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Wie hybrid ist der neue Ford Fiesta Hybrid wirklich?

Roter Kleinwagen fährt auf Landstraße, umgeben von Grünflächen und leicht bewölktem Himmel.

Wie viel Hybrid steckt also im neuen Ford Fiesta Hybrid?

Nicht besonders viel. An die Steckdose kannst du ihn nicht hängen, und rein elektrisch und lautlos dahingleiten wird er ebenfalls nicht. Hier geht es um einen Mildhybrid – nichts, wovor man sich fürchten müsste.

Im Kern arbeitet das aktuelle 1,0-Liter-Turbotriebwerk aus dem Puma-Crossover, nun eben eine Etage tiefer in Fords phänomenal erfolgreiches Supermini-Modell verpflanzt.

Technik des Mildhybrids im Ford Fiesta Hybrid

Unterstützt wird der Motor von einem 48-Volt-Riemen-Startergenerator, gespeist aus einem kleinen Lithium-Ionen-Akkupack. Der ist so winzig verpackt, dass weder das Kofferraumvolumen schrumpft noch die Beinfreiheit leidet. Sogar der Tank bleibt genauso gross wie beim Nicht-Hybrid-Fiesta – clevere Raumausnutzung.

Die Kehrseite: Einen riesigen Elektro-Schub gibt es nicht. Ford sagt, der Motor steuere 14lb ft bei, um Turboloch-Momente zu überbrücken, wenn man keine Lust hat, einen Gang herunterzuschalten. Der Verbrenner selbst bekam dafür einen grösseren Turbo sowie eine niedrigere Verdichtung – wegen der E-Unterstützung beim Anfahren.

Also kein Porsche 918 Spyder, oder?

Nein. Das ist nicht das, was man als „Zahlenauto“ bezeichnen würde.

Es gibt zwei Leistungsstufen: die Chicken-Korma-123bhp-Variante und eine etwas schärfer gewürzte Chicken-Korma-Version mit 154bhp. Und statt der üblichen „Ach-ja-klar“-Millionen-Meilen-pro-Gallone-Versprechen sagt Ford nüchtern: Im besten Fall bringt der Elektro-Extra-Schubs etwa fünf Prozent Verbrauchsvorteil.

Ja, Zylinderabschaltung ist auch an Bord, damit der Wagen beim Rollen zeitweise nur auf zwei Zylindern läuft – aber das ist nun wirklich nichts Weltbewegendes. Das kann ein 197bhp Fiesta ST ebenfalls. Schon seit Jahren.

Verbrauch im Alltag: Was bringt der Hybrid-Boost wirklich?

Na gut – wie sparsam ist er denn?

Wir waren mit einem Fiesta ST-line X unterwegs, bestückt mit dem kleineren 123bhp-Motor, und haben über 200 Meilen quer durch gemischte Disziplinen im Schnitt 46mpg erreicht. Damit lag Fords Prognose ziemlich richtig: Der Hybrid hilft ein bisschen, macht aus dem Fiesta aber keinen völligen Abstinenzler. Von der offiziellen Angabe von 57.6mpg waren wir deutlich entfernt. Schuld war das Handling – wirklich.

Zur Einordnung: Meine bessere Hälfte fährt einen Fiesta der vorherigen Form mit dem eher bescheidenen 74bhp-Dreizylinder. Der schleicht meist durch die Stadt und hofft inständig, dass wir ihn nie auf eine Autobahn, an einen Hügel oder über einen besonders fiesen Speed-Bump schicken. Dennoch schafft er es praktisch nie, unter 43 miles per gallon zu fallen.

Was Ford hier erreicht hat, ist eine Art beruhigendes Gewissen-im-Hinterkopf-Upgrade für den Fiesta: Du musst nicht einmal bewusst sparsam fahren, und trotzdem nuckelt er still und leise etwas weniger Benzin. Währenddessen kannst du dich auf die angenehmen Dinge konzentrieren – zum Beispiel darauf, ein paar Kurven anzugreifen.

