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Fiat Punto: Nach 25 Jahren und drei Generationen endet die Produktion

Roter Fiat Punto 25 Kleinwagen im modernen Ausstellungsraum mit großen Fenstern und Tageslicht.

Seit 25 Jahren in der Fertigung, über drei Generationen hinweg – wobei die letzte ganze 13 Jahre lang gebaut wurde – und mit zahlreichen Verkaufserfolgen beendet der Fiat Punto seine Laufbahn: Die Produktion ist eingestellt. Trotz des bekannten Namens und der langen Karriere wirkt dieser Abschied am Ende eher wenig glanzvoll.

Die zuletzt angebotene Generation kam 2005 auf den Markt und hätte eigentlich schon vor Jahren abgelöst werden müssen – innerhalb derselben Zeitspanne von 13 Jahren haben Wettbewerber gleich zwei neue Generationen ihrer Rivalen präsentiert. Beim Punto gab es stattdessen mehrere Namenswechsel – erst Grande Punto, dann Punto Evo und am Ende wieder schlicht Punto – dazu ein überarbeitetes Interieur sowie technische und optische Updates (wenn auch eher in kleinen Schritten).

Euro NCAP: 0 Sterne für den Fiat Punto

Dass der Punto gegenüber der Konkurrenz zunehmend ins Hintertreffen geriet, ließ sich kaum noch leugnen. Deutlich wurde das spätestens, als Euro NCAP den betagten Punto im vergangenen Jahr – damals noch regulär im Verkauf – testete: Er ist bis heute das einzige Modell, das mit null Sternen bewertet wurde. Angesichts der langen Modelllaufzeit ohne größere Eingriffe und der über die Jahre deutlich strengeren Euro-NCAP-Prüfprotokolle, vor allem bei der aktiven Sicherheit, war dieses Ergebnis absehbar.

Warum gab es keinen – und gibt es keinen – Nachfolger?

Die weltweite Finanzkrise (die 2008 ausbrach) und die in Europa geringe Profitabilität dieses Segments (hohe Stückzahlen, aber niedrige Margen) veranlassten Sergio Marchionne, den inzwischen verstorbenen CEO der FCA, zunächst dazu, den Nachfolger bis nach der Krise zu verschieben – um schließlich zu entscheiden, den Punto gar nicht mehr zu ersetzen, genau aus den genannten Rentabilitätsgründen.

Ein historischer Rückzug aus dem Kernsegment

Diese Entscheidung war zugleich umstritten und historisch: Fiat zog sich damit aus einem Marktsegment zurück, das über weite Teile der Markengeschichte das Wesen von Fiat geprägt hatte – als wichtigste Einnahmequelle und als Bühne für viele der größten Erfolge.

Bereits im Juni, bei der Vorstellung des FCA-Konzernplans vor Investoren, hatte Marchionne betont, dass die Produktion in Italien künftig auf Modelle mit höherer Wertschöpfung ausgerichtet werde – insbesondere neue Fahrzeuge für Jeep, Alfa Romeo und Maserati. Für Punto und Panda, die „zu Hause“ gefertigt werden, waren das schlechte Vorzeichen.

Während für den Panda ein Nachfolger gesichert ist und erwartet wird, dass seine Produktion nach Tychy in Polen zurückkehrt, existieren für den Punto keine Pläne für einen direkten Ersatz. Nach dem Start des Fiat Argo in Brasilien im Jahr 2017 – als Nachfolger von Punto und Palio, die dort angeboten wurden – wurde spekuliert, man könne ihn für Europa anpassen und als Punto-Nachfolger hier fertigen lassen, mit Serbien als möglichem Produktionsstandort, wo derzeit der 500L gebaut wird. Doch dazu kam es nicht – und soweit wir wissen, wird es bis auf Weiteres auch nicht dazu kommen…

Und jetzt?

Faktisch hat Fiat im Segment B keinen „konventionellen“ Vertreter mehr; die italienische Marke ist dort über den MPV 500L und das SUV 500X präsent. Mike Manley, der neu ernannte CEO des FCA-Konzerns, ist derjenige, der Marchionnes Entscheidung, in Europa nicht mehr auf einen klassischen Kleinwagen zu setzen, noch umkehren könnte. Ob er das tun wird, müssen künftige Aussagen von ihm zeigen.

Wenn der im vergangenen Juni vorgestellte Plan unverändert bleibt, werden wir bis zum Ende des Jahrzehnts neue Generationen des Fiat Panda und des Fiat 500 sehen. Bestätigt ist zudem eine neue Ableitung des Fiat 500: der 500 Giardiniera – die Kombi-Variante des Modells, als Verweis auf die originale Giardiniera aus den 1960er-Jahren. Mit etwas Spekulation könnte gerade die Giardiniera die Rückkehr ins Segment B einläuten, falls sie dem Beispiel folgt, das wir bei Mini beobachten: Dort ist der Clubman deutlich größer und in einem Segment oberhalb des dreitürigen Mini angesiedelt.


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