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Fiat Tipo Cross im Test: Facelift, 1.0 Turbo mit 100 PS

Grauer Fiat Tipo Cross SUV steht in modernem Autohaus mit großen Fenstern und rotem Fiat-Logo.

Der Fiat Tipo hat Anfang dieses Jahres das übliche Facelift zur Mitte des Modellzyklus erhalten. Neben einem Technik-Update, einer neuen Motorisierung und kleinen optischen Retuschen gibt es ihn nun auch als bisher nicht angebotene Cross-Variante.

Mit seinem robusteren, „abenteuerlicheren“ Auftritt soll der Tipo Cross auch jene ansprechen, die sonst eher zu SUV-/Crossover-Modellen tendieren. Gleichzeitig soll er den kommerziellen Erfolg des „normalen“ Tipo wiederholen – besonders bei einem jüngeren Publikum.

Bleibt die Frage: Reichen mehr Bodenfreiheit und die markantere Optik aus, um diese Version wirklich hervorzuheben? Nach vier Tagen mit dem Wagen beantworte ich das in den nächsten Abschnitten.

Die „Schuld“ hat der … Panda!

Als ich diesen Fiat Tipo zum ersten Mal sah, musste ich sofort an den Panda Cross denken. Das ist kein negativer Seitenhieb, sondern ein Kompliment – man muss sich nur anschauen, wie erfolgreich die „abenteuerliche“ Panda-Variante am Markt ist.

Genau diese Rezeptur scheint Fiat beim Tipo Cross übernommen zu haben. Der Einstieg passiert dabei über die Präsenz auf der Strasse: Diese Cross-Version ist 70 mm höher als der „normale“ Tipo, der als Basis dient.

Gerade bei solchen Offroad-inspirierten Konzepten ist zusätzliche Bodenfreiheit ein entscheidender Punkt. Beim Tipo Cross liegt die erhöhte Bodenfreiheit 40 mm über den übrigen Tipo-Varianten; zudem erhielt er eine Fahrwerksabstimmung, die sich an der des 500X orientiert.

Innenraum wurde besser, aber …

Im Cockpit fallen einige Änderungen auf – im Kern bleibt es jedoch bei dem bekannten, eher konventionell gezeichneten Innenraum. Auch die Materialien sind weiterhin nicht wirklich begeisternd.

Neu ist unter anderem das Lenkrad, das sogar ein paar Chromdetails mitbringt. Der deutlichste Fortschritt steckt aber in der Technik, und hier hat sich spürbar etwas getan.

Das war einer der grössten Kritikpunkte am Tipo – und Fiat hat reagiert. Serienmässig gibt es jetzt einen 7"-Touchscreen in der Mittelkonsole (optional bis 10"), inklusive Apple CarPlay und Android Auto. Dazu kommt ein neues, 7" grosses digitales TFT-Farbdisplay als Kombiinstrument.

Und die Motoren?

Mit dem Update hält der Fiat Tipo an den Dieselantrieben fest. Zwei Aggregate stehen dafür im Programm: der 1.6 Multijet mit 130 PS (10 PS mehr als zuvor) sowie der 1.3 Multijet mit 95 PS.

Im Mittelpunkt steht jedoch klar der Benziner: der Firefly 1.0 Turbo, ein Dreizylinder mit 100 PS und 190 Nm – die grosse Neuheit im überarbeiteten Modell. Genau diesen Motor konnte ich jetzt fahren.

Der neue Motor ersetzt den bisherigen 1.4-Saugmotor. Das bedeutet ein Plus von 5 PS und – viel relevanter – 63 Nm. Gleichzeitig stellt Fiat geringeren Verbrauch und niedrigere Emissionen in Aussicht.

Und der Verbrauch?

Starten wir deshalb mit dem Verbrauch. In den Tagen mit dem Tipo Cross kam ich auf einen kombinierten Durchschnitt von 6,2 l/100 km. Das liegt nicht weit vom Wert entfernt, den Fiat angibt: 5,8 l/100 km.

Das Ergebnis ist mehr als in Ordnung – und sogar recht attraktiv, zumal ich diesen Wert ohne besondere Sparbemühungen erreicht habe, während ich das italienische Modell in sehr unterschiedlichen Situationen bewegt und ausprobiert habe.

In der Stadt fühlt er sich am ehesten „zu Hause“

Am Steuer des Fiat Tipo Cross war der grösste Unterschied zu anderen Tipo-Versionen für mich die Sitzposition. Sie liegt höher, als man allein aufgrund der zusätzlichen Bodenfreiheit erwarten würde.

Ich bin mir sicher, dass vielen Käuferinnen und Käufern genau das gefallen wird. Interessant ist dabei: Der Tipo Cross wirkt in der Stadt sogar komfortabler als bei schneller Fahrt auf der Autobahn oder auf Landstrassen.

Ein wesentlicher Grund ist, dass er weiterhin ein unkompliziertes Auto ist, das sich leicht bedienen lässt und mit sehr leichtgängigen Bedienelementen aufwartet. Im urbanen Alltag fällt das besonders positiv auf – ebenso wie die Fahrerassistenzsysteme, die hier tatsächlich helfen: vom Totwinkelwarner bis zur Rückfahrkamera.

Allerdings zeigte sich diese Konfiguration – 1.0-Liter-Turbobenziner, drei Zylinder, 100 PS – als recht laut und wenig elastisch.

Offiziell liegen die 190 Nm bei 1500 U/min an. In der Praxis am Lenkrad fühlt es sich jedoch so an, als käme das Drehmoment etwas später – was dazu führt, dass man häufiger zum 5-Gang-Schaltgetriebe greift.

Und wenn man ihn bei niedrigen Drehzahlen stärker fordert, spiegelt sich das im Verbrauch wider: Die Werte steigen dann naturgemäss.

Straffe Dämpfung

Sobald man die „urbane Blase“ verlässt und schauen möchte, was das Fahrwerk hergibt, treten einige Grenzen zutage – Grenzen, die es bereits beim Tipo vor dem Facelift gab.

In Kurven, sobald das Tempo steigt, macht sich sofort eine natürliche Tendenz zum Untersteuern bemerkbar. Beim Cross kommt zudem eine straffere Dämpfung hinzu – möglicherweise, um die grössere Bodenfreiheit des Tipo Cross zu kompensieren?

Gerade diese härtere Abstimmung fällt auf schlechteren Strassenbelägen dann besonders deutlich auf. Und weil es sich hier um eine Cross-Version mit grösserem Anspruch abseits befestigter Wege handelt, hätte ich ehrlich gesagt eine etwas weichere Fahrwerksabstimmung erwartet.

Trotzdem verdirbt das alles nicht die Fahrt im neuen Tipo Cross. Es bleibt nur dabei: Wirklich mitreissend wird das Fahrerlebnis dadurch nicht.

Ist das das richtige Auto für Sie?

Der Fiat Tipo ist deutlich kompetenter, als sein Preis zunächst vermuten lässt. Ja, er ist ein Modell aus dem C-Segment, das preislich unter einigen Angeboten aus dem B-Segment liegt – doch das nimmt ihm nichts von seinem Wert. Im Gegenteil.

Dieses Gefühl hatte ich bereits bei meiner ersten Fahrt im Tipo, noch vor dem Facelift und mit dem 1.3 Multijet mit 95 PS. Und jetzt, am Steuer der Cross-Version, hat sich dieser Eindruck erneut bestätigt: Der Tipo ist eine solide, verlässliche Wahl und bringt mehrere Argumente mit.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass das, was die Cross-Version gegenüber den anderen Varianten zusätzlich bietet, nicht ausreicht, um den geforderten Aufpreis zu rechtfertigen.

Denn eines der stärksten Argumente des Tipo war schon immer das Preis-Leistungs-Verhältnis – und genau das wirkt in der „nicht abenteuerlichen“ Version des Modells noch klarer.


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