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Zeitplan: USS District of Columbia (SSBN-826) der Columbia-Klasse nun für 2030 angesetzt
Die US Navy hat das Jahr 2030 als Termin festgelegt, zu dem sie ihr erstes nuklear angetriebenes U-Boot mit ballistischen Raketen der neuen Columbia-Klasse, die USS District of Columbia (SSBN-826), übernehmen will. Diese Einordnung findet sich im aktuellen Institutionenbericht “U.S. Navy´s Shipbuilding Plan 2026” und entspricht dem überarbeiteten Auslieferungskalender für das Bauprogramm der Klasse, die die Boote der Ohio-Klasse ablösen soll.
Mit dem Wechsel zur Columbia-Klasse soll eine der tragenden Säulen der US-amerikanischen Nukleartriade, die seit den 1980er-Jahren wesentlich durch die Ohio-Klasse gestellt wird, langfristig ersetzt werden. Aufgrund industrieller Verzögerungen bei der Fertigung der neuen Columbia-Einheiten wird die bislang eingesetzte Flotte jedoch länger im Dienst bleiben und ihre Nutzung bei der US Navy bis 2040 ausgedehnt.
Übergangsphase: Ohio-Klasse bleibt länger aktiv, um die maritime Abschreckung lückenlos zu halten
Im Bericht wird betont: „A medida que los submarinos nucleares de ataque (SSBN) de la clase Columbia entran en servicio, la Armada debe mantener al mismo tiempo la flota de la clase Ohio, que se encuentra en proceso de envejecimiento, para garantizar que no haya interrupciones en la disuasión estratégica continua en el mar […]“.
Nach Vorgaben der Marine müssen Abschreckung und nukleare Patrouillenfähigkeit – ebenso wie taktische Einsätze – so abgesichert sein, dass fortlaufend mindestens 10 ballistische U-Boote vor Ort einsatzbereit gehalten werden können. Deshalb wird die Außerdienststellung der älteren Boote zeitlich gestreckt, bis die ersten U-Boote der Columbia-Klasse tatsächlich im Dienst stehen.
Die Ohio-Klasse umfasst vierzehn U-Boote mit ballistischen Raketen (SSBN) mit Trident-Bewaffnung, die primär der nuklearen Abschreckung dienen. Zusätzlich gehören vier Einheiten dazu, die als Lenkwaffen-U-Boote ausgelegt sind und seit der Nuclear Posture Review von 1994 auf diesen Standard umgerüstet wurden. Diese SSGN können konventionelle Landziele mit Tomahawk-Marschflugkörpern bekämpfen und zugleich als Plattform sowie als Führungs- und Kontrollzentrum für Spezialkräfteoperationen fungieren.
Die SSBN der Ohio-Klasse sind Teil der strategischen Abschreckungsfähigkeit der „U.S. Nuclear Triad“. Diese Triade stützt sich auf Interkontinentalraketen (ICBM), von U-Booten gestartete ballistische Raketen (SLBM) und strategische Bomber. Mit Blick auf den absehbaren Ersatz der alternden ballistischen U-Boot-Kapazitäten wurde das Programm der Columbia-Klasse in den 2010er-Jahren angestoßen. Der Bau des ersten Bootes, der USS District of Columbia (SSBN-826), begann 2021; General Dynamics Electric Boat ist dabei Hauptauftragnehmer, Newport News Shipbuilding als Unterauftragnehmer eingebunden.
Columbia-Programm: Baufortschritt, Lebensdauer und geplante Flottenstärke
Im Februar 2026 lag der Baufortschritt der USS District of Columbia bei 65%, nachdem General Dynamics und die Werft Newport News Shipbuilding im Rahmen ihrer Zusammenarbeit mit der US Navy die industrielle Taktung wieder stabilisieren konnten. Das ursprünglich angestrebte Ziel, das Boot 2028 an die Marine zu übergeben, wurde im Zuge dessen auf 2030 verschoben.
Im Einsatz soll die Columbia-Klasse die nukleare Abschreckungsstrategie bis in die 2080er-Jahre hinein tragen – eine langfristige technologische Kontinuität vergleichbar mit ihrer Vorgängerklasse. Die Ohio-Klasse ist seitens der US Navy auf eine erwartete Nutzungsdauer (ESL – Expected Service Lives) von 42 Jahren ausgelegt.
Der Bericht hält dazu fest: „Es necesario sustituir la clase Ohio, ya que los submarinos nucleares de ataque (SSBN) más antiguos se están acercando al final de su vida útil y toda la clase habrá alcanzado dicho final a principios de la década de 2040.”.
Im aktualisierten Zeitplan sollen sieben nuklear angetriebene U-Boote dieser Klasse in den Haushaltsjahren 2027 bis 2031 zur Außerdienststellung und zum Recycling bereitgestellt werden. Genannt werden dabei:
- Haushaltsjahr 2027: USS Ohio (SSGN-726) und USS Henry M. Jackson (SSBN-730)
- Haushaltsjahr 2028: USS Florida (SSGN-728) und USS Alabama (SSBN-731)
- Haushaltsjahr 2029: USS Michigan (SSGN-727)
- Haushaltsjahr 2030: USS Nevada (SSBN-733)
- Haushaltsjahr 2031: USS Tennessee (SSBN-734)
Wegen der Verzögerungen in der industriellen Planung der Columbia-Klasse wird ein Teil der ballistischen U-Boote der Ohio-Klasse nach Einschätzung der US Navy deutlich länger als vorgesehen genutzt, um die erforderliche nukleare Patrouillenfähigkeit bis zur Verfügbarkeit der neuen Einheiten sicherzustellen und die institutionellen Vorgaben zu erfüllen. Im Mai 2023 zitierte Militärzone Aussagen des Marineministers Carlos del Toro gegenüber dem Fachmedium Defense News, wonach mindestens fünf U-Boote [der Ohio-Klasse] einem Programm zur Lebensdauerverlängerung unterstellt würden.
Für die Zukunft plant die US Navy eine Flotte von zwölf nuklear angetriebenen U-Booten der Columbia-Klasse, deren Zulauf in drei Tranchen erfolgen soll. Die erste Tranche umfasst zwei Einheiten: die USS District of Columbia (SSBN-826), die 2030 in Dienst gestellt werden soll und 2031 voll einsatzfähig sein soll, sowie die USS Wisconsin (SSBN-827), deren Kiel am 28. August 2025 gelegt wurde und deren Bau aktuell 35% erreicht. Daran anschließend soll eine zweite Tranche mit Bau und Lieferung von fünf Booten folgen, zu der jedoch keine offiziell bestätigten Angaben vorliegen. Zur dritten Phase zitierte das Fachmedium USNI News Aussagen von Konteradmiral Todd Weeks beim Panel WEST 2026: „El tercer buque [Groton (SSBN-828)] está completado en un 10%, y estamos observando un buen ritmo de producción“.
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