limousine steht in modernem, hellem Raum mit großen Fenstern.

Nach 500 km und etlichen Stunden am Steuer des Audi A6 40 TDI fallen mir für ihn im Grunde nur fünf Worte ein: un-er-schüt-ter-lich. Wenn es ein Auto gibt, das lange Strecken zu einem Kinderspiel macht, dann gehört der A6 ganz sicher dazu.

Sein natürliches Revier ist die Autobahn: Hinter dem Lenkrad vermittelt er ein enormes Sicherheitsgefühl – selbst dann, wenn das Tempo eher auf der falschen Seite (unserer) Gesetze liegt. Wie im Herrn der Ringe ist der A6 der „Herr der Autobahnen“…

Die Fahrstabilität ist überragend, selbst bei … unbeschreiblichen Geschwindigkeiten; der Komfort ist sowohl für den Fahrer als auch für die Mitreisenden konstant hoch; mechanische Geräusche, Abroll- oder Windgeräusche sind praktisch nicht vorhanden oder nur minimal – bei … XXX km/h hört man rund um die Aussenspiegel ein leises Murmeln…

2.0 TDI, genug?

Die „40“ am Heck verrät: Das ist bei den Motorisierungen der Einstieg – man muss nur lernen, Audis Bezeichnungen zu lesen. Heisst konkret: ein „schlichter“ Reihenvierzylinder mit 2,0 l, angetrieben vom wohl am meisten verteufelten Kraftstoff: Diesel. Wer deshalb meint, der Motor passe nicht zu den Langstrecken-Qualitäten des A6, liegt jedoch falsch.

Es sind „nur“ 204 PS für über 1.700 kg, das stimmt – realistischer sind mit vier Personen an Bord (so wie bei uns) eher zwei Tonnen –, aber für die Aufgaben reichte das mehr als aus. In Kombination mit der sehr guten 7-Gang-Doppelkupplung, die im Automatikbetrieb nur selten ratlos wirkt, gibt sich der 2.0 TDI stets kultiviert und souverän – genau richtig für diesen Einsatzzweck.

An der Ampel gewinnt er keinen Krieg, doch lange Etappen von mehreren Stunden spult er ab, als wäre es nichts. Die typischen Diesel-Eigenheiten sind in Sachen Vibrationen und Geräuschpegel sehr gut im Zaum gehalten. Und das Beste daran? Der Verbrauch.

Interessanterweise nahm er auf der Hinfahrt mehr als auf der Rückfahrt, obwohl das Durchschnittstempo zurück höher war – eine Frage der Geografie…? Der Bordcomputer zeigte 7,2 l/100 km auf dem Hinweg und 6,6 l/100 km auf dem Rückweg.

Bei gemässigter Fahrweise sind Verbräuche um die 5 l/100 km leicht zu erreichen – bemerkenswert, wenn man Grösse und Gewicht des Fahrzeugs berücksichtigt. Über 1.000 km pro Tankfüllung sind garantiert, sofern man den optionalen 73-l-Tank (135 Euro) wählt, wie bei unserem Testwagen.

Das Gewicht des Gewichts

„Unerschütterlich“ nannte ich den Audi A6 zu Beginn – und genau dazu trägt nicht zuletzt das Fahrerlebnis in Verbindung mit dem Innenraum bei. Von der Lenkung über die Pedale bis hin zum Herunterklappen der Sonnenblende: Alles, wirklich alles, hat in der Bedienung ein spürbares, sattes „Gewicht“.

Manchmal wirkt dieses angenehm massive Bediengefühl allerdings auch leicht kontraproduktiv: So muss man die virtuellen Tasten auf den beiden MMI-Touchscreens mit haptischer und akustischer Rückmeldung teils etwas kräftiger drücken, als man es erwarten würde. Das schmälert die Gesamtwertung aber nicht.

Das Interieur-Design wirkt sehr hochwertig und in Optik sowie Inszenierung sogar ein Stück weit avantgardistisch. Besonders auffällig ist die Integration der beiden zentralen Displays, eingefasst von Oberflächen in piano black. Das Ganze hat etwas Architektonisches – wie ein aus einem Stück modellierter, massiver Block – und vermittelt ein starkes Gefühl von Solidität und Robustheit.

An der Innenraum-Qualität bei Audi gibt es – zumindest auf diesem Niveau – wenig auszusetzen. Von der Materialauswahl über die Kontaktflächen bis zur Interaktion mit den Bedienelementen ist der A6 innen ein haptischer Genuss.

Guilherme war letztes Jahr bei der Präsentation des Audi A6 dabei; dort konnten wir einige der technologischen Argumente des A6 der Generation C8 besser kennenlernen. Ich lasse euch das Video, das wir damals veröffentlicht haben – er war darin ebenfalls mit dem 40 TDI unterwegs, allerdings mit anderen Optionen, etwa dem integrierten S line Paket.

Ist das das richtige Auto für mich?

Wenn du die meiste Zeit am Steuer auf der Autobahn oder auf Schnellstrassen verbringst, ist es schwer, den Audi A6 40 TDI nicht zu empfehlen. Er ist keine Rakete, ermöglicht aber hohes Reisetempo bei moderaten Verbräuchen. Selbst nach vielen Stunden steigst du aus seinem massiven, sehr gut gedämmten Innenraum „so frisch wie ein Salatkopf“.

In Kurven ist er nicht das wendigste Wesen. Er ist ohne Frage effektiv und berechenbar – wer jedoch bewusst nach mehr Agilität sucht, sollte eher eine Klasse darunter schauen. Oder: Vielleicht lohnt es sich, eine Variante mit Hinterachslenkung zu testen…

Unser Fahrzeug war mit adaptiver Luftfederung (Advance Paket, 3.300 Euro) ausgestattet, die dem Anspruch jederzeit gerecht wurde – auch dann, wenn wir die Autobahn verliessen und auf schlechtere, kurvigere Landstrassen wechselten.

Es gibt Fahrmodi, aber ehrlich gesagt sind sie kaum voneinander zu unterscheiden – das ist eine Eigenschaft, auf die ich gut verzichten könnte.

Mit einem Preis von über 70.000 Euro ist er natürlich nicht für jedes Budget. Und dieser Wagen hatte nicht einmal eine besonders lange Optionsliste – trotzdem kommen fast 11.000 Euro zum Preis hinzu. Angesichts seiner Qualitäten und dessen, was er bietet, und auch im Vergleich zu den Rivalen, wirkt der Preis nicht unpassend – zumal man ähnliche Summen für einen SUV kaufen kann, der zwei Segmente darunter angesiedelt ist…


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