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Chevy Cruze Schrägheck: der ungewöhnliche Marktstart

Grauer Chevrolet fährt auf Landstraße bei bewölktem Himmel und grüner Landschaft im Hintergrund.

Markteinführung: Der Chevy Cruze kommt „rückwärts“ auf den Markt

Chevy hat den Cruze gewissermassen rückwärts eingeführt. Nicht so, dass er im Rückwärtsgang festhinge – mit dem Getriebe ist alles in Ordnung –, sondern eher in einem marketingmässigen Sinn. Normalerweise startet ein Auto dieser Klasse als Schrägheck und wird erst später zur Limousine. Beim Cruze lief es anders.

Während wir Briten bei einem alltagstauglichen Mittelklassewagen oft fünf Türen statt eines abgetrennten Kofferraums bevorzugen, ticken die Käufer in China genau umgekehrt. In den USA ist es ähnlich. Deshalb hat Chevy zunächst die grössten und hungrigsten Märkte mit Stufenheck-Versionen versorgt – in China wurde der Cruze sogar zum meistverkauften Auto. Auf das Schrägheck mussten wir dagegen fast zwei Jahre warten.

Praktikabilität und Optik des Chevy Cruze Schrägheck

Das ist schon in Ordnung. Wir mögen den Cruze durchaus, aber nach der Aussicht auf eine Variante mit anderem Heck haben wir nun wirklich nicht gelechzt. Zumal sie laut Datenblatt sogar weniger Kofferraumvolumen bietet als der Viertürer: 413 Liter statt 450 Liter.

Das ist beim Wechsel von Limousine zu Schrägheck nicht ungewöhnlich – beim Golf und Jetta ist es genauso. Entscheidend ist: Die Öffnung beim Schrägheck ist höher und kantiger. Man kann also sperrige Dinge eher hineinwuchten, statt sie durch einen schmalen Schlitz „einzuwerfen“. Unterm Strich ist das Auto damit praktischer.

Optisch wirkt das Schrägheck für unsere Augen allerdings weniger „gemeisselt“ als die Limousine. Damit ist auch die visuelle Nähe zu Jason Platos Tourenwagen nicht mehr ganz so ausgeprägt.

Technik, Fahrverhalten sowie Preise und Ausstattung

Wie die Limousine nutzt auch das Schrägheck GMs globale „Delta“-Plattform, die ebenfalls beim neuen Astra zum Einsatz kommt. Doch während sich der Vauxhall engagiert anfühlt, tut es der Cruze nicht.

Der 2,0-Liter-Diesel ist kräftig und angenehm leise. Kommt jedoch eine knifflige Kurve, macht der Cruze daraus mehr Drama, als nötig wäre – besonders in engen Biegungen. Er hat Mühe, die Wankbewegungen zu zügeln, und gibt die Suche nach Grip deutlich früher auf, als man selbst dazu bereit wäre. Fährt man hingegen sanfter, dankt er es mit komfortablem Abrollen und ruhigem Dahingleiten.

Innen wirkt alles erwachsen und ordentlich gemacht; das Cockpit sieht hochwertig aus und fühlt sich auch so an – teurer, als der Preis vermuten lässt.

Genau hier sammelt der Cruze Punkte. Ein LTZ 1,8-Liter-Benziner in Topausstattung kostet £16,095 und kommt üppig serienmässig daher: Parksensoren, Klimaanlage, automatische Licht- und Wischerfunktion sowie 17-Zoll-Leichtmetallräder sind dabei. Der von uns gefahrene LTZ mit 2,0-Liter-Diesel liegt bei £17,795 und bietet dasselbe Paket. Mit CO2-Emissionen von 147 g/km ist er allerdings nur ein kleines bisschen sauberer als der 1.8 – wer also nicht jede Woche quer durchs Land fährt, ist mit dem Benziner gut bedient.

Chevy ist überzeugt, dass das Schrägheck die Cruze-Verkäufe von 2,500 pro Jahr auf rund 6,000 steigern wird. Dann wären es eben ein paar tausend zufriedene Rentner mehr. Wer jedoch nach einem reiferen, praktischen Schrägheck-Angebot sucht, sollte sich den Kia Cee’d ansehen. In der Fernsehsendung ist er nicht ohne Grund das „Reasonably Priced Car“.

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