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AMG M 139: Der stärkste Serien-Vierzylinder mit 421 PS für den A 45

Gelber Mercedes-AMG Sportwagen mit sichtbarem Motor im Vordergrund auf Präsentationsfläche.

AMG – drei Buchstaben, die man seit jeher mit bärenstarken V8 verbindet – will sich nun auch bei den Vierzylindern zur „Königin“ krönen. Der neue M 139, der im kommenden A 45 zum Einsatz kommt, soll als stärkster Serien‑Vierzylinder der Welt gelten: In der S‑Ausführung stehen beeindruckende 421 PS im Datenblatt.

Bemerkenswert ist das vor allem deshalb, weil der Hubraum weiterhin nur 2.0 l beträgt – also (knapp) mehr als 210 PS/l. Man kann die deutschen „Power Wars“ zwar für übertrieben halten, doch die Resultate bleiben faszinierend.

M 139, wirklich ein neues Aggregat

Mercedes‑AMG betont, dass es sich beim M 139 nicht um eine bloße Weiterentwicklung des bisherigen M 133 handelt, der bislang die „45“-Modelle antrieb – laut AMG wurden aus dem Vorgänger praktisch nur ein paar Muttern und Schrauben übernommen.

Stattdessen wurde der Motor komplett neu konstruiert: um künftige Emissionsvorgaben zu erfüllen, um die Anforderungen an das Packaging der jeweiligen Fahrzeuge zu treffen und gleichzeitig mehr Leistung bei geringerem Gewicht zu ermöglichen.

Zu den auffälligsten konstruktiven Maßnahmen zählt, dass AMG den Motor um 180° um seine vertikale Achse gedreht hat. Dadurch sitzen Turbolader und Abgaskrümmer nun hinten, nahe der Spritzwand zwischen Motorraum und Innenraum. Die Ansaugseite wandert im Gegenzug nach vorn.

Diese Anordnung bringt mehrere Vorteile: Aerodynamisch lässt sich die Frontpartie besser auslegen, und strömungstechnisch wird der Luftweg optimiert. Es kann nicht nur mehr Luft erfasst werden – der Weg ist insgesamt kürzer und geradliniger, mit weniger Umlenkungen, sowohl auf der Ansaug‑ als auch auf der Abgasseite.

„AMG wollte nicht, dass der M 139 die typische Diesel-Charakteristik kopiert, sondern die eines Saugmotors“

Ein Turbo reicht

Trotz der hohen spezifischen Leistung setzt der M 139 auf einen Turbolader. Es handelt sich um einen Twinscroll-Lader, der – je nach Variante – mit 1,9 bar oder 2,1 bar arbeitet. Entsprechend liegen die Leistungswerte bei 387 PS (A 45) und 421 PS (A 45 S).

Wie bei den Turbos des V8 aus Affalterbach kommen auch hier Lagerungen an den Wellen von Verdichter und Turbine zum Einsatz. Das senkt die mechanische Reibung und sorgt dafür, dass die Maximaldrehzahl von 169 000 rpm schneller erreicht wird.

Für ein besseres Ansprechverhalten im unteren Drehzahlbereich sind im Turboladergehäuse getrennte, parallel geführte Strömungswege für die Abgase realisiert. Zusätzlich verfügen die Abgaskrümmer über geteilte Kanäle, sodass die Turbine gezielt mit separat geführtem Abgasstrom versorgt werden kann.

Weitere Merkmale: ein neuer Aluminium‑Ölwanne, eine Kurbelwelle aus geschmiedetem Stahl sowie geschmiedete Aluminiumkolben. All das ist auf einen neuen roten Bereich bei 7200 rpm ausgelegt; die maximale Leistung liegt bei 6750 rpm750 rpm höher als beim M 133.

Deutlich anderes Ansprechverhalten

Ein Schwerpunkt der Entwicklung lag auf der Reaktionsfreude, insbesondere auf der Auslegung der Drehmomentkurve. Das neue Maximum beträgt nun 500 Nm (in der Basisversion 480 Nm) und liegt bei 5000 rpm bis 5200 rpm (Basis: 4750–5000 rpm) an – ungewöhnlich hoch für einen Turbomotor. Zum Vergleich: Der M 133 stellte 475 Nm bereits bei 2250 rpm bereit und hielt diesen Wert bis 5000 rpm.

Das ist laut AMG bewusst so gewählt. Der M 139 sollte nicht mit einer „Diesel‑artigen“ Wucht aus dem Drehzahlkeller auftreten, sondern eher wie ein gut gemachter Saugmotor: Der Charakter lädt dazu ein, häufiger hohe Drehzahlen zu nutzen und den Motor „auszudrehen“, statt sich primär auf mittlere Bereiche zu verlassen.

Gleichzeitig verspricht AMG dennoch ein sehr spontanes Ansprechen in jedem Drehzahlbereich – auch ganz unten.

Leistung bleibt kühl

Bei einer Leistung in dieser Größenordnung – schließlich handelt es sich um den stärksten Serien‑Vierzylinder – ist das Thermomanagement entscheidend. Es geht dabei nicht nur um die Motortemperaturen selbst, sondern ebenso darum, die Temperatur der verdichteten Luft dauerhaft im optimalen Fenster zu halten.

Zum Kühl‑Paket gehören neu ausgelegte Wasser‑ und Ölkreisläufe, getrennte Kühlsysteme für Zylinderkopf und Motorblock, elektrische Wasserpumpen sowie ein zusätzlicher Kühler im Radhaus, der den Hauptkühler an der Front unterstützt.

Auch die Getriebetemperierung ist integriert: Das benötigte Getriebeöl wird über den Motorkühlkreislauf mitgekühlt, zudem sitzt ein Wärmetauscher direkt am Getriebe. Selbst die Motorsteuerung wurde berücksichtigt – sie ist am Luftfilterkasten montiert und wird durch den Luftstrom gekühlt.

Die Spezifikationen

Mercedes-AMG ** M 139**
Architektur 4 Zylinder in Reihe
Capacidade 1991 cm3
Diâmetro x Curso 83 mm x 92.0 mm
Potência 310 kW (421 hp) às 6750 rpm (S)
285 kW (387 hp) às 6500 rpm (base)
Binário 500 Nm entre as 5000 rpm e as 5250 rpm (S)
480 Nm entre as 4750 rpm e as 5000 rpm (base)
Regime máximo do motor 7200 rpm
Taxa de compressão 9.0:1
Turbocompressor Twinscroll com rolamentos de esferas para compressor e turbina
Pressão máxima Turbocompressor 2.1 bar (S)
1.9 bar (base)
Cabeça Duas árvores de cames ajustáveis, 16 válvulas, CAMTRONIC (ajuste variável para válvulas de escape)
Peso 160,5 kg com fluídos

Zuerst wird der M 139 – als stärkster Serien‑Vierzylinder – in den Mercedes‑AMG A 45 und A 45 S erwartet; vieles deutet darauf hin, dass es bereits im nächsten Monat so weit ist. Danach soll er im CLA folgen und später auch im GLA.

Wie bei AMG‑Motoren üblich, wird jede Einheit nach dem Prinzip „One Man, One Engine“ von nur einer Person montiert. Mercedes‑AMG teilte außerdem mit, dass die Montagelinie durch neue Methoden und Werkzeuge optimiert wurde. Dadurch sinkt die Fertigungszeit pro Motor um etwa 20 bis 25%, was eine Produktion von 140 M 139 pro Tag in zwei Schichten ermöglicht.

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