Der BMW X1 ist ein Auto, das man leicht übersieht. Er wirkt, als wüsste er selbst nicht so recht, was er sein will: ein Stück höher als ein Kombi – aber nur ein bisschen. Für einen SUV ist er jedenfalls weder hoch noch robust genug. Also stellte sich die Frage: Warum sollte man ihn überhaupt haben wollen?
Wir lagen damit – wieder einmal – gründlich daneben. BMW hat uns (und offenbar auch sich selbst) überrascht, denn der X1 hat sich tatsächlich zum Verkaufsschlager entwickelt. Rund 300,000 Exemplare gingen in zweieinhalb Jahren weg. Inzwischen läuft er auch in China vom Band, und erstmals wird er in die USA geliefert. Passend dazu gibt es jetzt ein Facelift.
Facelift am BMW X1: Aussen kaum auffällig
Nicht bemerkt? Verständlich. Vorn und hinten wurden die Stossfänger leicht umgeformt: etwas mehr lackierte Flächen in Wagenfarbe, und die Kunststoff-„Unterfahrschutz“-Attrappen treten etwas deutlicher hervor. Die Scheinwerfer wirken nun einen Tick glanzvoller.
Galerie: der neue BMW X1
Im Innenraum ist die Mittelkonsole stärker zum Fahrer hin ausgerichtet. Dazu kommen zusätzliche Akzente in Hochglanzschwarz und aluminiumfarben lackierte Details. Wer kein älteres Modell besitzt, dürfte den Unterschied kaum wahrnehmen.
Motorenprogramm: vier 2,0-Liter-Diesel statt Benziner
Die eigentliche Nachricht steckt unter der Haube. BMW UK bietet den X1 nicht als Benziner an; entsprechend gibt es hierzulande eine Palette aus vier überarbeiteten 2,0-Liter-Dieseln: 18d, 20d, 20d EfficientDynamics und 25d.
18d und 20d sind wahlweise mit Heckantrieb (als sDrive) oder mit Allrad (xDrive) erhältlich. Der EfficientDynamics ist ausschliesslich als sDrive mit Handschaltgetriebe zu haben – ordentlich flott, dabei aber unter 120g/km, was ausgesprochen sparsam ist.
Der 25d kommt schliesslich nur als xDrive. Genau den fahre ich heute. Er hat zwei Turbolader und gesunde 218bhp. Ausserdem gibt es nun eine Achtgang-Automatik statt der bisherigen Sechsgang-Box. Optional ist ein Ausstattungspaket namens xLine erhältlich. Der Preis liegt bei £31,860.
Damit steht da also: X1 25d xDrive xLine. Genug X für Sie?
Fahreindruck: starkes Steuern, aber Geräusche und Komfort enttäuschen
Der Motor schiebt kräftig an, und vor allem im Sportmodus des Getriebes ist das Tempo überzeugend. Allerdings klingt er überraschend brummig. Selbst bei etwa 113 km/h Reisetempo dringt der grobe Dieselton deutlich in den Innenraum – enttäuschend.
Trotzdem: Der X1 lenkt wirklich gut ein und bleibt in Kurven sauber und gelassen. Doch auch hier gibt es ein „Aber“: Die Federung wirkt unruhig. Und Windgeräusche bei höherem Tempo fallen stärker auf, als man es von einem Auto aus dem Land der Autobahn erwartet. Obwohl die Sitze gelungen sind und das Platzangebot ordentlich ausfällt, ist das als Langstreckenauto für einen BMW ziemlich schwach.
Wozu ist der X1 da?
Wenn man darüber nachdenkt: Wofür ist der X1 eigentlich gedacht? Für Geländefahrten sicher nicht – das Fahrwerk besteht im Kern aus Komponenten der älteren 3er-Generation, mit etwas mehr Bodenfreiheit, aber ohne zusätzliche Verstärkungen. Den hohen Überblick vieler SUVs bekommt man ebenfalls nicht.
Und die meisten Käufer greifen ohnehin zu den sDrive-Versionen mit Heckantrieb. Im Schnee stehen sie dann ziemlich dumm da, wenn sie mit ihren „SUVs“ festhängen und Fiestas einfach an ihnen vorbeifahren.
Vermutlich ist es ganz banal: Viele ertragen den Gedanken nicht, einen Kombi zu fahren, weil sie glauben, damit wie Vertreter für Bürotechnik auszusehen. Dabei entgeht ihnen etwas. Der neue 3er Touring der nächsten Generation kommt im September. Zwischen ihm und einem X1 ist die Entscheidung eigentlich ein Selbstläufer.
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