Strategische Neuausrichtung bei Porsche und schwächere EV-Nachfrage
Porsches Elektrifizierungspläne laufen derzeit nicht so, wie es sich der Hersteller vorgestellt hat. Die Nachfrage nach rein elektrischen Modellen nimmt ab – und zu den wichtigsten Leidtragenden zählt der Taycan, der sich nicht in dem erwarteten Umfang verkauft.
Trotz weiterhin klarer Elektrifizierungsziele für die kommenden Jahre hat die Marke aus Stuttgart eingeräumt, eine „strategische Neuausrichtung“ vorzunehmen. Dazu gehört, Modelle mit Verbrennungsmotoren länger im Programm zu halten.
Der Porsche 718 als Gewinner der Neuausrichtung
Einer der Profiteure dieser strategischen Anpassung ist der 718. Für die nächste Generation des Mittelmotor-Sportwagens war die Marschroute bereits festgelegt – und sie sollte angeblich „so ‚einfach‘“ sein, dass man das Modell vollständig elektrisch macht. Das wird nun jedoch nicht mehr der Fall sein.
718 kehrt zum Flat-Six zurück
Porsche hält zwar an der Elektrifizierung der 718-Baureihe fest, passt den Plan für die nächsten Jahre aber an: Die kommende Generation von 718 Cayman und 718 Boxster soll weiterhin mit Benzin betrieben werden – parallel zu elektrischen Versionen. Damit verabschiedet sich Porsche von den zuvor kommunizierten Plänen aus dem Jahr 2022.
Neu ist vor allem, was unter der Haube steckt. Laut Autocar dürfte der Antrieb aus dem neuen Porsche 911 stammen. Hintergrund: Der aktuelle 2,0-Liter-Turbovierzylinder, der heute in Cayman und Boxster eingesetzt wird, soll die Euro-7-Emissionsnormen nicht erfüllen, die Ende 2026 in Kraft treten.
T-Hybrid aus dem 911 GTS als Lösung für Euro 7
Aus diesem Grund soll der nächste Porsche 718 voraussichtlich das im 911 GTS eingeführte T-Hybrid-System übernehmen. Dabei kommt ein Sechszylinder-Boxermotor zum Einsatz, der nun sowohl von einem Turbo als auch von einem Elektromotor unterstützt wird.
Mit dieser Konfiguration greift Porsche eine Erfolgsformel des Boxster wieder auf: ein vom 911 abgeleiteter, weniger leistungsstarker Motor in einem insgesamt zugänglicheren Paket, das dynamisch ausgewogen abgestimmt ist.
Offen bleibt, wie die Marke aus Stuttgart neue 718-Verbrenner über das Jahr 2030 hinaus homologieren will – dann sollen (noch) strengere europäische Vorgaben gelten.
Unabhängig davon wirkt Porsche entschlossen, den 718 als Benziner am Leben zu halten. Am plausibelsten erscheint daher eine umfassende Modellüberarbeitung, um den Sportwagen an die kommende Gesetzgebung anzupassen.
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