Ein historischer Schritt: Porsche Cayenne Diesel
Für Porsche ist das ein Meilenstein. Vor sechs Jahren baute die Marke ihren ersten SUV – und hat dabei gleich ein paar Regeln gebrochen. Jetzt folgt der nächste Tabubruch: Im Cayenne steckt ein Dieselmotor, der erste Diesel in der Geschichte des Unternehmens.
Technikdaten: 3,0-Liter TDI aus der Touareg-Entwicklung
Unter der Haube arbeitet exakt derselbe 3,0-Liter TDI wie im VW Touareg. Das ist nur logisch, denn beide Modelle wurden gemeinsam entwickelt. Entsprechend liegen die Eckdaten bei 240 PS und 549 Nm, kombiniert mit einem Verbrauchswert von 9,3 l/100 km sowie 244 g/km CO₂.
Steuerlich bringt das gegenüber dem Cayenne V6-Benziner keinen Vorteil, ökologisch aber schon. Und damit kannst du endlich einen Cayenne fahren, ohne das schlechte Gewissen der Welt mit dir herumzutragen. Genau deshalb wäre ein riesiges Emblem mit der Aufschrift „DIESEL“ auf der Heckklappe eigentlich nur konsequent. Klar, er ist gross – aber es gibt keinen besseren Grund, einen Cayenne Diesel zu hassen als etwa einen BMW X5.
Fahrgefühl: keine Angst vor zu wenig Porsche
Wer befürchtet, man könne ihn nicht wie einen Porsche bewegen, kann sich entspannen. Es gab die Sorge, dass sich der Cayenne mit VWs V6 – statt des V10 – etwas zäh und untermotorisiert anfühlen könnte.
Tut er nicht. Ausserdem hält Porsche den V10 für wenig sinnvoll, weil dessen Verbrauchs- und CO₂-Werte in etwa auf dem Niveau der bereits angebotenen Cayenne-Benziner liegen. Beim Cayenne sorgt eine neue Motorabstimmung dafür, dass sich der V6 bissiger anfühlt als im Touareg, und der Turboloch-Eindruck wirkt geringer. Klar: Der Cayenne Diesel zieht nicht endlos durch wie die V8-Versionen und oberhalb von 4.000 U/min geht ihm spürbar die Luft aus – langsam ist er trotzdem nicht, mit 8,3 Sekunden von 0–100 km/h.
Getriebe und Modi: Normal auf der Autobahn, Sport für Kurven
Auf der Autobahn lässt man Getriebe und Fahrwerk am besten im Normalmodus. Porsche hat die Automatik so abgestimmt, dass der Kickdown genau schnell genug kommt, und dank Wandlerüberbrückung wird nicht permanent zurückgeschaltet.
Sobald Kurven ins Spiel kommen, will man allerdings mehr. Im Normalmodus entsteht am Scheitelpunkt, wenn man aufs Gas steigt, zu viel Verzögerung, bis Motor und Getriebe wieder reagieren und das Auto aus der Kurve heraus anschieben. Als Kritik an einem SUV wirkt das zunächst seltsam – aber der Cayenne fährt so verblüffend gut, dass jede Trägheit im Antriebsstrang sofort auffällt.
Besser ist es, auf Sport zu schalten – und das ist das erste Mal, dass VWs 3,0-Liter-Diesel überhaupt einen solchen Knopf bekommt. Dann spricht das Gaspedal straffer an, und die Automatik sitzt eher im richtigen Gang, wenn Leistung gefragt ist. Anders als viele Sportprogramme klammert es sich dabei nicht übertrieben an die Gänge, sodass man auch mit aktiviertem Sportmodus entspannt fahren kann.
Touareg, Audi Q7 oder Cayenne: drei VW-SUVs, ein Kompromiss
Unterm Strich gibt es damit drei SUV-Optionen aus dem VW-Kosmos: Touareg, Audi Q7 oder Cayenne. Der Porsche ist der beste Kompromiss – auf der Strasse besser, im Gelände besser, politisch allerdings nicht besser. Her mit der grossen Beschriftung.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen