Reine Elektroautos sind inzwischen in vielen Situationen die naheliegendste Wahl. Gerade für Unternehmen und ENI (Einzelunternehmer) lässt die steuerliche Rechnung oft kaum Spielraum – Ihr Steuerberater wird das sehr wahrscheinlich bestätigen.
Trotzdem kann diese Form der Mobilität – sei es wegen des Nutzungsprofils, sei es aus steuerlichen Gründen – nicht für jeden die beste Lösung sein. Für solche Fälle werden Plug-in-Hybride (PHEV) immer häufiger zur sinnvollen Kompromissoption: Sie verbinden deutlich mehr Flexibilität als 100% elektrische Fahrzeuge mit den Vorteilen der Elektrifizierung.
Damit die Entscheidung leichter fällt, stellen wir beide Antriebskonzepte direkt gegenüber: 100% elektrisch vs. Plug-in-Hybrid. Sehen Sie sich das Video an:
Für den Vergleich der jeweiligen Vor- und Nachteile haben wir zwei Modelle von BYD herangezogen: den BYD Seal U als 100% elektrische Version sowie den neuen BYD Seal U DM-i (DualMode-Intelligence) mit Plug-in-Hybrid-Technologie.
Nicht nur auf den Preis schauen
Plug-in-Hybrid oder 100% elektrisch? Viele erwarten an dieser Stelle eine eindeutige Antwort – doch die gibt es nicht. Zu viele Faktoren spielen hinein, und je nach Ausgangslage kann sich die „richtige Antwort“ komplett verändern.
Wie im Video angesprochen, sind dabei vor allem zwei Fragen entscheidend: Kaufen Sie als Privatperson oder als ENI/Unternehmen? Und: Finden Ihre Fahrten überwiegend in der Stadt statt oder eher auf längeren Strecken?
Wenn es um einen Privatkauf geht, wird es rechnerisch einfacher: Dann hilft ein Blick auf die Einstiegspreise der Baureihe. Der Seal U DM-i startet bei 41 339 euros, der Seal U 100% elektrisch bei 43 789 euros.
Die Elektroversion liegt damit zwar 2450 euros darüber. Wer allerdings viele Kilometer im urbanen Umfeld fährt, selten lange Autobahnetappen zurücklegt und zu Hause regelmässig laden kann (und idealerweise einen günstigen Stromtarif mit dem Energieanbieter verhandelt), holt diesen Aufpreis in der Regel problemlos wieder herein.
Wer dagegen regelmässig grosse Distanzen abspult und viel Zeit auf der Autobahn verbringt, ist möglicherweise mit dem Plug-in-Hybriden besser bedient – schlicht, weil er im Alltag vielseitiger einsetzbar ist.
Wir erklären alles in diesem Video:
Unternehmen haben Vorteile
In Portugal werden rund 80% der jährlich neu verkauften Autos von Unternehmen oder Einzelunternehmern (ENI) gekauft. Falls das auf Sie zutrifft, kann das die gesamte Rechnung verändern – bis hin zum effektiven Kaufpreis.
Der Grund: Es gibt verschiedene steuerliche Anreize für Unternehmen, die Elektroautos oder Plug-in-Hybride anschaffen. Im Überblick:
Bei der Mehrwertsteuer (Imposto sobre o Valor Acrescentado, IVA) können Unternehmen den gesamten Steuerbetrag abziehen – sofern der Anschaffungspreis 62 500 euros bei Elektroautos bzw. 50 000 euros bei Plug-in-Hybriden nicht überschreitet. Zusätzlich ist auch der volle Vorsteuerabzug auf den Strom möglich, der zum Laden beider Fahrzeugtypen verwendet wird.
Bei der autonomen Besteuerung (tributação autónoma) sind 100% elektrische Fahrzeuge, die von Unternehmen gekauft werden und weniger als 62 500 euros kosten, vollständig von dieser Abgabe befreit. Liegt der Anschaffungspreis bei oder über diesem Betrag, fällt eine autonome Besteuerung in Höhe von 10% an.
Bei Plug-in-Hybriden gilt: Wenn sie mindestens 50 km elektrische Reichweite (WLTP) bieten und die CO2-Emissionen (WLTP) unter 50 g/km liegen – beide Versionen des BYD Seal U DM-i erfüllen diese beiden Kriterien –, richtet sich der Satz der autonomen Besteuerung nach den Anschaffungskosten:
- 2,5% für Fahrzeuge mit Anschaffungskosten unter 27 500 €;
- 7,5% für Fahrzeuge mit Anschaffungskosten ab 27 500 € und unter 35 000 €;
- 15% für Fahrzeuge mit Anschaffungskosten ab 35 000 €.
Beide Varianten des BYD Seal U DM-i fallen in diese letzte Stufe. Entsprechend werden sie mit 15% autonomer Besteuerung belegt – einer zusätzlichen Abgabe, die auf bestimmte Ausgaben von Körperschaftsteuerpflichtigen (IRC) erhoben wird.
Doch bei 100% elektrischen Firmenwagen enden die Vorteile nicht. Im Unterschied zu Plug-in-Hybriden zahlen Elektroautos keine Kfz-Steuer (Imposto Único de Circulação, IUC) und sind ausserdem von der Fahrzeugsteuer bei Zulassung/Erstzulassung (Imposto Sobre Veículos, ISV) befreit. Plug-in-Hybride erhalten hier lediglich eine Reduktion von 75% – vorausgesetzt, sie erreichen mindestens 50 km elektrische Reichweite (WLTP) und liegen unter 50 g/km CO2 (WLTP).
Rechnen wir das durch?
Unterm Strich gilt: Wenn Sie einen Neuwagen über ein Unternehmen anschaffen möchten, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Ihr Steuerberater klar zum 100% elektrischen Modell rät.
Beim BYD Seal U dreht sich mit den geltenden steuerlichen Vorteilen die Preislogik sogar um: Was bei Privatkäufen noch für den Plug-in-Hybriden sprach, kann sich im Unternehmensfall ins Gegenteil verkehren. Berücksichtigt man den möglichen 100%-IVA-Abzug, startet der Seal U 100% elektrisch preislich bei 33 717 euros.
Erfolgt der Kauf dagegen privat, kann der BYD Seal U DM-i mit Plug-in-Hybrid-Technologie die rationalere Wahl sein – einfach, weil er mehr Bewegungsfreiheit bietet und zugleich die Vorteile der Elektrifizierung mitbringt.
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