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M6: extrem schnell, aber ohne Gänsehaut

Roter BMW Sportwagen fährt auf einer kurvigen Rennstrecke bei klarem Himmel und trockenem Wetter.

Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung des M6

Wer am liebsten richtig, richtig schnell unterwegs ist, findet hier genau das passende Auto. Auf Wunsch lässt sich der M6 vom Geschwindigkeitsbegrenzer befreien: Statt 250 km/h (das schafft ein 640d ebenfalls) sind dann rund 306 km/h Spitze drin. Auf 100 km/h sprintet er in 4,2 Sekunden – womit die 0–60 mph-Zeit in der Praxis ziemlich sicher auf angenehme 3.99 fällt. Und die 295er Hinterreifen verlieren ihre Traktion praktisch, sobald man ihn nur schief anschaut.

Antrieb und Technik: Twin-Turbo-V8 mit „Cross-Bank“-System

Zur Leistung kommt reichlich Technik, die das Ganze untermauern soll. Der Biturbo-V8 nutzt ein patentiertes „Cross-Bank“-Ansaugsystem, das wie ein Fadenspiel aufgebaut ist: Die Turbos sitzen im V, und jeder Lader wird – falls Sie sich das gerade gefragt haben – von den Zylindern zwei und drei seiner eigenen Bank sowie von eins und vier der gegenüberliegenden Bank angetrieben. Ziel ist es, gleichmässig getaktete Abgasimpulse an die Twin-Scroll-Lader zu schicken, die die Ansaugluft wiederum über eng angeordnete Ladeluftkühler führen. Alles dient einem Zweck: das Turboloch zu verkleinern. Ganz verschwindet die Verzögerung nicht, aber es ist knapp.

Auch für Effizienz im Alltag ist gesorgt: Der V8 bringt Valvetronic (variable Ventilhubsteuerung), VANOS (variable Nockenwellenverstellung) und Direkteinspritzung mit, damit er bei normalen Geschwindigkeiten nicht unnötig verschwenderisch wird. Geschaltet wird über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, und wie stark das Differenzial sperrt, entscheidet das ESP-Gehirn. Die Dämpfer arbeiten adaptiv, und bei den Bremsen gibt es optional Carbon-Composite.

Individualisierung der Fahrmodi und Anzeigen

Feintuning ist reichlich möglich: Lenkgewicht, Dämpferabstimmung, Schaltaggressivität, Kennlinie des Gaspedals, Eingriffsgrad des ESP – sogar das Layout des Head-up-Displays lässt sich getrennt einstellen, etwa mit Navi-Pfeilen oder einem riesigen Drehzahlmesser. Praktisch dabei: Lieblingskombinationen kann man auf Lenkradtasten als Shortcuts speichern.

Fahrerlebnis: schnell, aber erstaunlich nüchtern

Klingt nach beeindruckenden Daten und Fakten – also müsste er sich sensationell fahren, oder?

Eben nicht. Genau dieses „Sensationelle“ fehlt. Natürlich werden die inneren Beschleunigungssensoren von Quer- und Längskräften auf Anschlag getrieben, draussen verschwimmt die Landschaft, und der übrige Verkehr wirkt wie eine fast stehende Schikane. Trotzdem kommt wenig Rückmeldung über die Bedienelemente, und auch der Klang bleibt eher uninteressant. Der Wagen fühlt sich nicht lebendig an und klingt auch nicht so – er erzählt zu wenig davon, was er gerade tut. Selbst wenn er sich sichtbar anstrengt, wirkt alles mühelos.

Ist das Ihre Vorstellung von einem Sportwagen – schneller Transport, Tempo, das man kaum wahrnimmt, bis die Welt plötzlich von blinkendem Blaulicht ausgefüllt wird? Ich will mehr Erlebnis. Das ist kein Sportwagen, weil er keinen Nervenkitzel auslöst.

Der M6 teilt sich Antriebsstrang, Fahrwerk und den Grossteil der übrigen Technik mit dem M5. Bei einer Limousine ergibt es noch eher Sinn, dass sich das alles so gedämpft anfühlt – bei einem Coupé wünsche ich mir eine andere Abstimmung. Und übrigens: Das M6 Cabrio hat mir auf denselben Strassen definitiv besser gefallen als das Coupé. Das zusätzliche Auspuffgeräusch und der schnelle Luftstrom haben den M6 – und seinen Fahrer – spürbar wachgeküsst.

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