Fahrverhalten und Rekuperation

Hat das Mehrgewicht das Handling abgestumpft?

Nein – das ist weiterhin das frechste kleine Auto, das man für Geld kaufen kann. Er ist grossartig. Ausserdem bringt der EcoBoost Hybrid nur rund 30kg mehr auf die Waage als die auslaufende Nicht-Hybrid-Version. Das bemerkst du praktisch nie.

Was dir allerdings auffällt, ist die Rekuperationswirkung beim Lupfen des Gaspedals. Um Energie für die Batterie zurückzugewinnen, hat Ford ein regeneratives Bremssystem integriert, das sofort arbeitet, sobald du vom Gas gehst. Dazu gibt’s im Kombiinstrument sogar eine kleine Grafik, die zeigt, wohin die Energie fliesst – beim Rollen in Richtung Batterie oder beim Beschleunigen zu den Rädern.

Wenn du von einem älteren Fiesta umsteigst, ist der Verzögerungseffekt zunächst recht deutlich. In der ersten Woche rollst du gefühlt schon eine halbe Meile vor dem Kreisverkehr im Schritttempo, zu dem du eigentlich nur entspannt hinsegeln wolltest. Das Pedalgefühl der Bremse selbst passt aber.

Das gilt auch für den Rest der Bedienelemente. Die Schaltung ist herrlich – gut so, denn Fiesta Hybrids gibt es nur mit Handschaltung. Die Lenkung hat eine angenehm „ölig“ geschmeidige Leichtfüssigkeit, und das ganze Auto wirkt so ausbalanciert, dass es wie ein deutlich teureres, reifer abgestimmtes Produkt rüberkommt. Wenn McLaren oder Porsche plötzlich urban-schick werden und einen VW-Polo-Rivalen bauen wollten, würde er sich ungefähr so fahren.

Start-Stopp und Bedienlogik

Sonst noch etwas?

Dank der kräftigeren elektrischen Architektur ist der neue Fiesta auch schneller dabei, den Motor an der roten Ampel abzuschalten.

Es gibt dafür sogar ein Untermenü, in dem du auswählen kannst, wann das passieren soll, falls dich das nervös macht (gute Idee, Ford). Wenn du dem System vertraust, stellt es den brummigen Motor schon ab, sobald du unter 15mph fällst. Das Wiederanlassen passiert extrem weich und ohne Verzögerung.

Konkurrenz: Andere Hybrid-Kleinwagen im Vergleich

Aber das ist doch nicht der einzige kleine Hybrid-Stadtwagen, der um mein Geld buhlt, oder?

Um Himmels willen, nein. Da wäre inzwischen zum Beispiel etwas namens Renault Clio E-Tech, der behauptet, mit „F1 technology“ die Fahrt zum Supermarkt günstiger zu machen.

Der ist deutlich komplizierter als der Fiesta. Er kann bis zu 40mph rein elektrisch fahren, und die Preise starten insgesamt clevererweise ein paar hundert Pfund unter dem Fiesta. Hinten ist es allerdings enger, und fahrerisch ist er nicht so angenehm.

Dann gibt es die aktuelle, ziemlich gelungene Weiterentwicklung von Toyotas Hybrid-only Yaris, der endlich so clever aussieht, wie er technisch ist. Wenn man sorgfältig und aufmerksam fährt, werden einige der fortschrittlicheren Hybrid-Superminis zweifellos sparsamer sein als der Fiesta.

Der Fiesta ist die einfachere Mischung: Er verlangt dir so gut wie nichts ab, fährt sich umwerfend gut, ist in allem Praktischen sehr kompetent – und kommt jetzt pro Tankfüllung ein Stück weiter. Er ist nicht die Einstiegsdroge in elektrifiziertes Fahren, die man vielleicht erwarten würde, aber er ist das beste Alltags-Supermini auf dem Planeten.

9/10

£22,285 (ST-line X 5dr)
1.0-litre 3cyl turbo plus e-motor
123bhp, 155lb ft
0-62mph in 9.4sec, 126mph
57.6mpg, 109g/km CO2
1217kg

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