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Der neue Toyota Aygo X 2026 ist wie ein Luxusrestaurant: kleine Portionen, hoher Preis

Neuer oranger Toyota Aygo X 2026 in moderner Ausstellung mit LED-Scheinwerfern und schwarzem Dach

Der neue Toyota Aygo X ist wie ein Luxusrestaurant: kleine Portionen und ein hoher Preis.


Kompakt, wendig, sparsam und dabei unterhaltsam zu fahren: Genau so lässt sich der neue Toyota Aygo X beschreiben. Nur hat auch diese Medaille eine Rückseite – und beim kleinsten Modell der Japaner ist das vor allem der Preis. Dazu gleich mehr.

Tatsächlich markiert der Aygo X 2026 einen Wendepunkt in der Historie des kleinen Stadtwagens – oder, wie Toyota ihn lieber nennt, ein „Urbaner Crossover“.

Der legendäre 1,0-Liter-Dreizylinder ist Geschichte. Stattdessen setzt Toyota nun auf einen 1,5-Liter-Benziner als Hybrid, kombiniert mit einem Elektromotor. Es ist exakt das gleiche Full-Hybrid-System, das auch im Toyota Yaris arbeitet – und das die Leistung auf 116 cv anhebt. Das liegt sehr weit über den 70 cv der vorherigen Generation.

In Portugal hat dieser Technikwechsel allerdings eine Nebenwirkung: Weil jetzt ein 1,5-Liter statt eines 1,0-Liter Motors verbaut wird, fällt ein deutlich höherer Steuerbetrag an – konkret ein ISV-Mehrbetrag von über 2000 Euro. Wie ich in diesem Video erläutere, wird das zu einem grossen Problem.

Durch diesen Preissprung ist der Abstand zwischen Aygo X und Yaris auf dem portugiesischen Markt nur noch gering. Trotzdem gibt es Gründe, die für den Aygo X sprechen können.

Aygo X aussen fast unverändert

Optisch bringt der Toyota Aygo X aussen nur wenig Neues. Die grösste Veränderung hängt indirekt mit der Revolution unter der Motorhaube zusammen. Der robuste, urbane Look bleibt – eine kleine Crossover-Sprache, die ihm im Strassenbild eine Präsenz gibt, die zwischen „Weiß und Schwarz“ auffällt.

Trotz weiterhin kompakter Proportionen ist der Aygo X 2026 praktisch um 8 cm gewachsen: Er misst nun 3,78 m in der Länge. Diese zusätzlichen Zentimeter sitzen vor der Vorderachse – notwendig, um den neuen Hybridantrieb unterzubringen.

Das sind nicht nur kosmetische Eingriffe. Die Silhouette wirkt weiterhin stimmig, ohne übertriebene Kompromisse. Das Design ist klar auf Funktion und Alltagstauglichkeit ausgelegt. Aus meiner Sicht: Ziel erreicht.

Innen ist es ein Toyota

Im Innenraum zeigt der Aygo X, wie erwachsen das Konzept inzwischen geworden ist. Der vorhandene Platz wird – gemessen an den Aussenmassen – sinnvoll genutzt. Und die Verarbeitungsqualität ist typisch Toyota: überwiegend harte Kunststoffe, dafür stabil und langlebig, mit einem Layout, das Funktionalität und einen moderneren Touch kombiniert.

Die Sitzposition passt, die Bedienung ist logisch, und die Bordtechnik – inklusive digitalem Kombiinstrument und einem aktualisierten Infotainmentsystem – ist überzeugend, ohne wirklich zu glänzen.

Der Raum auf der Rückbank und das Kofferraumvolumen wachsen jedoch nicht im gleichen Mass wie der Technologiesprung des Toyota Aygo X und bleiben eher knapp. Der Kofferraum liegt bei rund 231 Litern – ein klarer Hinweis darauf, dass es weiterhin ein kleiner Stadtwagen ist.

Enorme Überraschung beim Fahren

Der Hybridantrieb ist ohne Frage das zentrale Thema dieses Aygo X. Der neue 1,5-Liter-Dreizylinder zusammen mit dem Elektromotor liefert etwa 116 cv sowie ein Drehmomentplus, das dem Auto in der Stadt und auch darüber hinaus spürbar mehr Leichtigkeit verleiht.

Damit reagiert das Auto deutlich spontaner aufs Gas: Der Sprint von 0 auf 100 km/h liegt nun bei etwa neun Sekunden. Das ist ein klarer Fortschritt gegenüber den rund 15s, die der frühere 1,0-Liter benötigte.

Auch das Fahrverhalten spiegelt die Weiterentwicklung wider. Die Lenkung ist sauber abgestimmt, und das Fahrwerk wirkt – trotz identischer TNGA GA-B Plattform – spürbar reifer, was bei engagierter Fahrweise mehr Vertrauen schafft.

Seine Stärke spielt der Aygo X aber vor allem im Stadtverkehr aus: Der Wechsel zwischen Elektro- und Verbrennerbetrieb gelingt weich, und das Hybridsystem ermöglicht bei niedrigen Geschwindigkeiten häufiges elektrisches Fahren. Das drückt Verbrauch und Emissionen.

Auf der Landstrasse bleibt er ebenfalls effizient. Offiziell werden kombinierte Werte von 3,7–3,9 l/100 km genannt – damit gehört er zu den sparsamsten Fahrzeugen im Segment, was sich im täglichen Betrieb real bemerkbar macht.

Preis ist die Achillesferse

Genau hier wird die Geschichte des Toyota Aygo X in Portugal kompliziert. Der 1,5-Liter-Hybrid ist technisch nachvollziehbar und inhaltlich ein Gewinn – kollidiert dort aber direkt mit der nationalen Kfz-Besteuerung.

Wie ich im Video erklärt habe, führt der grössere und modernere Motor zu einem Steueraufschlag von mehr als 2000 Euro gegenüber dem bisherigen Modell. Damit verschiebt sich die Marktposition des Aygo X im Land deutlich.

Wenn gut ausgestattete Varianten häufig über 25 000 Euro liegen, tritt der Aygo X plötzlich gegen Fahrzeuge aus höheren Klassen an – mit mehr Platz, mehr Alltagstauglichkeit und teils auch einer „grösseren“ wahrgenommenen Präsenz. Das alles erläutere ich im Video ausführlich.

Im Kern wirkt dieser Toyota Aygo X wie ein Besuch im Luxusrestaurant: Die Portionen sind klein, die Qualität ist hervorragend, aber der Preis schreckt ab.

Denn ein rationaler Käufer kann nicht ausblenden, dass es für dieses Geld Angebote mit mehr Raum gibt. Wer jedoch gezielt ein sehr kleines Stadtauto sucht – und dabei maximal mögliche Ausstattung und verfügbare Technik haben will –, der wird hier kaum etwas „falsch“ machen.

Urteil

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