Nachdem Jeep 2021 sein 80-jähriges Bestehen mit den Sonderreihen „80th Anniversary“ gefeiert, eine neue Generation des Grand Cherokee vorgestellt, den Compass (einmal mehr) überarbeitet und den ikonischen Wrangler elektrifiziert hat, will die Marke 2022 nahtlos mit weiteren Neuheiten nachlegen.
Grand Cherokee 4xe für Europa
Voraussichtlich wird der bereits enthüllte Grand Cherokee im Laufe des Jahres in den Handel kommen. Nach dem Debüt als siebensitzige Version „L“ folgte eine kürzere Variante mit fünf Plätzen, die zudem erstmals einen Plug-in-Hybrid-Antrieb bekam.
Genau diese Karosserie in Verbindung mit der elektrifizierten Ausführung 4xe ist es, mit der der Jeep Grand Cherokee nach Europa kommen wird – wie wir im September 2021 berichtet haben. Der Marktstart dürfte zur Jahresmitte erfolgen.
Hybridtechnik des Grand Cherokee 4xe: 2.0 l, 2 E-Motoren und 17,3 kWh
Technisch setzt der Grand Cherokee auf dasselbe Hybrid-Layout wie der Wrangler 4xe, den wir bereits im Video getestet haben: Ein 2.0 l grosser Vierzylinder-Benziner arbeitet mit zwei Elektromotoren zusammen und wird von einer 17,3 kWh grossen Batterie unterstützt.
Unterm Strich ergibt das eine kombinierte Systemleistung von 381 PS und 637 Nm maximalem Drehmoment. Die Kraft wird an alle vier Räder geleitet und soll dem Grand Cherokee rund 40 km rein elektrisches Fahren ermöglichen – bei einem durchschnittlichen Verbrauch von lediglich 4,1 l/100 km.
Renegade
Noch vor dem Grand Cherokee bekommt der (weiterhin) kleinste in Europa angebotene Jeep, der Renegade, neue 48-V-Mild-Hybrid-Varianten. Diese führen einen neuen 1.5 l grossen Turbo-Benziner ein, der im Kern als Weiterentwicklung des aktuellen 1.3 Turbo gilt.
Gerüchten zufolge ersetzt der 1.5 l nicht nur den 1.3, sondern auch den dreizylindrigen 1.0 l. Ausserdem soll er in zwei Leistungsstufen angeboten werden: 130 PS und 160 PS.
Offen bleibt, ob Jeep die Gelegenheit nutzt, auch das Erscheinungsbild des inzwischen langjährigen Modells (Marktstart 2014) zu „auffrischen“. Beim in Brasilien produzierten und verkauften Renegade (Bild oben) ist genau das vorgesehen – ob dies ebenso für den europäischen Renegade aus dem Werk Melfi in Italien gilt, ist derzeit allerdings unklar.
„Baby-Jeep“ auf dem Weg?
Als dritte Neuheit für dieses Jahr steht – sofern sie sich bestätigt – die womöglich wichtigste Ankündigung im Raum: ein „Baby-Jeep“ unterhalb des Renegade.
Bislang ist das Projekt nur unter dem internen Code „516“ bekannt. Es hat bereits mehrere Richtungswechsel durchlaufen, was zu widersprüchlichen Spekulationen führte. Noch vor der Fusion von FCA und PSA, aus der Stellantis entstand, hatte FCA drei neue kompakte SUVs angekündigt – darunter ein „Baby-Jeep“, kleiner als der Renegade.
Mit der vereinbarten, aber damals noch nicht abgeschlossenen Fusion wurde „516“ jedoch grundlegend neu ausgerichtet. Statt der betagten FCA-Plattform Small Wide (auch Basis des Renegade) sollte künftig die CMP-Architektur von PSA genutzt werden – dieselbe wie bei Peugeot 208 und 2008, Opel Corsa und Mokka sowie Citroën C4 und DS 3 Crossback). Ziel war es, die Skaleneffekte des künftigen Automobilriesen bestmöglich auszuschöpfen.
Dieser Plattformwechsel warf gleichzeitig die Frage nach der Rolle des künftigen „516“ auf: Bleibt es beim „Baby-Jeep“ oder entwickelt sich das Projekt zum Renegade-Nachfolger? Endgültige Gewissheit gibt es zwar noch nicht, doch die Lage wirkt inzwischen klarer.
Vieles deutet darauf hin, dass es tatsächlich ein „Baby-Jeep“ bleibt – zumal es wenig plausibel wäre, den Renegade nach der Einführung neuer Motoren noch im selben Jahr durch ein Nachfolgemodell zu ersetzen. Erwartet werden Abmessungen unterhalb des Renegade, allerdings nicht deutlich darunter.
Neuere Gerüchte sprechen von einem rein elektrischen Antrieb, obwohl in den ursprünglichen Planungen auch Verbrenner-Varianten vorgesehen waren.
Sehr wahrscheinlich werden die offenen Punkte noch in diesem Jahr geklärt. Laut Stellantis-Mitteilung soll die Produktion des „519“ im polnischen Tychy starten, wo heute der Fiat 500 (zweite Generation, weiterhin mit Verbrennungsmotor) und der Lancia Y gebaut werden. Der Anlauf ist für das zweite Halbjahr 2022 angekündigt, auch wenn Gerüchte konkret den November als Produktionsbeginn nennen.
Zudem bleibt abzuwarten, ob die Halbleiterkrise zu weiteren Verzögerungen beim Projekt „519“ geführt hat – was wiederum den Start der „Brüder“ von Fiat (die wahrscheinliche Serienversion des Centoventi) und Alfa Romeo (oft als Brennero bezeichnet) beeinflussen könnte, die erst später, 2023, erwartet werden.
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