Zum Inhalt springen

Mazda MX-5 2009: dezente Modellpflege, ISE-Sound und kaum Konkurrenz durch MG TF

Silberner Mazda MX-5 Roadster fährt auf Landstraße bei bewölktem Himmel.

Stellen Sie sich nur den Aufruhr in der Mazda-Zentrale vor, als Nanjing Ende letzten Jahres verkündete, den MG TF wieder auflegen zu wollen. „Endlich ein echter Rivale für unseren MX-5! Ein zehn Jahre alter Rover, gebaut in China! Wir müssen sofort und entschlossen reagieren. Wie wäre es mit einer nahezu unsichtbaren Modellpflege?“

Kaum echte Konkurrenz: MG TF und TG500

Wenn der eher unerquicklich wirkende TG500 überhaupt etwas deutlich gemacht hat, dann dies: Der MX-5 hat aktuell praktisch keine ernstzunehmenden Wettbewerber am Markt. Da wirkt es zwar verlockend, die Modellpflege zur Halbzeit als reine Minimalmassnahme abzutun – gerade so viel, um die Nase vorn zu behalten. Doch das wäre zu streng. Warum sollte man etwas grundlegend umkrempeln, das schon so gut passt?

Mazda MX-5 2009: Facelift, Motoren und Getriebe

Zum Modelljahr 2009 bekommt der MX-5 daher vor allem eine sanft überarbeitete Front: Der Grill fällt einen Tick spitzer aus, damit er besser zur restlichen Nagare-d-Familie passt. Das Ergebnis wirkt stimmig – und erfreulich knackig.

Auch bei den Motoren wurde nachjustiert. An der Leistung ändert sich allerdings nichts: Sowohl der 1.8- als auch der 2.0-Liter bleiben bei 124bhp beziehungsweise 158bhp. Dafür verbessert sich die Effizienz um ein paar Meilen pro Gallone (mpg), während die Emissionen um einige Prozentpunkte sinken. Keine Revolution – aber durchweg positive Nachrichten.

Neu ist ausserdem erstmals ein Automatikgetriebe mit Schaltwippen. Nur: Ehrlich gesagt will man es nicht. Nicht, solange das Sechsgang-Handschaltgetriebe so viel Freude bereitet – mit kurzen Wegen und einer präzisen, klaren Führung.

Mazda MX-5 2.0 „Sport“: ISE-Sound und Fahrgefühl

Die beste Neuerung der Modellpflege steckt jedoch woanders – und sie ist ausschliesslich dem Sechsgang-Handschalter in Kombination mit dem 2.0-Liter vorbehalten: das ISE. Das Kürzel steht für Induction Sound Enhancer, also einen Schlauch durch die Spritzwand, der laut Mazda „verleiht dem Antrieb einen noch aufregenderen Klang“.

Das mag zunächst nach Spielerei klingen, in der Praxis bringt es spürbar etwas. Der Motor klingt geschmeidig und angenehm „zimmig“ – und mit geöffnetem Verdeck (was man ohnehin ständig tun sollte) gibt das beim Zwischengas vor dem Herunterschalten oder beim Durchbeschleunigen bis in den roten Bereich einen richtig befriedigenden Kick. Apropos: Der rote Bereich liegt jetzt 500rpm höher, bei 7500rpm.

Auf verwinkelten Landstrassen ist der MX-5 erwartungsgemäss weiterhin ein ausgesprochen befriedigendes Auto. Am überzeugendsten ist der 2.0-Liter in der Ausführung „Sport“: straffere Stossdämpfer, ein Sperrdifferenzial und dazu herrlich neue Schalensitze. In Kurven bleibt er neutral und erstaunlich flach, ohne so bockhart zu werden, dass man am nächsten Tag das Gefühl hat, Teile der Lendenwirbelsäule aushusten zu müssen. Die Lenkung wirkt dabei minimal schärfer als zuvor, und die Traktionskontrolle lässt einen gern kurz das Herz in die Hose rutschen, bevor sie die Sache wieder einfängt.

Hartnäckige Skeptiker werden dennoch nörgeln, die Änderungen holten den MX-5 nicht aus dem Friseurenklischee heraus – und Mazda solle endlich eine richtig rabiate MPS-Version nachschieben. Tatsächlich braucht der MX-5 aber keine zusätzliche Leistung. So wie er ist, trifft er es genau. Schlucken Sie den männlichen Stolz herunter und stehen Sie zu Ihrer inneren metrosexuellen Seite – sie wird es Ihnen danken.

Und wenn nicht: Dann bleibt ja immer noch dieser hübsche MG TF…

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen