Obwohl die Europäische Union (EU) versucht, den Markteintritt chinesischer Industrieunternehmen zu regulieren, verstärkt China sein Engagement auf dem Alten Kontinent weiter. Nach Investitionen in Autofabriken folgt nun der nächste Schritt: In Europa ist eine weitere Batteriefabrik geplant.
CATL, einer der weltweit grössten chinesischen Batteriehersteller, will in Europa eine dritte Batteriefabrik errichten – diesmal in Spanien. Wie die Financial Times berichtete, sollen rund 2.000 Arbeitskräfte entsandt werden, um die Anlage aufzubauen.
Standort Saragossa: Joint Venture von CATL und Stellantis
Das Werk soll in Saragossa entstehen und geht aus einer Joint Venture mit Stellantis hervor. Entsprechend dürfte der Standort in der Nähe eines der Werke des Konzerns liegen. Insgesamt sollen mehr als 4 Milliarden Euro investiert werden. Mit dem Bau wurde zwar noch nicht begonnen, die Produktion soll jedoch bereits Ende nächsten Jahres anlaufen.
Eine Fabrik unter Verschluss
Die Batteriefabrik kommt zwar nach Europa, doch das Know-how soll in China bleiben. Das lässt sich aus den Aussagen von José Juan Arceiz, Mitglied des Europäischen Betriebsrats von Stellantis, gegenüber der Financial Times ableiten: „Ich glaube nicht, dass die Chinesen ihr know-how mit uns teilen wollen. Das ist einer der Gründe, warum sie 2.000 Arbeiter für den Bau und die Installation der Fabrik einstellen werden“.
Auch Joris Teer, Analyst für wirtschaftliche Sicherheit am Institut der Europäischen Union für Sicherheitsstudien, ordnete das Vorgehen ein: „Xi Jinping, Präsident der Volksrepublik China, versucht, das Land in eine autarke Festung zu verwandeln, während er den Rest der Welt noch abhängiger von chinesischen Arbeitskräften macht“.
Matt Shen, Geschäftsführer von CATL in Europa, widersprach diesen Spekulationen. Gegenüber der britischen Zeitung erklärte er, er sei bereit, „zusammenzuarbeiten“ – auch mit kleineren Batterieherstellern in Europa.
Personalpläne in Spanien und Erfahrungen aus Deutschland
Darüber hinaus teilte der chinesische Batterieproduzent mit, lokale Kräfte ausbilden und rekrutieren zu wollen, um seine Werke zu betreiben – so, wie es bereits zuvor am Standort in Deutschland umgesetzt wurde, der seit 2022 in Betrieb ist.
Insgesamt kündigte das Unternehmen an, für die neuen Anlagen etwa 3.000 Beschäftigte einstellen zu wollen, die mehrheitlich aus Spanien kommen sollen.
Portugal auf der Route chinesischer Batterien
Anfang dieses Jahres kündigte CALB (China Aviation Lithium Battery) in Portugal eine Investition von 2 Milliarden Euro an – für den Bau einer Lithium-Ionen-Batteriefabrik in Sines. Alle Details in diesem Artikel:
Für die Entwicklung dieses Projekts erhält Stellantis 298 Millionen Euro aus dem NextGenerationEU-Fonds – einem 2020 aufgelegten temporären Unterstützungspaket, das die wirtschaftliche Erholung der Mitgliedstaaten fördern soll.
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